Neuer Bahnhaltepunkt Sagehorn

Startschuss für Arbeiten erst 2020

Die Verlegung des Bahnhaltepunktes Sagehorn wirft ihre Schatten voraus. Nun hat die Gemeinde Oyten auch erstmals öffentlich gemacht, wie sie sich die neue Umfeldgestaltung vorstellt.
02.05.2019, 16:36
Lesedauer: 3 Min
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Startschuss für Arbeiten erst 2020
Von Marius Merle

Die Planungen im Hintergrund laufen bereits seit einigen Monaten auf Hochtouren, nun hat es die Gemeinde Oyten auch öffentlich gemacht, wie das Umfeld am neuen Bahnhaltepunkt in Sagehorn aussehen soll. Denn obwohl die Deutsche Bahn die Entscheidung getroffen hat, besagten Haltepunkt vom aktuellen Bahnhof rund 800 Meter weiter westlich der Gleise zu verlegen und barrierefrei zu gestalten, ist es Aufgabe der Kommune, die dafür notwendigen neuen sogenannten Verknüpfungsanlagen (Stellplätze für Autos und Fahrräder und Erschließung für den ÖPNV) herzustellen. „Wir legen dabei großen Wert darauf, dass das Umfeld optisch gut gestaltet wird und dass wir das bieten, was es am alten Standort auch gibt“, betont Bürgermeister Manfred Cordes.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass insgesamt drei solcher Anlagen geplant sind – zwei nördlich und eine südlich der Gleise. Pkw-Stellplätze sind dabei ausschließlich im Norden vorgesehen. "Dadurch hoffen wir, Suchverkehre zu vermeiden", erklärt Guido Kahle vom Fachbereich Bauen und Planung. Die erste nördliche Park&Ride-Anlage soll am Schwarzen Weg dort entstehen, wo aktuell noch die Tennishalle steht und Platz für rund 60 Fahrzeuge bieten. Die zweite Parkfläche nördlich der Gleise ist weiter östlich angelegt. Diese wird derzeit noch landwirtschaftlich genutzt. Geplant sind dort weitere 84 Pkw-Stellplätze sowie auch Behindertenparkplätze und Stellplätze für Motorräder und Elektrofahrzeuge – inklusive Ladesäulen.

Auf diesem Areal werden künftig auch die Busse halten. Wie bisher werden die Linien 722 und 745 sowie die Bürgerbusse aus Oyten und Ottersberg den Bahnhaltepunkt anfahren. Aufgrund des zusätzlichen Verkehrsaufkommens wird die Gemeinde Oyten nicht drumherum kommen, den Schwarzen Weg auszubauen. Auf einer Länge von rund 730 Metern soll die Fahrbahn auf sechs Meter verbreitert werden, zudem ist geplant, einen Gehweg anzulegen. Ob und in welcher Höhe es für diese Maßnahme Fördermittel gibt, ist laut Kahle aktuell noch nicht klar.

Infoveranstaltung am 9. Mai

Die Verknüpfungsanlage südlich der Gleise soll rund um die „Villa Rothstein“ an der Sagehorner Dorfstraße entstehen. Wie Axel Junge von der Gemeindeverwaltung erklärt, ist es vorgesehen, das alte Gebäude zu erhalten und wenn möglich zu verkaufen, damit dort Wohnraum entstehen kann. Ein Raum für die Dorfgemeinschaft in der Villa Rothstein sei damit aber nicht zwangsläufig vom Tisch.

Sind die nördlichen Flächen eher funktional gehalten, so wird die südliche Anlage in den Planungsunterlagen nicht umsonst mit "Vorplatz" betitelt. Denn dieser Bereich soll mit Sitzgelegenheiten und Grünflächen zum Aufenthalt einladen. Von der "Gestaltung eines lebendigen öffentlichen Raumes" ist in der Planung die Rede. Nur einige Parkplätze für Kurzparker sind vorgesehen, außerdem wird der Bürgerbus dort eine weitere Haltestation haben. Zudem soll dort der Großteil der Bike&Ride-Plätze entstehen, etwas mehr als 100 Stück (teilweise auch in einer Sammelschließanlage). Einige Fahrradstellplätze sind zudem für die Bereiche an der Tennishalle und der Z-Brücke geplant.

Die Vorplanung kann ab sofort auf der Homepage der Gemeinde Oyten aufgerufen werden, außerdem sind die Unterlagen ab kommenden Montag im Rathaus beim Bauamt für alle Interessierten einsehbar. Eine Bürgerinformationsveranstaltung, bei der auch Fragen gestellt werden können, findet dann am Donnerstag, 9. Mai, ab 19 Uhr im Rathaussaal statt. Die Gemeinde Oyten muss den Förderantrag mit der Planung bis Ende des Monats bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) eingereicht haben.

Obergrenze für Förderung

Das Vorhaben der Gemeinde Oyten wird mit bis zu 87,5 Prozent bezuschusst: 75 Prozent von der LNVG und 12,5 Prozent vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN). Da es jedoch Förderobergrenzen gibt, geht Junge davon aus, dass die Gemeinde für mehr als die Hälfte der Kosten selbst aufkommen muss. Bei einer Gesamtinvestitionssumme von etwa drei Millionen Euro müsste also „weit über eine Million Euro“ aus der Gemeindekasse kommen.

Beim Zeitpunkt der Realisierung ist die Kommune stark auf die Pläne der Deutschen Bahn angewiesen. „Die Arbeiten müssen in Gleichschritt erfolgen“, sagt Cordes. Ursprünglich hatte die Bahn im vergangenen Herbst noch angestrebt, schon in diesem Monat mit den Arbeiten für den neuen Bahnhaltepunkt zu beginnen. Doch inzwischen ist klar, dass „dieses Jahr noch kein Stein bewegt wird“, wie es Junge nennt. 2020 soll es dann aber wirklich losgehen – rund sieben Jahre, nachdem die Bahn den Umzug der Haltestelle ins Auge gefasst hatte.

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