Gestaltung neue Ortsmitte Oyten

Mehr als nur Kritik

Der Plan des Investors zur Gestaltung der neuen Oytener Ortsmitte ist in der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe gestoßen. Eine Anwohnerinitiative hat nun einen Alternativvorschlag erarbeitet.
03.07.2019, 16:14
Lesedauer: 3 Min
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Von Marius Merle
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Ursel Meyerhuber (von links), Ulrich Krehahn und Birgit Kaltz haben den Plan des Investors als Grundlage genommen, aber in einigen Punkten überarbeitet. Unter anderem so, dass der alte Baumbestand (im Hintergrund) erhalten bleiben kann.

Jonas Kako

Den ersten Teilerfolg haben Birgit Kaltz, Ulrich Krehahn und Ursel Meyerhuber erreicht: Anders als von der Verwaltung geplant, hat die Politik in Oyten vor den Sommerferien keine Beschlüsse mehr gefasst, um die von einem Investor erarbeite Planung für die Gestaltung der neuen Ortsmitte auf den Weg zu bringen (wir berichteten). Das Trio, das an der Pferdewiese in direkter Nachbarschaft zu dem zu überplanenden Gebiet wohnt, gehörte zu den vielen Kritikern aus der Bevölkerung, nachdem Ende Mai erstmals öffentlich die Pläne darüber vorgestellt worden waren, was im Bereich zwischen Hauptstraße und Jahnstraße hinter dem alten Aldi-Markt entstehen soll. Wohl auch wegen dieser Stimmen entschied die Politik, dass weitere Diskussionen nötig sind, bevor ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Doch Kaltz, Krehahn und Meyerhuber wollten nicht einfach nur meckern – und haben deshalb einen Alternativvorschlag erarbeitet.

„Dieser Vorschlag beruht auf dem letzten uns vorliegenden Plan und beinhaltet alle vom Investor vorgesehenen Gebäude“, erklären sie. Zur Erinnerung: Geplant ist der Bau von 64 Wohnungen in sechs dreigeschossigen Häusern. Doch die Anwohnerinitiative von der Pferdewiese schlägt eine veränderte Anordnung der Gebäude vor. Sieht der Plan des Investors vor, dass in dem für Wohnbebauung vorgesehenen Bereich eine Wasserfläche im Nordosten entstehen soll und die Gebäude in einer Art Halbkreis darum gebaut werden, schlagen die drei Oytener vor, die Wasserfläche mittig zu platzieren und nördlich und südlich jeweils drei Gebäude zu errichten.

Dadurch könnten die Altbaumbestände zur Pferdewiese und auch weitgehend auf dem gesamten Gelände erhalten bleiben. Und genau das ist ein wesentliches Anliegen des Trios, das im Übrigen erst seit vergangenem Jahr in Oyten lebt. Kaltz betont, dass ihr damals von der Gemeinde zugesichert worden sei, dass diese Bäume stehen bleiben werden. Umso überraschter sei sie gewesen, als sie die Planung sah, nach der sehr viele Bäume weichen müssten.

Schöner Blick auf das Grün und den See

Doch Kaltz und ihre beiden Mitstreiter sehen noch weitere Vorteile in ihrer Idee: Vom geplanten Café oder Restaurant und dem Sitzbereich am See gebe es dann anders als bisher geplant einen schönen Blick auf das Grün und den See. Zudem würde durch ihren Entwurf die in ihren Augen „höchst problematische Erschließung“ der neuen Gebäude durch das Wohngebiet Alter Sportplatz/Pferdewiese vermieden. Krehahn befürchtet erhebliche Probleme, wenn in der dortigen Ringstraße plötzlich ein erhöhtes Verkehrsaufkommen vorliegen würde. Durch die neue Aufteilung der Gebäude könnten sie alle über Wege von Norden und Süden erschlossen werden, eine Zuwegung aus dem Westen wäre nicht mehr nötig. Insgesamt würde auch die Anzahl an versiegelten Flächen abnehmen. „Bisher dominiert Beton, dabei wollen wir doch alle eine Ortsmitte, in der man sich wohlfühlt“, merkt Kaltz an.

Der östliche Umgestaltungsbereich der neuen Ortsmitte, in dem ein Lidl-Markt inklusive Parkplatz entstehen soll, wird in der Alternativplanung nicht verändert – was aber nicht heißt, dass das Vorhaben bei der Anwohnerinitiative auf Gegenliebe stößt. Aber die Gruppe wolle auch realistisch in ihren Forderungen bleiben, die geplante große Discounterfiliale nun noch infrage zu stellen, sei wohl schlichtweg vermessen. Auch die bisher bei den Wohngebäuden angedachte Bauweise mit drei Etagen plus Staffelgeschoss wurde im Planentwurf der Gruppe beibehalten. Dennoch möchten Kaltz, Krehahn und Meyerhuber betont haben, dass sich Gebäude mit einer Etage weniger deutlich besser mit dem Ortsbild vereinbaren lassen. „Das passt einfach nicht zur Ortsmitte“, sagt Meyerhuber zur Planung des Investors.

Mehr als 200 Unterschriften gesammelt

Mit ihrem Alternativentwurf sind die drei engagierten Oytener auf viel positive Resonanz bei anderen Bürgern gestoßen. Auf einer Protest-Unterschriftenliste gegen die Planung des Investors stehen inzwischen schon mehr als 200 Namen. „Dabei sind wir nicht einmal offensiv gewesen, teilweise sind uns die Unterschriften so zugeflogen“, erzählt Meyerhuber.

Doch wie geht es weiter? Die Gestaltungsplanung zur neuen Ortsmitte in Oyten wurde noch einmal als Diskussionspunkt zurück in die Fraktionen verwiesen. „Wir möchten mit den Politikern weiterhin konstruktiv ins Gespräch gehen“, sagt Krehahn. Bei einigen Fraktionssitzungen haben die drei auch schon dabei sein dürfen. „Ohnehin geht es nur versöhnlich“, ist Kaltz überzeugt, dass es nichts bringen würde, einfach nur drauflos zu poltern. Die Erwartungshaltung sei nun, dass der Investor nach den Sommerferien eine überarbeitete Planung vorlegt, in die hoffentlich auch die Anregungen auch dem Alternativentwurf einfließen. „Und wir erwarten, dass dieser Plan dann noch einmal öffentlich vorgestellt wird“, sagt Kaltz.

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