Geschäftsbericht „Nepal ist nicht nur der Mount Everest“

Anja Töpfer aus Oyten hat schon viele Regionen der Welt besucht. Besonders angetan hat es ihr dabei Nepal, sodass daraus ein Geschäftsmodell entstand. Töpfer vermittelt Reisen in das südasiatische Land.
22.07.2019, 16:45
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
„Nepal ist nicht nur der Mount Everest“
Von Marius Merle

In diesem Jahr war Anja Töpfer noch nicht in Nepal. Während diese Tatsache für den deutlichen Großteil der Deutschen den Normalfall darstellt, ist es für die Oytenerin schon etwas Besonderes. Mehrfach im Jahr macht sie sich auf den Weg in das südasiatische Land, das vor allem für seine zahlreichen hohen Berge im Himalaja bekannt ist, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Denn auf dem neuesten Stand zu sein, ist für sie und ihre Arbeit essenziell. Töpfer ist Geschäftsführerin von „enjoy-Nepal“, einem Reisevermittlungsbüro aus Oyten, das ausschließlich Reisen nach Nepal anbietet.

Eigentlich kommt Töpfer aus dem Hotelfachgewerbe, zur Unternehmensgründung sei es eher „per Zufall“ gekommen. Nach einer von damals zahlreichen Reisen nach Südostasien mit ihrem Mann konnte das Paar auf dem Rückflug einen Blick auf den Mount Everest werfen – und beschloss, dorthin die nächste Reise zu unternehmen. Schon drei Wochen später war es soweit. „Das war 2006, da war noch Bürgerkrieg in Nepal“, berichtet Töpfer von der damals schwierigen Situation vor Ort. Dennoch reifte beim Aufenthalt die Idee eines Geschäftsmodells, sodass 2007 „enjoy-Nepal“ ins Leben gerufen wurde.

In Oyten schmeißt Töpfer die Geschäfte von ihrem Wohnhaus aus weitestgehend alleine, nur eine Kollegin hilft hin und wieder aus. Das zweite Büro des Unternehmens ist in Nepals Hauptstadt Kathmandu, dort arbeitet die Oytenerin mit einem Familienbetrieb mit mehreren Dutzend Mitarbeitern zusammen. „Wir sind schon relativ gut vernetzt“, ist Töpfer, die für den dortigen Betrieb den ganzen deutschsprachigen Raum bedient, durchaus stolz darauf, was in den vergangenen Jahren aufgebaut werden konnte.

Steigende Zahlen

Insgesamt gebe es, was den Tourismus in Nepal angeht, auch eine klare Tendenz: „Es wird immer mehr.“ Seit einiger Zeit kommen zusätzlich zu den westlichen Touristen etwa immer mehr Menschen aus China, Singapur und Indien. Einen großen Einbruch bei den Buchungszahlen musste Töpfer in der knapp zwölfjährigen Unternehmensgeschichte aber auch schon überstehen – verursacht durch höhere Gewalt. „2015 gab es ein schweres Erdbeben in Nepal, das ist natürlich der Worst Case“, erinnert sie sich zurück. Viele Reisevermittler hätten das darauf folgende tourismusschwache Jahr nicht überstanden. „Wir haben das insgesamt aber ganz gut rumgekriegt.“

Verlassen könne sich Töpfer auch auf Stammkunden. „Wir haben welche, die seit elf Jahren jedes Jahr wieder dorthin wollen.“ Grundsätzlich am Beliebtesten seien die „normalen Trekkingtouren“ – jene, bei denen die Schlafhöhe unter 3000 Metern liegt. Diese sind auch für Einsteiger gut geeignet. Touren auf den fast 9000 Meter hohen Mount Everest werden von ihr nicht mehr angeboten. „Das haben wir früher gemacht, es ist aber einfach zu gefährlich“, erklärt Töpfer, wieso sie als Reisevermittler keine Menschen mehr auf den höchsten Berg der Erde bringt. Touren zum Everest-Basiscamp, das auf rund 5500 Metern Höhe liegt, gehören aber zum Portfolio und werden auch gerne gebucht. „Gerade im Everest-Gebiet gibt es ganz viele tolle Ausblicke“, sagt Töpfer.

Doch die Oytenerin möchte auch betont haben: „Nepal ist nicht nur der Mount Everest.“ Es gebe viele abgelegene Regionen, in denen sich hervorragende Trekkingtouren – auch abseits der Tourismusströme – machen lassen. Und wer gerne Tiere in wilder Umgebung sehen möchte, der bekomme dazu in dem Land auch einige Möglichkeiten. „Bengalische Tiger, Nashörner, Krokodile, Elefanten“, zählt Töpfer nur einige von ihnen auf. Gerade weil viele der Angebote von „enjoy-Nepal“ Einstiegstouren sind, leiste sie am Anfang bei neuen Kunden auch viel Aufklärungsarbeit, um die Vielfältigkeit zu betonen. Von 18 bis 84 Jahren sei die Kundschaft schon gewesen, eine ziemlich große Bandbreite also.

Es bewegt sich viel vor Ort

Momentan ist es in Nepal touristisch relativ ruhig. Denn in den Sommermonaten bringt der Monsun viel Regen mit sich. Aber im September beginnt dann langsam die Herbstsaison. „Dann muss ich spätestens auch das nächste Mal hinfliegen“, erzählt Töpfer und erwartet wieder einige Veränderungen. Und das, obwohl sie dann nur einige Monate nicht da gewesen ist. „Doch es passiert soviel dort, das ist schon spannend“, betont sie, auch nach den all den Jahren immer wieder gerne nach Nepal zu reisen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+