Verkehrssicherheit an der Pestalozzistraße

Dauerhafte Sperrung für Elterntaxis in Oyten

Die Evaluation nach dem Feldversuch im Januar ist abgeschlossen: Die Gemeinde Oyten hat eine langfristige Lösungsidee für mehr Verkehrssicherheit an der Pestalozzistraße entwickelt.
07.07.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Dauerhafte Sperrung für Elterntaxis in Oyten
Von Marius Merle
Dauerhafte Sperrung für Elterntaxis in Oyten

Ein solches Kommen und Gehen von Autos, während die Kinder und Jugendlichen zur Schule gehen, soll es an der Pestalozzistraße zukünftig nicht mehr geben.

Michael Galian

Eine finale Entscheidung rund um das Problem „Elterntaxis“ an des Pestalozzistraße in Oyten steht bevor. Denn direkt vor den Sommerferien beschäftigt sich die Politik in Oyten in einer gemeinsamen Sitzung des Kitas- und des Schulausschusses am Dienstag, 14. Juli, mit dem Thema, welches nicht erst durch einen bundesweit beachteten Feldversuch Anfang des Jahres viele Oytener Gemüter erhitzt. Nun hat die Verwaltung einen konkreten Plan erarbeitet, wie zukünftig dauerhaft mehr Verkehrssicherheit an der Straße, an der eine Kita, eine Grundschule und die IGS liegen, für Kinder und Jugendliche geschaffen werden kann.

Schon seit vielen Jahren ist dies ein großes Anliegen der Verwaltung und der Politiker in Oyten. Um endlich Bewegung in die Sache zu bringen, war im Januar als Testbetrieb die Straße für zwei Wochen lang für alle Eltern gesperrt worden. „Mit der Sperrung sollte durch die erhebliche Verkehrsreduzierung eine bessere Sicherheit für die Kinder und Schüler erreicht werden“, fasst die Verwaltung nochmals zusammen. Diese Zielsetzung erfüllte sich ohne Zweifel, aber es ergaben sich auch einige Probleme, etwa das verstärkte Fahrzeugaufkommen und das wilde Parken in der Lindenstraße. Nach dem Testbetrieb erfolgte eine umfassende Evaluierung der Ergebnisse, so gab es etwa Elternabende an der Kita und den Schulen, eine Bewertung der Polizei und ein Gutachten der extra beauftragten Ingenieurgemeinschaft Dr.-Ing. Schubert aus Hannover.

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Unter Berücksichtigung all dieser Rückmeldungen ist nun eine langfristige Lösungsidee entstanden, über die die Politik nun zu befinden hat. "Das Verständnis für eine Sperrung der Pestalozzistraße ist grundsätzlich vorhanden", heißt es im Fazit des genannten Gutachtens. Deshalb möchte die Gemeinde die Straße auch dauerhaft für Elterntaxis sperren. Jedoch sollten die Kita-Eltern eine Ausnahmegenehmigung erhalten, da die Kinder laut Gutachten "den Weg zwischen Lindenstraße und Kita nicht alleine zurücklegen können". Um ein Verkehrschaos in der Lindenstraße bei einer Sperrung der Pestalozzistraße zu verhindern, ist es zudem notwendig, „Kiss & Ride“-Zonen für kurzzeitiges Parken zu schaffen.

So plant die Verwaltung, im Anschluss an die nördliche Wohnbebauung in der Lindenstraße auf der Westseite eine Wendeschleife und zusätzliche Parkplätze zu errichten. Hierzu ist eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig. Die Kosten der Baumaßnahme und Änderung des Bebauungsplanes betragen laut Verwaltung etwa 210 000 Euro. Eine weitere Kiss & Ride-Zone stehe auf dem Parkplatz an der Sportanlage Stader Straße zur Verfügung. Eben jener Parkplatz soll künftig auch den IGS-Schülern genutzt werden, sie erhalten keine Ausnahmegenehmigung. Damit der Weg vom Parkplatz zur Schule sicherer wird, soll aber die Beleuchtung in diesem Bereich verbessert werden. Kosten dafür laut Gemeinde: etwa 22 000 Euro.

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Die Pestalozzistraße soll nur während der Kernbring- und Abholzeiten gesperrt werden. Konkret sieht die Verwaltung auch auf Raten der Polizei folgende Zeiten vor: werktags von 7.15 bis 8.15 Uhr und von 12 bis 15.30 Uhr. Angestrebt wird die Sperrung durch das Einrichten von Schranken. Eine soll im Bereich Pestalozzistraße/Lindenstraße – und zwar einige Meter in die Pestalozzistraße hinein – aufgebaut werden, eine weitere vor dem Überweg von der Parkplatzanlage an der Stader Straße. „Hierdurch können die Elterntaxis dann nicht mehr aus Richtung Ortsmitte bis zur Grundschule vorfahren“, erklärt die Gemeinde den Sinn dahinter.

Installiert werden sollen Schranken mit einer „Kennzeichenöffnung“. Kostenpunkt jeweils 15 000 Euro. Diese Technologie erkennt die Kennzeichen der ankommenden Fahrzeuge und gibt bei einer Berechtigung den Weg frei. Die Verwaltung weist aber auch darauf hin, dass diese Lösung „einen Verwaltungsaufwand mit sich bringt, da alle Kennzeichen erfasst werden müssen“ – nicht nur die der Lehrkräfte oder der Kita-Eltern, sondern auch etwa von Müllfahrzeugen, dem Rettungsdienst, Handwerkern oder Besuchern.


Die gemeinsame Sitzung der beiden Ausschüsse ist öffentlich und beginnt um 18 Uhr in der Sporthalle der IGS.

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