Bahnhofsumfeld Sagehorn Letzte Chance auf einen Kompromiss

Bisher gab es bei der Frage, wer die Kosten für die Umfeldgestaltung des neuen Bahnhaltepunktes in Sagehorn übernehmen soll, keine Einigung zwischen Gemeinde und Bahn. Nun soll es aber noch ein Gespräch geben.
13.09.2018, 15:52
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Letzte Chance auf einen Kompromiss
Von Marius Merle

Oyten-Sagehorn. Wer muss die Kosten für die Umfeldgestaltung des neuen Bahnhaltepunktes in Sagehorn übernehmen? Wenn es nach der Gemeinde Oyten geht, dann ist die Deutsche Bahn in der Pflicht. Schließlich gibt es nur wegen ihr überhaupt eine Verlegung der Haltestelle um rund 800 Meter nach Westen, da sich das Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen schon vor einigen Jahren gegen eine Sanierung des bestehenden Bahnhofs ausgesprochen hat (wir berichteten).

Dennoch sieht sich die Bahn nun nicht in der Pflicht, für das zu schaffende Umfeld an der neuen Haltestelle zuständig zu sein. Die DB Station & Service AG will die Gemeinde die Kosten tragen lassen. Die Fronten sind verhärtet, auch ein Erörterungstermin in Oyten kürzlich brachte keine Annäherung. Aber nun gibt es zumindest ein bisschen Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung. Wie die Gemeinde verlauten lässt, soll es einen weiteren Gesprächstermin mit der Bahn geben.

Wie groß dabei aber die Chancen auf einen Kompromiss sind, ist schwer vorherzusagen. Auf Nachfrage lässt die Bahn lediglich ausrichten: „Wir prüfen derzeit bahnintern Lösungsansätze und werden diese dann mit dem Aufgabenträger und der Kommune abstimmen.“ Dabei ist in jedem Falle Eile geboten. „Wir haben hohen Zeitdruck und müssen zeitnah zu einer Lösung kommen“, betont Oytens Bürgermeister Manfred Cordes. Schließlich soll der Bau der neuen Bahnsteige und somit auch des Umfeldes nach den bisherigen Planungen 2019 und 2020 erfolgen.

Die Bahn plant, mehr als 6,4 Millionen Euro für die Haltestellenverlegung in die Hand zu nehmen. Enthalten sind in diesem Paket der Neubau der Bahnsteige, der Neubau der Brücke, die Ausstattung (etwa Wetterschutz) und der Rückbau des bestehenden Standortes des Bahnhofs. Nicht darin enthalten sind indes die zu errichtenden Parkplätze und Abstellmöglichkeiten für Autos und Fahrräder, die Wege von dort zu den Bahngleisen sowie die Einrichtung einer neuen Bushaltestelle. Um genau diese Posten geht es nun beim Disput zwischen Gemeinde und Bahn. Wie viel Geld diese Umfeldgestaltung kosten wird, darüber gibt es keine genauen Zahlen. Die Höhe hängt laut Cordes letztlich davon ab, wo genau was gebaut wird. Denn eine konkrete Planung dazu gibt es bisher noch nicht. In jedem Fall sei aber von einem siebenstelligen Betrag auszugehen.

Sollte die Gemeinde für die Finanzierung verantwortlich sein, so hieße das aber nicht, dass sie letztlich auch auf den gesamten Kosten sitzen bleibt. Im Gegenteil: Durch Zuschüsse könnte ein Großteil der Kosten gedeckt werden. Wie Cordes vorrechnet, könne die Gemeinde im besten Falle 87,5 Prozent des Geldes erstattet bekommen: 75 Prozent von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen und 12,5 Prozent vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen. „Das ist uns zumindest so in Aussicht gestellt worden“, erklärt der Verwaltungschef. Diese Zuschüsse würden natürlich nur für die Basisausstattung gelten. Das heißt, will die Gemeinde das Bahnhofsumfeld in Sagehorn umfangreicher oder qualitativ besser ausstatten als es der Standard verlangt, so müssten die Zusatzkosten komplett aus dem eigenen Haushalt zur Verfügung gestellt werden.

Doch bevor mögliche Zuschüsse unter Dach und Fach gebracht werden können, muss erst einmal eine Entscheidung darüber fallen, wer überhaupt und zu welchem Teil die Kosten trägt. Für eine einvernehmliche Lösung scheint das angestrebte Gespräch zwischen Vertretern aus dem Oytener Rathaus und der Deutschen Bahn die letzte Chance zu sein.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+