Großeinsatz in Oyten Großeinsatz mit glimpflichem Ende

Ein Wohnungsbrand in einem großen Wohnblock an der Bergstraße in Oyten hat am Donnerstagnachmittag für einen Großeinsatz gesorgt. Der Brand war schnell gelöscht, drei Menschen erlitten Rauchgasvergiftungen.
10.12.2020, 16:23
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Großeinsatz mit glimpflichem Ende
Von Lars Köppler

Ein angebranntes Sofa steht als stummer Zeuge des Großeinsatzes auf der Rasenfläche vor dem großen Wohnkomplex. Zahlreichen Bewohnern eines Mehrparteienhauses an der Bergstraße in Oyten ist zum Ende des ohnehin schwierigen Corona-Jahres 2020 am frühen Donnerstagnachmittag noch einmal ein gehöriger Schrecken in die Glieder gefahren. Doch der Wohnungsbrand im Erdgeschoss des Gebäudes, zu dem eine ganze Armada an Sanitätern, Feuerwehrleuten und Polizeibeamten ausgerückt war, entpuppte sich als weniger dramatisch als es das im ganzen Ort deutlich hörbare Sirenengeheule zunächst vermuten ließ. Drei leicht verletzte Menschen, die wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt werden mussten, lautete schließlich die Bilanz nach dem insgesamt rund 90-minütigem Einsatz.

Gegen 13.30 Uhr war der Alarm der Stufe 3, der das Szenario eines sogenannten Massenanfalls von Verletzten – kurz MANV – beschreibt, bei den Einsatzkräften vom Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei eingegangen. Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge waren in einer Wohnung im Erdgeschoss des Mehrparteienhauses ein Sofa und mehrere Einrichtungsgegenstände durch einen Adventskranz in Brand geraten. „Der Klassiker unter den Bränden“, wie es Polizei-Einsatzleiter Josef Soika in einer ersten Analyse kurz und bündig beschrieb. Die 52-jährige Bewohnerin, die schließlich eine Rauchgasvergiftung erlitt, habe noch versucht, das Feuer selber zu löschen. Doch weil ihr dies nicht gelang, habe sie die Feuerwehr alarmiert.

In kürzester Zeit waren die Polizei mit vier Fahrzeugen, der Rettungsdienst mit fünf Wagen und einem Notarzt sowie die Feuerwehr aus Oyten mit sechs, die Brandschützer aus Bassen mit drei und die Berufsfeuerwehr Bremen ebenfalls mit drei Fahrzeugen sowie einer Drehleiter vor Ort. Nur wenige Minuten brauchten die Kameraden nach Angaben von Kreisfeuerwehrsprecher Frederik Boie, um den Brand zu löschen. „Der erste Trupp ist unter Atemschutz in das Gebäude gegangen“, berichtete Boie, der sich zufrieden mit dem Ergebnis und dem letztlich glimpflichem Ausgang des Großeinsatzes zeigte. Weil es sich aber um einen großen Wohnblock mit zahlreichen Wohneinheiten handelte, war der Einsatz mit dem Löschen des Brandes noch nicht erledigt. Um die giftigen Gase aus dem Haus zu bekommen, mussten das Treppenhaus und die einzelnen Wohnungen ausgiebig gelüftet werden. „Es hätte schlimmer ausgehen können, die Wohnung ist nicht unbewohnbar“, lautete derweil das Fazit von Boie.

Boie weiter: „Brandrauch und Feuer kann in großen Gebäuden den Fluchtweg für die Bewohner versperren. Dann wird es gefährlich und die zahlreichen Einsatzkräfte wären tatsächlich nötig gewesen.“ Dieses Szenario trat jedoch nicht ein, denn alle Hausbewohner konnten das Gebäude selbstständig verlassen. Und während die rund 50 Feuerwehrleute und 20 Rettungsdienstmitarbeiter sich nach etwas mehr als einer Stunde vom Ort des Geschehens entfernen durften, liefen die Ermittlungen der Polizei zur Brandursache an. Zwar sei laut Einsatzleiter Josef Soika schnell klar gewesen, dass der Adventskranz den Brand ausgelöst hatte und damit ein Fall von fahrlässiger Brandstiftung vorlag, dennoch musste die speziell geschulte Tatortgruppe sich vor Ort ein Bild machen. Über die genaue Höhe des Schadens konnten die Beamten derweil am Donnerstagnachmittag noch keine Angaben machen.

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