Wohnraumentwicklung in Oyten Zur Miete im „Rosengarten“

Um dem steigenden Bedarf an Mietwohnungen gerecht zu werden, bringt die Gemeinde Oyten nun einige Maßnahmen auf dem Weg. Unter anderem soll im Baugebiet „Rosengarten“ nun auch Platz für Wohnungen sein.
11.03.2019, 15:16
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Zur Miete im „Rosengarten“
Von Marius Merle

Mietwohnung sind in der Gemeinde Oyten sehr rar. Sollen diese dann noch preiswert und barrierearm sein, so gibt der Markt quasi gar nichts her. Da die Nachfrage aber gleichzeitig steigt, ein Planungsbüro sagt für Oyten bis 2030 einen Bedarf von 200 bis 400 weiteren Wohnungen voraus, hat sich die Gemeinde auf den Weg gemacht, eine bedarfsgerechte Siedlungs- und Wohnraumentwicklung voranzubringen. Nachdem es vor einem Jahr zu diesem Thema einen Workshop mit Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung gegeben hatte und im Sommer dann allgemeine Ziele formuliert worden waren, stehen nun die ersten konkreten Maßnahmen fest. Diese wurden vom zuständigen Fachausschuss nun verabschiedet.

So soll der Bebauungsplan für das Gebiet „Rosengarten“ geändert werden. Bisher sind für den Bereich zwischen Mühlenweg und Industriestraße auf einer Fläche von 2,2 Hektar 28 bis 32 neue Grundstücke für Einfamilienhäuser vorgesehen. Doch nun soll das Baugebiet auch für den Mietwohnungsbau geöffnet werden, in welchem Umfang genau, steht noch nicht fest. Eine solche Bebauungsplanänderung ist laut Verwaltung aber in einem „schlanken Verfahren“ möglich, der Zeitverlust würde maximal ein halbes Jahr betragen. „Gleichzeitig sind Kriterien für die Grundstücksvergabe und den Bau der Mietwohnungen zu entwickeln“, heißt es in dem getroffenen Beschluss. Zudem soll das noch freie Grundstück im Baugebiet Imhof zunächst für möglichen Mietwohnungsbau zurückgehalten werden.

Quote für Ortsmitte geplant

Ob sich auch günstiger Wohnraum dort realisieren lässt, ist allerdings unklar. Laut Gemeinde wurden Gespräche mit diversen Bauträgern diesbezüglich geführt, bei denen jedoch wenig überraschend deutlich geworden sei, dass sich freie Bauträger vorrangig an Renditen orientieren. Die Gewoba Bremen sei der in Oyten angestrebte Umfang zu klein, die Kreisbaugesellschaft Landkreis Verden zeige nur unter größten finanziellen Zugeständnissen Interesse. Interessant sein könnte für die Unterstützung einer Baugemeinschaft das Modell der Wohnungsbaugenossenschaft, über dessen Realisierung in naher Zukunft diskutiert und entschieden werden soll.

Weiter ist die Gemeinde da im Bereich der Ortsmitte, wo ebenfalls neuer Wohnraum entstehen soll (wir berichteten). Ganz konkret wurde die Festlegung einer Quote beschlossen, wonach dort öffentlich geförderter Wohnungsraum (geplant zehn Wohnungen) und reine Mietwohnungen (geplant 21 Wohnungen) entstehen sollen. „Anzahl und Größe der Wohnungen sowie Gestaltung und Architektur werden festgelegt. Ein energetisches Konzept ist vom Investor vorzulegen“, formuliert die Verwaltung das Bestreben. Bei der Gemeinde zeigt man sich also optimistisch, auch in bester Lage in Oyten in Zukunft geförderte Mietwohnungen anbieten zu können.

Entwicklungskonzept soll her

Damit es dabei nicht bleibt, sollen auch mittelfristige Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. So sprach sich die Politik dafür aus, ein Gemeindeentwicklungskonzept zu erstellen, das mit einem Stadtplanungsbüro erarbeitet werden soll. Dieses soll unter anderem Wohnbaupotenziale in der Gemeinde aufzeigen. „Oyten hat große Flächenpotenziale im Flächennutzungsplan. Daneben gibt es Dutzende von Anfragen privater Dritter bezüglich der baulichen Entwicklung ihrer Flächen“, betont die Verwaltung, dass die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum an vielen Orten möglich sei. Einen systematischen Überblick darüber soll das Konzept bringen, welches durch die fachliche Begleitung nach Schätzungen der Gemeinde einen mittleren bis hohen fünfstelligen Bereich kosten wird. Gut angelegtes Geld, finden alle Ratsfraktionen und stimmten einstimmig dafür.

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