Sammlung historischer Aufnahmen

Sagehorn in alten Ansichten

Damit die Sagehorner Historie bildhaft in Erinnerung bleibt, haben es sich Mitglieder der Dorfgemeinschaft „Wir Sagehorner“ zur Aufgabe gemacht, ein großes Bildarchiv alter Schnappschüsse anzulegen.
29.01.2019, 15:21
Lesedauer: 2 Min
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Sagehorn in alten Ansichten
Von Marius Merle
Sagehorn in alten Ansichten

Das Bahnhofsgebäude, hier eine Aufnahme um 1936, steht noch immer – verfällt aber zusehend, weil sich kein Investor findet.

Hugo Robin

Es ist viele Jahrzehnte her, da war Sagehorn eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. So gab es dort durch die zahlreichen Gaststätten eine richtige Kneipenszene, die auch stets viele Besucher aus Bremen in die Nachbarschaft lockte. Geblieben ist davon nichts. Das gilt auch für manch anderes in Sagehorn, etwa den ehemaligen Fußballklub, die temporär eingerichtete Feuerwehr, die vielen Eisenbahnervereine oder die Mühle, die zum Ende im Zweiten Weltkrieg noch als Flakstellung diente. Damit diese bewegte Zeit in der Sagehorner Historie auch für die folgenden Generationen bildhaft in Erinnerung bleibt, haben Mitglieder der Dorfgemeinschaft „Wir Sagehorner“ nun ein Projekt gestartet: den Aufbau einer Sammlung historischer Schnappschüsse.

"Wir wollen verhindern, dass Überliefertes in Vergessenheit gerät. Wir wollen dem, was unser Dorf ausmacht, ein Gesicht geben, es transparent und, mit entsprechendem Bildmaterial, anschaulich machen für Alt und Jung, für Alteingesessene wie für Neubürger“, so beschreiben Peter Köster und Gunther Theis, beide in Sagehorn lebend und aufgewachsen, das Ziel. Dem Motto folgend „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ beschäftigen sie sich bereits seit Jahren mit der Sammlung, Kategorisierung und Archivierung alter Fotos, Urkunden oder Textdokumente. So wurden in der Vergangenheit zahlreiche, vornehmlich ältere Mitbürger aufgesucht und nach geeignetem Bildmaterial befragt.

Bitte um Mithilfe der Bürger

Auf diese Weise entstand bereits eine beeindruckende Sammlung, mit der sich verschiedene Themenbereiche wie etwa das dörfliche Vereinsleben, das Schulwesen, Landschaft und Umgebung, Häuser und Straßen, Jagd und Fischerei, Feiern und Feste, Bahn, Gastronomie und Persönlichkeiten eindrucksvoll dokumentieren lassen. „Unsere Arbeit ist noch nicht vorbei. Sie lebt von der Unterstützung und Zuarbeit durch die Bevölkerung", hoffen Köster und Theis, dass ihnen weitere historische Fotos zur Verfügung gestellt werden. Sie sind sich sicher, dass noch eine große Menge an wertvollem Bildmaterial in alten Fotoalben oder Schuhkartons lagert, welches bewahrt werden sollte und das Archiv weiter vervollständigen könnte.

Alle eingereichten Fotos werden nach entsprechender Sichtung und Bewertung digitalisiert, sodass die Originalaufnahmen vollständig an die jeweiligen Eigentümer zurückgehen. Neben der Archivierung des Bildmaterials soll dieses mittelfristig der Öffentlichkeit, etwa in Form von Jahreskalendern oder im Rahmen öffentlicher Fotopräsentationen, zugänglich gemacht werden. Angedacht ist laut Köster und Theis zudem die Erstellung eines käuflich zu erwerbenden Bildbandes, welcher den Titel „Sagehorner Bilderbuch“ tragen könnte.

Geschichtslesebuch in Arbeit

Parallel dazu läuft bei der Dorfgemeinschaft weiterhin die Arbeit am Geschichtslesebuch für Sagehorn. Einer Art Chronik, in der historische Fakten, gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren, aber auch Anekdoten und Prosatexte Platz finden sollen. Die Idee entstand vor etwa vier Jahren, inzwischen sei laut Arbeitsgruppenmitglied Hermann Wahlers etwa drei Viertel des Buchinhaltes zusammengetragen. In welcher Form dieses nachher veröffentlicht wird, stehe noch nicht fest. „Aber unser Anspruch ist, die Geschichte erst einmal auf Papier zu bringen, damit diese nicht verloren geht“, sagt Wahlers.

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