Zwei Todesopfer

Tödlicher Schwelbrand in Oyten

In Oyten sind am Montagmorgen zwei Personen leblos in ihrem Haus gefunden worden. Zuvor war es dort zu einem Schwelbrand mit Bildung von tödlichem Kohlenmonoxid gekommen.
23.11.2020, 17:37
Lesedauer: 2 Min
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Tödlicher Schwelbrand in Oyten
Von Marius Merle

Ein dramatischer Vorfall hat sich in den Morgenstunden des Montags in Oyten ereignet. Eine Frau fand ihre Eltern bei einem Besuch in ihrem Reihenhaus an der Hammestraße leblos vor, nachdem es dort zuvor zu einem Schwelbrand gekommen war. Der alarmierte Rettungsdienst konnte nur noch den Tod der beiden Senioren – eine 86-Jährige und ein 85-jähriger Mann – feststellen.

Die Freiwillige Feuerwehr Oyten rückte mit rund 20 Einsatzkräften an. Wie Pressesprecher Tobias Schone berichtet, gab es für die Kameraden aber vergleichsweise wenig zu tun. „Wir sind mit Atemschutz rein, haben die Personen gefunden, das Gebäude belüftet und sind direkt wieder raus“, schildert er. Löscharbeiten mussten keine verrichtet werden, denn bei einem Schwelbrand kommt es nicht zu einer Feuerbildung.

Als Folge entstehen brennbare Gase und Dämpfe sowie un- oder teilverbrannte Folgeprodukte, von denen viele als stark giftig oder krebserregend gelten. Ein Brandfolgeprodukt des Kohlenstoffes ist das giftige Kohlenstoffmonoxid, welches den Einschätzungen von Schone auch zum Tode der beiden Bewohner geführt haben dürfte. Wie lange es dauert, bis nach einem kleinen Schwelbrand die Raumluft extrem toxisch ist, könne man pauschal nicht sagen, aber nach einer halben bis Stunde könne dieser Zustand schon erreicht sein.

Um in solchen Fällen schwere Folgen zu vermeiden, gilt in Deutschland inzwischen die Vorschrift, Rauchmelder in bestimmten Räumen und Fluren anzubringen. Warum trotz der starken Rauchentwicklung aufgrund des Schwelbrandes kein Rauchmelder Alarm schlug oder ob in dem Reihenhaus überhaupt Rauchmelder angebracht waren, dazu konnte Schone nichts sagen. Wie die Polizei mitteilt, werden die Hintergründe zum Ableben der Personen sowie die zeitlichen Umstände aktuell noch geklärt. Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Verden/Osterholz sowie des Polizeikommissariats Achim haben die Ermittlungen aufgenommen. Durch einen Richter des Amtsgerichts Verden wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Verden eine Obduktion angeordnet. Nach derzeitigem Ermittlungsstand liegen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor.

Der entstandene Schaden wird sich nach Angaben der Beamten auf mehr als 100 000 Euro belaufen. Denn Häuser werden durch einen Schwelbrand nicht selten unbewohnbar, wie Schone aus Erfahrung berichtet. „Der giftige Ruß setzt sich überall fest“, erzählt der Feuerwehrmann. Zu vergleichbaren Einsätzen komme es im Übrigen immer mal wieder. Abgesehen von dem tragischen Ausgang dieses Mal mit zwei Todesopfern sei es „ein Einsatz von der Stange gewesen“. Im vergangenen Sommer etwa habe es in der gleichen Straße nur ein paar Häuser weiter einen vergleichbaren Vorfall gegeben. Damals hatte ein altes Radio angefangen zu schmoren und das Haus durch die giftigen Dämpfe unbewohnbar gemacht. Glücklicherweise waren bei diesem Schwelbrand aber keine Personen zu Schaden gekommen.

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