Kosten bereiten Sorgen Straße Am Moor in Oyten: Sanierung beginnt im November

Die Sanierung der Straße Am Moor in Oyten soll Ende November endlich starten. Bei der Gemeinde werden weitere Kostensteigerungen befürchtet.
27.05.2021, 14:33
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Straße Am Moor in Oyten: Sanierung beginnt im November
Von Marius Merle

Das Happy-End nach vielen nervenaufreibenden Jahren für die Anwohner der Straße Am Moor und die Oytener Verwaltung ist in Sicht: Denn die Planung für den Ausbau der Straße steht nun soweit fest, wie das beauftragte Unternehmen Dr. Born - Dr. Ermel GmbH am Mittwochabend im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Umwelt & Gemeindeentwicklung erläutert hat. Die etwas mehr als einen Kilometer lange Straße, deren Asphaltdecke sich seit langer Zeit in einem katastrophalen Zustand befindet, wird demnach auf eine Breite von 5,90 Meter ausgebaut. "Das ist für Lkw-Begegnungsverkehr ausreichend", erläuterte Planer Jens Fiebelkorn. An den Engstellen, die im Straßenverlauf installiert werden, beträgt die Fahrbahnbreite noch 3,50 Meter – was immer noch genügend für große landwirtschaftliche Fahrzeuge sei.

Eigentlich hätte die Straße Am Moor bereits vor vielen Jahren ausgebaut werden sollen. Doch die Anwohner protestierten vehement gegen die drohenden hohen Anliegerbeiträge und so kam die Gemeinde Oyten lange mit dem Projekt nicht voran. Erst die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung zum Jahr 2020 sorgte dafür, dass die Planung endlich vorangetrieben werden konnte. Unklar war zunächst noch gewesen, ob die Straße künftig auch einen parallel verlaufenen Fußweg erhalten soll. Inzwischen wurde aber entschieden, dass auch dieser angelegt wird. Laut Fiebelkorn werde dieser barrierefrei sein und eine Breite von 1,80 bis 2,50 Meter haben.

Haltestellen werden barrierefrei

Der Fachmann nannte noch weitere Details der Pläne: Extra ausgewiesene Stellplätze für Fahrzeuge sind nicht vorgesehen. "Die Pkw sollen bewusst am Rand der Fahrbahn abgestellt werden. Denn Parker stellen eine natürliche Verkehrsberuhigung da." Im gesamten Straßenverlauf gilt übrigens auch nach dem Ausbau weiter Tempo 30. Die bisherigen vier Bushaltestellen Am Moor bleiben bestehen, werden aber barrierefrei ausgebaut. Dafür gibt es auch Fördermittel. "Der Bescheid liegt schon vor", sagte Fiebelkorn. Zwei Unternehmen hätten zudem Interesse bekundet, im Zuge der Arbeiten Glasfaserleitungen oder zumindest die Leerrohre dafür verlegen zu lassen.

Die Entwässerung in dem Bereich soll durch Versickerungsmulden zwischen Fahrbahn und Gehweg sowie durch einen neuen Regenwasserkanal sichergestellt werden. Im Zuge des Straßenausbaus wird zudem auch direkt die Schmutzwasserkanalisation saniert. Bei knapp zehn Prozent der Anschlüsse besteht laut Sebastian Kempke, ebenfalls von der Dr. Born - Dr. Ermel GmbH, "umgehender Handlungsbedarf". Diese befinden sich im östlichen Teil der Straße und nur in diesem Bereich wird die Kanalisation komplett erneuert. Ansonsten setzt das Unternehmen auf Sanierung des Bestands.

Hoffen auf milden Winter

Bis es vor Ort mit den Tiefbauarbeiten losgeht, wird es jedoch noch etwas dauern. Der Beginn ist laut Fiebelkorn für den 26. November dieses Jahres vorgesehen. Im vergangenen Sommer hatte er bei der Präsentation des Planungszwischenstandes noch gehofft, zu diesem Zeitpunkt bereits mit allen Arbeiten fertig zu sein. "Wir hoffen auf einen milden Winter", weiß der Planer, dass die Einrichtung der Baustelle nun nicht unbedingt zu einem günstigen Zeitpunkt erfolgt.

Zumal durch die Verzögerung mit einem weiteren Anstieg der Kosten für die Gemeinde Oyten gerechnet werden muss. Schon im vergangenen Jahr waren diese im Vergleich zur ersten Planung auf deutlich über zwei Millionen Euro angewachsen. Eine neue Kostenaufstellung will die Verwaltung der Politik in einer der nächsten Sitzungen präsentieren, versprach Michael Bruns vom Bauamt. Momentan gebe es "extreme Turbulenzen bei den Baupreisen", erläuterte er, wieso sich die Gemeinde mit Prognosen ohne belastbare Zahlen aktuell lieber zurückhält.

Info

Keine Anliegerbeiträge mehr in Oyten

Seit dem Jahreswechsel 2019/2020 gibt es in der Gemeinde Oyten aufgrund der Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung keine Anliegerbeiträge mehr. Stattdessen wurde die Grundsteuer erhöht, um so die nötigen Einnahmen von den Bürgern für den Ausbau von Gemeindestraßen zu generieren. Im Gegenzug hat sich die Gemeinde verpflichtet, alle drei Jahre eine Straße auszubauen. Nach der Straße Am Moor sollen die Straße Thünen und die Bassener Dorfstraße an der Reihe sein.

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