Jugend-Bundesliga

Vielsagende Gesichtsausdrücke

Die Handballer des TV Oyten quälen sich zu einem 31:28-Heimerfolg gegen den LHC Cottbus.
31.03.2019, 19:20
Lesedauer: 2 Min
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Vielsagende Gesichtsausdrücke
Von Florian Cordes
Vielsagende Gesichtsausdrücke

Mit ihren Anspielen an den Kreis wussten Niko Korda (am Ball) und Co. zu überzeugen. Doch insgesamt tat sich der TV Oyten gegen Cottbus ziemlich schwer.

Björn Hake

Oyten. Die Mimik des Trainers sagte alles. Über weite Strecken schaute Thomas Cordes während des Spiels der Jugendhandball-Bundesliga zwischen dem TV Oyten und dem LHC Cottbus zerknirscht drein. Der Coach des TVO war nicht wirklich damit zufrieden, was seine Mannschaft ihm gegen die Gäste aus Brandenburg anbot. Nach dem Schlusspfiff hellte sich der Blick des Trainers jedoch auf. Der Grund: Oyten hatte den anvisierten Sieg gegen die Cottbuser eingefahren. Ohne großartig zu glänzen, behauptete sich der TVO mit 31:28 (13:12).

Ziemlich schnell stand nach Spielende eine Sache fest: Die Begegnung gegen den Vorletzten wird im TVO-Lager wohl kaum jemand lange Zeit in Erinnerung behalten. Das machte auch eine Aussage von Cordes ziemlich deutlich. „Wir haben jetzt schon das nächste Spiel gegen den HSV Hamburg im Kopf“, sagte der Trainer. Er versäumte es aber auch nicht, die vergangenen, wenig spektakulären 60 Minuten noch einmal Revue passieren zu lassen. „Wir haben es uns selbst unnötig schwer gemacht“, meinte Thomas Cordes. „Irgendwie haben in allen Bereichen zehn bis 20 Prozent gefehlt. Überall war ein bisschen Sand im Getriebe.“ Allzu viel Kritik wollte der Coach an seiner jungen Mannschaft dann aber auch nicht üben: „Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. Und das ist uns gelungen.“

Ordentlicher Beginn

Dabei sah es in der Anfangsphase danach aus, als ob die Oytener einem deutlichen Sieg entgegensteuern könnten. Nach wenigen Minuten führte die Cordes-Sieben mit vier Toren Vorsprung – 6:2. Besonders mit Anspielen auf Kreisläufer Timo Blau entwickelte Oyten im Angriff immer wieder Gefahr. „Wir sind gut ins Spiel gekommen. Gerne verpennen wir den Anfang mal. Diesmal ist es dann anders herum gelaufen“, meinte Cordes. Der Trainer sprach damit die Zeit nach dem ordentlichen Beginn an. Denn der Vorsprung wurde nicht ausgebaut. Sogar das Gegenteil war der Fall – er wurde komplett verspielt. In der 14. Minute glich Cottbus aus (6:6). Cordes reagierte mit einer Auszeit, die aber nicht den erhofften Effekt hatte. Die Oytener spielten weiterhin nicht schlecht, aber eben auch nicht gut. Das gleiche galt für die Gäste, die in der 19. Minute dennoch in Führung gingen (8:9).

Thomas Cordes legte nach dem neunten Gegentreffer erstmals einen Gesichtsausdruck auf, der zeigte, dass es überhaupt nicht rund lief bei seinem Team. Doch die Gastgeber fingen sich schnell wieder. Fortan gingen sie konzentrierter zu Werke, was sich auch im Resultat widerspiegelte. Kurz vor dem Gang in die Kabine lag der TV Oyten mit drei Treffern vorn – 13:10. Doch auch diesmal war die Cordes-Crew nicht in der Lage, den Vorsprung zu behaupten. In die Pause ging es mit einer knappen Ein-Tore-Führung (13:12).

Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern das gleiche Bild. Der TV Oyten war unübersehbar das bessere Team. Es war aber nicht in der Lage, sich entscheidend abzusetzen. Wenn der TVO mit drei Toren in Führung ging, trafen auch die Cottbuser postwendend. Bis zur 55. Minute ging es auf diese Art hin und her. Als Mattis Brüns den TVO aber nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder mit vier Toren in Führung geworfen hatte (29:25), war die Entscheidung gefallen.

Das Vertrauen ist stets da

Der Gesichtsausdruck von Thomas Cordes entspannte sich allmählich. Wirklich zufrieden sah der Coach dennoch nicht aus. Und der Trainer wusste, die Partie treffend zusammenzufassen: „Das Spiel plätscherte so vor sich hin. Es war ein Arbeitssieg. Besser kann man den Erfolg wohl nicht beschreiben.“ Auch wenn seine Mannschaft über weite Strecken nicht zu glänzen wusste, habe er stets das Vertrauen gehabt, dass sie die Begegnung für sich entscheidet. Cordes: „Und manchmal muss ein Sieg eben auch mal glanzlos sein.“

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