Tennis-Club Oyten

Zuschuss als nächster großer Schritt

Die Politik in Oyten berät über den Antrag des Tennis-Clubs auf gemeindliche Förderung des geplanten Hallenkaufs. Klar ist schon, dass es den beantragten pauschalen Zuschuss von 300000 Euro so nicht geben wird.
03.11.2020, 06:56
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Zuschuss als nächster großer Schritt
Von Marius Merle
Zuschuss als nächster großer Schritt

Die Tennishalle an der Kirchweyher Straße müsste für den Weiterbetrieb umfangreich saniert werden.

Björn Hake

1500 Euro hat der Tennis-Club Oyten kürzlich durch den Sponsoring-Wettbewerb der Stadtwerke Achim für ihr Projekt erhalten, die Tennishalle neben dem Vereinsgelände zu übernehmen. Gewiss eine ganz nette Sache, angesichts eines finanziellen Gesamtvolumens von 850 000 bis 900 000 Euro für das Vorhaben aber nur Kleingeld. Deutlich wichtiger für die Pläne des Vereins wird der Verlauf der Diskussion im Ausschuss für Jugend, Kultur, Soziales, Senioren und Sport an diesem Mittwoch, 4. November, sein. Denn dann stimmt die Politik darüber ab, ob das Vorhaben des Tennis-Clubs von der Gemeinde im Rahmen der Sportförderung mit einer Förderung von mehr als 200 000 Euro bedacht werden soll.

Wie berichtet, hatten im Juli die TC-Mitglieder geschlossen dafür gestimmt, die neben dem Vereinsgelände an der Kirchweyher Straße in Sagehorn stehende Tennishalle zu übernehmen, um sich als Verein für die Zukunft aufzustellen. Man verfügt zwar über die größte Tennis-Außenanlage im Landkreis, die Halle in der Nachbarschaft befindet sich jedoch in Privatbesitz und wird – gegen Mietzahlungen – nur für das Kinder- und Jugendtraining genutzt. Doch der Tennis-Club würde gerne allen rund 270 Mitgliedern auch im Winter den Spielbetrieb am Sagehorner Standort ermöglichen, weshalb ein Plan entwickelt wurde, wie es gelingen kann, die Halle vom verkaufsbereiten Eigentümer zu erwerben.

Wenig Probleme würde der Erwerb des rund 6000 Quadratmeter großen Grundstücks bereiten, denn dies soll über eine Erbpachtregelung über möglichst 60 Jahre in Raten erfolgen. Für den Ankauf der Tennishalle (Gutachterwert: 150 000 Euro) und insbesondere die Sanierung der maroden Halle (Kostenschätzung: 721 864 €) müsste der Verein aber tief in die Tasche greifen. Realisieren lässt sich dies nur mit Zuschüssen. Sportförderanträge sind daher beim Kreissportbund Verden, beim Landkreis Verden und eben auch bei der Gemeinde Oyten gestellt worden – wo das Thema nun behandelt wird.

Für die Sanierung erhofft sich der TCO einen pauschalen Zuschuss der Gemeinde in Höhe von 300 000 Euro. Dies ist aus Sicht der Verwaltung jedoch nicht möglich. Denn die Gemeinde Oyten fördert Sportförderanträge mit einem Drittel der förderfähigen Gesamtkosten. Und förderfähig ist nur die Sanierung, nicht aber der Kauf der Halle, wie es in der Beschlussvorlage aus dem Rathaus heißt. Das bedeutet, bezogen auf die kalkulierten Sanierungskosten, dass die Gemeinde das Vorhaben mit etwas mehr als 240 000 Euro bezuschussen könnte. Da der Verein nach Gesprächen mit dem Finanzamt davon ausgeht, dass die Mehrwertsteuer abgezogen werden kann, und sich die Sanierungskosten so auf etwas mehr als 600 000 Euro reduzieren würden, würde sich auch der mögliche Zuschuss der Gemeinde auf rund 200 000 Euro verringern.

Die Verwaltung empfiehlt der Politik, der Förderung zuzustimmen. Begründet wird dies unter anderem damit, dass der TC Oyten „einen erheblichen Anteil an der Jugendarbeit in Oyten“ habe, ein „Mehrwert für die Ortschaft Sagehorn geschaffen werden könnte“ und der Verein mit dem Erwerb einer eigenen Halle am Standort „ein Alleinstellungsmerkmal erhält, das in der Zukunft auch eine Rolle spielen kann, wenn es darum geht, weiterhin zu wachsen“.

Neuer Ort fürs Schützenfest?

Eventuell kann der Tennis-Club die erhoffte Zuschusssumme der Gemeinde von 300 000 Euro aber sogar doch noch in etwa einstreichen. Denn an dieser Stelle kommt der Schützenverein Sagehorn ins Spiel. Bekanntermaßen hatte der Verein in der Vergangenheit nicht von Erfolg gekrönte Gespräche mit der Verwaltung darüber geführt, das Nutzungsrecht für Feierlichkeiten in der alten Tennishalle Sillinger abzutreten. Die Gemeinde hatte diese Halle ursprünglich gekauft, um dort eine Parkplatzanlage für den neuen Bahnhaltepunkt zu errichten. Das Angebot über 69 000 Euro an den Schützenverein dafür, dass dieser sein Nutzungsrecht abtritt, wurde aber nicht angenommen.

Der Tennis-Club war in diesem Jahr auf die Schützen zugegangen mit der Idee, dass diese die Tennishalle an der Kirchweyher Straße, sofern sie in den Besitz des TC gelangt, für feierliche Anlässe wie etwa das Schützenfest nutzen könnte. Gleichzeitig müsste der Schützenverein aber dann das bestehende Nutzungsrecht an der Tennishalle Sillinger abtreten, was wiederum der Gemeinde hilft, da sie die ebenfalls sehr marode Halle endlich abreißen könnte. „Da verwaltungsseitig davon ausgegangen wird, dass hieran ein Interesse bestehen könnte, wäre die Schlussfolgerung naheliegend, die geplante Sportförderung dann um die Summe von bis zu 69 000 Euro zu erhöhen“, heißt es aus dem Rathaus. Also eben jenen Betrag, der im vergangenen Jahr dem Schützenverein zur Lösung des Problems angeboten worden war.

Soweit die Theorie. Denn wie die Gemeinde anfügt: „Leider kann noch keine abschließende Aussage zur Umsetzbarkeit dieser Idee getätigt werden.“ Noch ist zum Beispiel nicht klar, ob für diesen Verwendungszweck ein Bauantrag überhaupt eine Chance auf Erfolg hat. Daher wird es in der Sitzung am Mittwoch bezüglich dieses Punktes zunächst einmal nur um eine Grundsatzdiskussion und noch nicht um eine Entscheidung gehen. Gleiches gilt auch für die Idee des Tennis-Clubs, die Nebenräume der Halle als Räumlichkeiten für andere Vereine herzurichten. Konkrete Überlegungen gibt es aber noch nicht. „Allerdings müssten hier auf jeden Fall Sanierungsarbeiten erfolgen, die in der Kostenschätzung nicht enthalten sind und auch nicht Bestandteil des Sportförderantrages sind“, lässt die Verwaltung wissen.

Weitere Informationen

Die Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Soziales, Senioren und Sport am 4. November beginnt um 19.30 Uhr im Rathaussaal. Auf der Agenda stehen dann unter anderem auch noch die Änderung der Friedhofssatzung sowie der Friedhofsgebührensatzung der Gemeinde und die Haushaltsberatungen für die den Fachausschuss betreffenden Bereiche.

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