Eine App für Kita-Eltern

Schwarzes Brett 2.0

Seit rund vier Monaten informiert die Kita Pestalozzistraße die Eltern durch eine extra entwickelte App über alles Wissenswerte aus dem Alltag der Einrichtung. Die Akzeptanz ist dabei gewaltig.
18.02.2020, 15:34
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Schwarzes Brett 2.0
Von Marius Merle
Schwarzes Brett 2.0

Ein kurzer Blick aufs Smartphone und schon sind Eltern der Kita Pestalozzistraße in Oyten über Neuigkeiten informiert.

Christin Klose/DPA

Das Smartphone ist aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Mithilfe des Gerätes wird nicht nur kommuniziert, viele nutzen es auch, um sich über alles für sie Wissenswerte zu informieren. Da liegt es auf der Hand, dass es auch für Kindertagesstätten prinzipiell der leichteste und vor allem schnellste Weg ist, den Eltern auf digitale Weise wichtige Infos zukommen zu lassen. Daher wurde an der Kita Pestalozzistraße in Oyten im vergangenen Oktober versuchsweise die App „Zwergen-Network“ eingeführt, über die Eltern seitdem stets auf dem Laufenden gehalten werden.

Damit befindet sich die Kita laut Daniel Moos von der Gemeindeverwaltung „auf einem ganz neuen Weg“. Denn diese Form der Informationsverbreitung sei für solche Einrichtungen noch relativ wenig verbreitet. „Die genutzte Software wurde daher extra für die Kita nach ihren Vorstellungen entwickelt“, erklärt Moos. Und die Akzeptanz der Eltern, für die die Nutzung natürlich freiwillig ist, ist von Beginn an gewaltig. Wie Kitaleiterin Susanne Büssenschütt erzählt, nutzen Eltern von 93 der 96 Kinder der Einrichtung die App.

Schnellere Kommunikation

Auf die Idee für das Angebot war man gekommen, weil die Kita aus zwei Gebäuden besteht und über drei Eingänge verfügt und somit oftmals die Frage gewesen sei, an welchem Schwarzen Brett welche Infos positioniert werden sollen. Die App schaffe es nun laut Büssenschütt, „schnelle und übersichtliche Informationen für die Eltern“ zu bieten und sei daher ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung und -verbesserung. Unter anderem können die Nutzer der App über die Kalenderfunktion wichtige Ereignisse überblicken, die Info-Briefe abrufen oder die Essenspläne ansehen. Auch von der Kita initiierte Umfragen sind möglich.

Besonders großen Nutzen habe die App bisher aber bei kurzfristig einzurichtenden Notdiensten bewiesen, wie Büssenschütt berichtet. Wenn dies bisher aufgrund von Erkrankungen der Erzieherinnen notwendig gewesen ist, so habe man am Morgen alle Eltern einzeln anrufen müssen. „Das war unglaublich zeitintensiv“, betont die Kitaleiterin. Nun könne die Information vielleicht sogar schon am Abend zuvor über die App kommuniziert werden, die Eltern können sich besser darauf einstellen und die ohnehin schon in einem solchen Fall personell gebeutelte Kita spart Ressourcen.

Service kommt gut an

Auf lange Sicht sollen durch die App auch natürliche Ressourcen gespart werden. Momentan werden auch die Schwarzen Bretter noch bestückt, aber wenn irgendwann nicht nur rund 97, sondern 100 Prozent der Eltern das neue Angebot nutzen, könnte einiges an Papier gespart werden. Von den Eltern wird der Service „als sehr angenehm angesehen“, fasst Cynthia Schwiebert, Vorsitzende des Gemeindeelternrates der Kitas, das bisherige Feedback zusammen.

Gezahlt hat die Kita die Entwicklung und bisherige Nutzung zu laut Moos „überschaubaren Kosten“ aus dem laufenden Etat. Nach der erfolgreichen Testphase sei nun geplant, die App auch in den weiteren Kitas der Gemeinde einzuführen. Wobei Moos in diesem Zusammenhang anmerkt, dass dies natürlich nur Sinn mache, „wenn das ganze Team dahinter steht“. Es sei klar, dass manche Erzieherinnen dieser digitalen Informationsplattform gegenüber aufgeschlossener sind, als andere. Eine Sorge möchte Büssenschütt aber auch diesbezüglich nehmen: „Die App soll die persönlichen Gespräche mit Eltern natürlich nicht ersetzen.“

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+