Erntefest in Bassen

Kreativ und auch mal kritisch

Hinter Bassen liegt das viertägige Erntefest, bei dessen Höhepunkt, dem Festumzug, ganze 65 liebevoll gestaltete Wagen durch die Ortschaft fuhren und die Besucher verzückten.
08.09.2019, 17:40
Lesedauer: 3 Min
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Von Gisela Enders
Kreativ und auch mal kritisch

Die Gruppen, wie hier die verkleideten Indianer, hatten viel Arbeit in ihre Kostüme und Umzugswagen gesteckt.

Björn Hake

Ein Potpourri aus liebgewordenen Aktionen und jede Menge Spaß hatten die Veranstalter für das 70. Bassener Erntefest versprochen. Dass das viertägige Spektakel später sogar als Jubiläum der Superlative bezeichnet werden würde, ließ sich zu dessen Beginn am Donnerstag jedoch noch nicht absehen. „Vom Kranzbinden bis zum Oldtimer-Treffen am Sonntagmorgen haben wir unendlich viel Spaß gehabt“, bilanzierte Organisator Torsten Knobelsdorf. Das Engagement aller Mitstreiter habe das Fest zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.

Das im Ankündigungsflyer aufgelistete Programm stand seit langem fest: Vom Hissen der Erntefahne über den Laternenumzug der Kids, vom Herausfordern der Krone über den Fassbieranstich, vom Umzug über die Disco und das Eierbraten bis hin zum Dankgottesdienst und zur Oldtimer-Parade hatte jeder Punkt seinen festen Platz. Besonders hervorzuheben seien in diesem Jahr jedoch der besondere Einfallsreichtum und die Liebe zum Detail der Festwagen-Besatzungen, die teilweise über mehrere Wochen am Erscheinungsbild ihrer insgesamt 65 Fahrzeuge gearbeitet hatten, freute sich Knobelsdorf. Die weiteste Anreise hatte seinen Angaben zufolge ein Wagen aus dem in der Nähe von Cuxhaven gelegenen Hagen.

Wie Perlen an der Schnur

Softeis, Zuckerwatte und Currywurst schmeckten schon am frühen Sonnabendmittag, und auch die Gondeln des „Twister“ drehten erste Runden, als sich ab 13 Uhr die Wagen nach und nach an der Feldstraße formierten. Wie Perlen an einer Schnur reihten sich die Gefährte aneinander – vom Schlagerwagen bis hin zur professionell anmutenden Kulisse zu verschiedenen Themen. Der Umwelt verschrieben hatte sich zum Beispiel die Besatzung eines Insektenhotels, das mit zahlreichen Feldern daherkam. „Erbauer“ Kay Fischer verwies darauf, dass der Leitspruch „Schmetterlinge, Bienen, Hummeln – sie alle können sich hier tummeln“, von Kindern stamme, die viele Ideen beigesteuert und überaus eifrig bei der Ausgestaltung g

Erntefest 2019 in Bassen mit großem Festumzug

Super Stimmung herrschte beim Umzug sowohl auf den Wagen als auch am Straßenrand bei den zahlreichen Schaulustigen.

Foto: Björn Hake

eholfen hätten. So hatten die Minis das Sammeln kleiner Zapfen übernommen und aus Luftballons, Papier und Kleister Falter und Co. gebastelt.

Ein Gespann zum Thema Schulanfang hatte die Familie Hülsmann mit Dingen bestückt, die als exemplarisch für den beginnenden Ernst des Lebens zu sehen sind. „Wir haben unser Bällebad entsorgt und daraus einen Rechenschieber gebastelt", informierte die Mutter der sechsjährigen Laura. Darüber hinaus durften Stundenplan, Landkarten und Buchstabentafel bei der Ausstattung nicht fehlen. Auch Mia und Nico Fuchs, vier und sechs Jahre alt, hatten ihren Beitrag zu dem innerhalb von zwei Wochen entstandenen Aufbau geleistet.

Sieg geht an Robin-Hood-Fans

Schmelzende Eisberge, Plastikflaschen und -tüten sollten aufrütteln, hinweisen auf die Not zahlreicher Tiere und die durch Konsumwahn und Unachtsamkeit verursachten Schäden für alle Lebewesen. Petra Meier und Anke Lünzmann hatten im Freundeskreis angeregt, den Schutz der Umwelt in den Mittelpunkt ihres Beitrags zu stellen. Jeder habe Ideen eingebracht und geholfen, beschrieben die beiden Großmütter den Einsatz der Beteiligten; ein tropfender Gletscher unterstrich den Ernst ihres Anliegens.

Erntefest 2019 in Bassen mit großem Festumzug

Ein besonderer Hingucker: Für das Robin-Hood-Ensemble bekam die Gruppe den ersten Preis.

Foto: Björn Hake

Ganz besonderes Aufsehen erregte das aus mehreren Teilen bestehende Ensemble, das eine Gruppe kreativer Robin-Hood-Fans zum Leben erweckt hatte. Etwa zwölf Wochen hatte die Arbeit an dem kunstvoll gestalteten Beitrag gedauert. Ein Spanferkel, das sich über dem Grill drehte, ein perfekt nachempfundenes Nottingham Castle und ein dichter Sherwood Forest zeugten von Kreativität, Liebe zum Detail und großem Fleiß. „Wir sind stolz, das hinbekommen zu haben“, erklärte Heiko Heemsoth, der als König John huldvoll in die Menge winkte und sich tags darauf über den 1. Platz freuen durfte. Die Ränge 2 und 3 belegten Wagen aus Uphusen: „Familie Feuerstein“ und ein authentisch gestaltetes Tipi.

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