Fördermittel winken Mehr Sirenen: Gemeinde Oyten rüstet für den Ernstfall auf

Die Gemeinde Oyten verfügt aktuell nur über sechs Sirenen, die bei einer Notsituation Alarm schlagen könnten. Das soll sich ändern: Ein neues Sirenenkonzept sieht insgesamt 16 Standorte vor.
10.01.2022, 14:48
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Mehr Sirenen: Gemeinde Oyten rüstet für den Ernstfall auf
Von Marius Merle

Aktuell erleben in Deutschland Sirenen als Warnmittel für die Bevölkerung im Fall einer Notsituation eine Renaissance. Denn spätestens die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat auf tragische Art gezeigt, dass moderne Alternativen wie Benachrichtigungen über SMS oder via App längst nicht alle Menschen erreichen und Lautsprecherwagen oft nicht schnell genug warnen können. Daher rüsten Städte und Gemeinden bei den Sirenen nun vermehrt wieder auf, im Landkreis Verden haben fast alle Kommunen inzwischen schon beschlossen, ihre Sirenen zu modernisieren beziehungsweise auszutauschen. Nur in der Gemeinde Oyten fehlt ein solcher Beschluss noch, soll nun aber noch in diesem Monat erfolgen.

Feuerwehrausschuss tagt

Mit einem neuen Sirenensystem befasst sich der Feuerwehrausschuss am 18. Januar in öffentlicher Sitzung ab 19.30 Uhr im Rathaussaal, bevor dann der Verwaltungsausschuss am 24. Januar hinter geschlossenen Türen final darüber befindet. Aktuell gibt es im Oytener Gemeindegebiet noch sechs alte Sirenen, die bei einer Notsituation Alarm schlagen könnten – drei befinden sich in Bassen (Große Straße, Feldstraße und Dohmstraße), zwei in Oyten-Süd (Nachtigallstraße und Thünen) und eine in Oyten-Nord (Lindenstraße). Dieses Sirenennetz soll erheblich ausgebaut werden. In der ersten Grobplanung des Ingenieurbüros Bergmann Engineering GmbH, die im vergangenen September vorgestellt worden war, wurden 22 Standorte genannt. "Diese Grobplanung wurde verwaltungsseitig – und in enger Abstimmung mit der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle des Landkreises Verden – weiterentwickelt und auf 16 Sirenen reduziert", lässt die Oytener Verwaltung wissen.

Es wird davon ausgegangen, dass jeweils acht Sirenen als freistehende Mast-Errichtung und acht Sirenen in Dach-/Gebäudemontage für die Gemeinde benötigt werden. Sollte die Politik nun den Beschluss über dessen Aufstellung fassen, plant die Verwaltung, "die Vorzüge der interkommunalen Zusammenarbeit auszuschöpfen". Mit der Stadt Verden, dem Flecken Ottersberg sowie der Gemeinde Dörverden wird über
die zentrale Vergabestelle des Landkreises Verden ein gemeinsames Vergabeverfahren angestrebt. In den diesjährigen Oytener Haushalt sollen 300.000 Euro für das Vorhaben aufgenommen werden – wobei die Kosten noch abweichen können, zum Beispiel abhängig vom Beschallungsplan. Dieser ist momentan nämlich noch in der Erstellung.

Landkreis reagierte schnell

Die Gemeinde Oyten muss die Finanzierung aber nicht komplett selbst tragen. Da "Sirenen als Warnmittel in der Bevölkerung nach wie vor einen hohen Stellenwert besitzen", wie es vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport heißt, wird der Ausbau der Sirenennetze durch den Bund in den Jahren 2021 und 2022 mit bis zu 88 Millionen Euro unterstützt. Da der Landkreis Verden im vergangenen Herbst schnell reagierte und kurzfristig einen Förderantrag stellte, bekam er für 2021 eine Fördersumme von etwas mehr als einer Millionen Euro zugesprochen. Das entspricht immerhin mehr als einem Viertel der gesamten Landesförderung für 2021.

Jedoch müssen die Mittel nun auch bis zu diesem Jahresende abgerufen werden, weshalb die Kommunen wie Oyten unter Zugzwang stehen und der nun ausstehende politische Beschluss dringend notwendig ist, um alles rechtzeitig in die Wege zu leiten. Grundsätzlich haben die 16 Oytener Sirenen ein Förder-Antragsvolumen von rund 225.000 Euro. Wie viel die Gemeinde aber erhalten wird, muss abgewartet werden. "Der Verteilungsschlüssel vom Landkreis Verden an die Städte und Gemeinden ist derzeit noch nicht festgelegt", heißt es aus dem Rathaus. Es sei jedoch laut Auskunft des Landkreises davon auszugehen, dass Oyten "mindestens eine fünfstellige Fördersumme" erhalten wird.

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