Konzert in Riede

Sangeskraft für mehr Schulwegsicherheit

Auf Einladung der Bürgerinitiative Schulwegsicherheit Riede-Felde war der Popchor Syke zu Gast in Riede. Mit solchen Benefizkonzerten möchte die Initiative auf den gefährlichen Schulweg aufmerksam machen.
11.03.2019, 15:10
Lesedauer: 2 Min
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Sangeskraft für mehr Schulwegsicherheit
Von Jürgen Juschkat
Sangeskraft für mehr Schulwegsicherheit

Der Popchor Syke zeigte in der Rieder Kirche sein Können. Zwar war der Chor aufgrund von Krankheit dezimiert, konnte aber dennoch überzeugen.

Björn Hake

Für die Verbesserung der Schulwegsicherheit in der Gemeinde Riede wird nun schon seit neun Jahren gekämpft. Bislang wurde der Einsatz der Bürgerinitiative Schulwegsicherheit (BI) Riede-Felde aber kaum belohnt. Mit Benefizkonzerten möchte die BI nun mehr Aufmerksamkeit erlangen. Nachdem Ende 2018 bereits die Bremer Band „NeverTooLate“ in Riede zu Gast war, konnte die BI nun den Popchor Syke gewinnen, der am Sonntagabend in der St. Andreas-Kirche die Zuhörer begeisterte.

Die Zielsetzung der Initiative ist klar: Es geht darum, an den Landesstraßen 331 in Felde und 333 zwischen Felde und Okel dafür zu sorgen, dass die Kinder sicher zu ihren Schulbushaltestellen und zurückkommen. „In der Ortsdurchfahrt Felder Dorfstraße liegen im Abstand von 800 Metern drei Schulbushaltestellen. Nur auf einer Seite der Straße befindet sich ein Gehweg. Es gibt keine Bedarfsampel, keinen Zebrastreifen und keine Querungshilfe“, kritisieren die Mitglieder. Zumindest der Rieder Rat hat eine entsprechende Maßnahme nun „auf den Weg gebracht“, wie Bürgermeister Jürgen Winkelmann erklärte. Eine Ampel in Höhe der Schützenhalle ist angedacht.

„Kinder sind unsere Zukunft“

Auch die gefährliche Situation am Okeler Damm wird heftig angeprangert, weil es dort weder Geh- noch Radweg gibt und die Schulkinder aus Heiligenbruch die 350 Meter zur Haltestelle zwischen Fahrbahnrand und Graben zurücklegen müssen. „Die Kinder sind unsere Zukunft. Land und Kreis machen nichts, die Samtgemeinde macht noch nichts“, sagt Ilse Lange von der BI.

Der seit 30 Jahren bestehende Popchor aus Syke ließ aber in der altehrwürdigen Rieder St.-Andreas-Kirche die Sorgen für mehr als zwei Stunden in den Hintergrund rücken. Mit dem eingenommenen Eintrittsgeld und den gesammelten Spenden an diesem Tag möchte sich die Initiative an den Kosten für die Ampel und den Planungen für einen Radweg beteiligen.

„Dienet einander, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.“ Mit diesen Worten eröffnete Pastorin Birgit Bredereke die Veranstaltung. Der Chor stand im Altarraum, umgeben von alten Fresko-Malereien an Decke und Wänden. Oben strahlte ein mehrarmiger Kronleuchter. Unter Leitung von Andreas Erbe reichte das zwischen 25 bis 30 Songs umfassende Repertoire der Syker von deutscher Popmusik – unter anderem von Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer – bis hin zu Titeln der Beatles.

Schöne Akustik

Eigentlich verfügt die Gesangsgruppe in ihrem rot-schwarzen Outfit über bis zu 60 Mitglieder. „Heute sind wir aber aufgrund der Grippewelle dezimiert. Trotzdem sind die Stimmen ausgeglichen besetzt“, erklärte der Chorleiter. Und die passende Besetzung war deutlich zu hören, ebenso die Tatsache, dass die Syker Sängerinnen und Sänger ihre Musik leben und begeistert interpretieren. Egal ob „As tears go by“ von den Rolling Stones, „Bridge over troubled water“ von Simon and Garfunkel oder „Halleluja“ von Leonard Cohen – die Lieder wurden mit viel Emotionen vorgetragen.

Zwischendurch kündigte Mitsänger Peter Schmidt-Bormann die nächsten Titel – gespickt mit einigen Hintergrundinfos – an. „Die Akustik ist in den meisten Kirchen schöner als in vielen Sälen“, begründete er die Vorliebe der sozial eingestellten Gesangskünstler für Auftritte in Gotteshäusern.

Wäre der Beifall gemessen worden, dann hätte sicherlich der Song „Cello“ von Udo Lindenberg einen Aufwärtstrend angezeigt. Insgesamt reguläre 22 Titel und zwei Zugaben waren an diesem Abend in der Rieder Kirche zu hören, stets begleitet auf der Gitarre von Klaus Tirre aus Twistringen. Es war ein gelungenes Konzert für einen guten Zweck – sicherlich sehr zur Freude der Veranstalter.

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