Kinderbetreuung in Oyten

Platz in den Kitas reicht nicht mehr

Um den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für alle angemeldeten Kinder zu erfüllen, muss die Gemeinde Oyten in diesem Jahr eine weitere Gruppe schaffen. Auch im Kindergartenbereich soll sich etwas tun.
17.02.2019, 15:46
Lesedauer: 3 Min
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Platz in den Kitas reicht nicht mehr
Von Marius Merle
Platz in den Kitas reicht nicht mehr

683 Betreuungsplätze im Kindergarten- und Krippenbereich bietet die Gemeinde Oyten in den sieben Kitas aktuell. Doch ab dem Sommer wird diese Zahl nicht mehr ganz ausreichen, um den Bedarf zu decken.

ARNO BURGI/DPA

Die Oytener Verwaltung hatte es schon befürchtet, nun ist es nach dem Ende der Anmeldezeit für das Kindergartenjahr 2019/2020 Gewissheit: Die zur Verfügung stehenden Betreuungsplätze in den sieben Kitas der Gemeinde reichen nicht aus. Das geht aus den veröffentlichten Zahlen in den Unterlagen für die nächste Sitzung des Kita-Ausschusses am Mittwoch, 27. Februar, hervor. Dramatisch ist die Situation jedoch auch nicht. Insgesamt fehlen 13 Krippenplätze, wodurch die Gemeinde zum Handeln gezwungen ist. Im Bereich der Kindergartenkinder würden die vorhandenen 473 Plätz sogar reichen, doch auch hier schlägt die Verwaltung vor, in diesem Jahr zusätzlichen Platz zu schaffen.

Um für alle angemeldeten Krippenkinder den rechtlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz zu erfüllen, reicht es in diesem Jahr, eine zusätzliche Gruppe für 15 Kinder einzurichten. „Vorgeschlagen wird, die Krippengruppe an die katholische Kindertagesstätte St. Paulus anzugliedern“, heißt es von der Gemeinde. Dafür seien jedoch noch Gespräche mit der katholischen Kirchengemeinde St. Matthias in Achim als Träger der Einrichtung zu führen. Um auch für das Kita-Jahr 2020/2021 schon vorbereitet zu sein, für das die Verwaltung eine weitere fehlende Krippengruppe prognostiziert, soll nun auch schon frühzeitig damit begonnen werden, ein Wohnhaus zur Anmietung zu suchen, in dem eine Gruppe sozusagen in einer Außenstelle untergebracht wäre.

Vollbelegung verhindern

Im Kindergartenbereich würden nach aktuellem Stand ab dem kommenden Sommer vier Plätze frei bleiben. Diese sind laut Verwaltung aber zunächst ausschließlich in der Kita Sagehorn für Kinder frei zu halten, „deren Antrag auf Verlängerung der Integration noch bearbeitet wird“. Alle anderen Gruppen wären dann voll belegt, auch in der Kita am Berg, wo in der Vergangenheit eine Reduzierung der Gruppengrößen erreicht werden konnte, müssten dann wieder 25 Kinder pro Gruppe betreut werden.

Daher schlägt die Gemeinde vor, „dass zur Entlastung aller Kindertagesstätten in Oyten und um mögliche spätere Anmeldungen berücksichtigen zu können, die zweite Kindergartengruppe in der Kita Oyter Mühle bereits zum 1. August eingerichtet wird“. In der Einrichtung hatte zur Eröffnung im vergangenen Jahr neben den drei Krippengruppen zunächst nur eine von zwei möglichen Kindergartengruppen den Betrieb aufgenommen. Durch die Einrichtung einer weiteren Gruppe dort könnte nach Begründung der Verwaltung auch vermieden werden, „dass Kinder, die bereits in den Übergangsgruppen betreut wurden, dann im Sommer 2018 den Umzug in die neue Kita mitgemacht haben, erneut die gewohnte Umgebung verlassen müssten“.

Natürlich hätten diese Maßnahmen Kosten für die Gemeinde zur Folge, die bisher noch nicht in den Haushalt 2019 eingestellt sind und daher überplanmäßig zur Verfügung gestellt werden müssten. Für die Einrichtung einer weiteren Krippengruppe in einem angemieteten Wohnhaus würden bauliche Kosten in Höhe von rund 135 000 Euro entstehen, wie die Verwaltung kalkuliert. Hinzu kommen natürlich zusätzliche laufende Kosten vor allem für das Personal, aber auch für die Miete oder die Verpflegung der Kinder. Insgesamt geht die Gemeinde abzüglich der Einnahmen durch Betreuungsgebühren und Zuschüsse für die nahe Zukunft von einem jährlichen Zuschussbedarf von etwa 60 000 Euro pro Gruppe aus.

Politik ist gefragt

Im Kindergartenbereich sind diese Kosten noch einmal deutlich höher. Hier kalkuliert die Gemeinde Oyten mit jährlichen Mehrausgaben von rund 100 000 Euro pro Gruppe. Die Einrichtung einer zweiten Kindergartengruppe in der Kita Oyter Mühle würde hingegen nicht mehr allzu hoch zu Buche schlagen. Die Verwaltung schätzt die Kosten dafür auf 20 000 Euro.

Nun liegt es an der Politik, die Vorschläge aus dem Rathaus zu diskutieren. Die Sitzung des Kita-Auschusses am 27. Februar beginnt um 19.30 Uhr im Sitzungsraum des Rathauses. Außerdem auf der Agenda stehen dann die Sprachförderung in Oytener Kindertagesstätten und ein Antrag der Altenpflegeeinrichtung Lueßen auf Bezuschussung der dortigen Großtagespflege für Kinder.

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