Übernahme der Halle

Tennis-Club wagt sich an Großprojekt

Von den Mitgliedern hat der Vorstand des Tennis-Club Oyten grünes Licht bekommen, die Planungen zur Übernahme der Halle neben dem Vereinsgelände voranzutreiben. Doch für das Projekt sind Zuschüsse notwendig.
30.07.2020, 15:35
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Tennis-Club wagt sich an Großprojekt
Von Marius Merle
Tennis-Club wagt sich an Großprojekt
Björn Hake

Der Tennis-Club Oyten hat in seiner Mitgliederversammlung am Mittwochabend einen wichtigen Schritt in Richtung des großen Ziels gemacht, die neben dem Vereinsgelände an der Kirchweyher Straße in Sagehorn stehende Tennishalle zu übernehmen. Denn ohne Diskussion stimmten alle rund 60 anwesenden Mitglieder für den Übernahmeplan, den eine Arbeitsgruppe in den vergangenen rund eineinhalb Jahren erarbeitet hat. Vorsitzender Sascha Erbacher sprach tags darauf von einem „vollem Erfolg“. Somit habe der Vorstand nun grünes Licht, um das Projekt weiter voranzutreiben.

Die Übernahme der sich derzeit in Privatbesitz befindenden Tennishalle bezeichnet Erbacher als „die Chance für den Verein und den Tennissport in Oyten“. Denn momentan habe der Verein das Problem, zwar über die größte Außenanlage – acht Plätze und Vereinsheim – im Landkreis zu verfügen, aber in der Hallensaison etwa auf eine Halle in Arbergen ausweichen zu müssen. In der besagten Halle neben den eigenen Plätzen findet lediglich das Training für die Kinder- und Jugendgruppen statt – was den Tennisclub auch nicht unerhebliche Miete kostet. Künftig soll der gesamte Vereinsbetrieb für die rund 270 Mitglieder in den Wintermonaten dort möglich sein.

Bis dahin gilt es für den Tennisclub aber noch einige Hürden zu nehmen. Denn da sich die Halle in einem laut Erbacher „sehr marodem Zustand“ befindet, ist der Verein für die Finanzierung des Projekts auf Fördermittel angewiesen. Gehofft wird etwa auf Zuschüsse von der Gemeinde Oyten, vom Landkreis oder vom Landessportbund. Was die Gemeinde angeht, so wird die Politik über das Thema voraussichtlich im Rahmen der nächsten Haushaltsberatungen gegen Ende des Jahres befinden.

Hohe sechsstellige Summe

Erbacher rechnet mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 850 000 bis 880 000 Euro. Der Kaufpreis für die Halle liege bei etwa 150 000 Euro. „Aber dann geht es erst richtig los“, spielt der Vorsitzende auf die immensen notwendigen Sanierungsarbeiten an. So müsse das Dach komplett erneuert werden, alleine dafür kalkuliert der Verein mit 330 000 Euro. Zudem müssen unter anderem der Boden, die Heizung oder die Beleuchtung ersetzt werden. Auf dem Dach soll den Planungen nach zudem eine Photovoltaikanlage installiert werden.

„Wenn es ganz ideal läuft, dann könnte durch die Zuschüsse die Hälfte der Gesamtsumme zusammenkommen“, sagt Erbacher. Ansonsten hoffe der schuldenfreie Verein – die Außenanlage ist abbezahlt – noch auf Förderer. Mit dem Abstimmungsergebnis von Mittwoch hat sich der Vorstand aber auch die Einwilligung der Mitglieder eingeholt, im Notfall den ein oder anderen Euro mehr als bisher geplant investieren zu können. Das rund 6000 Quadratmeter große Grundstück soll im Übrigen über eine Erbpachtregelung erworben werden, sodass dafür kein zusätzlicher einmaligen Kaufpreis fällig wird. Sollte alles an dem Projekt optimal laufen, könnte laut Erbacher zum Mai nächsten Jahres mit den Arbeiten begonnen werden und schon die Wintersaison 2021/2022 in der neuen Halle des Vereins gespielt werden.

Doch nicht nur für den Tennisclub wäre die Realisierung des Projektes ein großer Gewinn. Es könnte auch den verfahrenen Streit zwischen der Gemeinde und den Sagehorner Schützen rund um die alte Tennishalle am Schwarzen Weg lösen. Wie berichtet ist die Lage dort so, dass die Gemeinde als Besitzer die ebenfalls sehr marode Halle gerne abreißen würde, der Schützenverein aber ein Nutzungsrecht etwa fürs Schützenfest besitzt, und daher vielmehr auf eine Sanierung pocht. Der Tennisclub brachte sich mit der Idee ein, dass die Schützen ihre Feierlichkeiten doch künftig in ihrer neuen Halle an der Kirchweyher Straße veranstalten könnten.

Viele mögliche Profiteure

Durch diese mögliche Win-Win-Win-Situation hofft der Sportverein natürlich auch, bei der Diskussion um einen Zuschuss von der Gemeinde bessere Karten zu haben. Vertreter der Vereine und der Verwaltung haben laut Erbacher schon zusammengesessen und gute Gespräche gehabt. „Jeder wäre froh, nach vorne blicken zu können“, so der Vorsitzende. Auch sonst habe der Tennisclub schon einige Ideen, wie bei einer Hallenübernahme nicht nur der eigene Verein profitieren könnte. Die IGS würde gerne Schultennis anbieten und das große Nebengebäude der Halle könnte auch für andere Veranstaltungen genutzt werden. Dass der Wunsch nach einem Treffpunkt in Sagehorn durchaus vorhanden ist, hatte sich bei der Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017 ja gezeigt.

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