Fußball-Bezirksliga

Verhängnisvolle Verunsicherung

Das Ziel, die Niederlagenserie zu durchbrechen, ist missglückt. Im Heimspiel gegen den FC Hansa Schwanewede unterlagen die Bezirksliga-Fußballer des MTV Riede mit 2:3.
06.10.2019, 19:01
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Von Nico Brunetti
Verhängnisvolle Verunsicherung

Der MTV Riede um Torben Schumacher (blaues Trikot) kassierte gegen Schwanewede die vierte Niederlage in Serie.

Björn Hake

Zwei Elfmeter verursacht, Gelbe Karte kassiert und in der 26. Minute ausgewechselt: Im Nachhinein hätte Noah Franz die Fußballschuhe am Sonnabend wohl am liebsten zu Hause gelassen. Sicherlich hatte er mit seiner Leistung einen großen Anteil an der 2:3 (0:3)-Niederlage des Fußball-Bezirksligisten MTV Riede gegen den FC Hansa Schwanewede. „Wir können jetzt aber dafür Noah nicht die Schuld geben. Er hat ansonsten schon sehr gute Spiele für uns gemacht“, stellte sich Riedes Trainer Marc Wurthmann schützend vor den 18-Jährigen.

Der Rechtsverteidiger muss sich deshalb auch nicht grämen. Niemand ist fehlerfrei und wie die Rückendeckung seines Coaches verdeutlicht, wird ihm in Riede solch eine schlechter Auftritt verziehen. Ungünstiger hätte der Moment für so eine wacklige Vorstellung eines Einzelnen nicht sein können. Nach drei Niederlagen in Folge gingen die MTV-Spieler prinzipiell mit wenig Selbstvertrauen ins Spiel, ein negativer Effekt der ersten Gegentore machte sich gegen Schwanewede dann auch bemerkbar. Begonnen hatte alles schon sehr früh im Spiel. Franz schlug ein Luftloch nach einem ungefährlichen langen Ball von Oguzhan Dalan, rannte seinem Gegenspieler Daniel Gaese hinterher und grätschte ihn überhastet im Strafraum um – Foul, Gelb für Franz und Elfmeter. Dalan ließ es sich nicht nehmen, diesen zu verwandeln. Mit einem Schuss in den Winkel ließ er MTV-Torwart Marcel Bremer keine Abwehrchance (4.). Und gerade als sich Riede von dem Schock des frühen Rückstands zu erholen schien, beinahe durch Marvin Just sogar den Ausgleich erzielt hätte (16.), musste Schiedsrichter Jan Nieswandt erneut auf den Punkt zeigen. Wieder hieß der Verursacher Franz. Diesmal brachte er Gaese bei einer Kreuzbewegung unglücklich zu Fall. Per Chip in die Tormitte erhöhte Dalan auf 2:0 (21.). Nur fünf Minuten danach erlöste Wurthmann seinen jungen Rechtsverteiger. Für ihn kam Arne Westermann in die Partie.

Bis es besser wurde, dauerte es aber länger. Zwar hatte Just das 1:2 auf dem Fuß, jedoch lief es bei den Riedern in der ersten Hälfte sehr unrund. Schwanewede kannte da im ersten Durchgang auch keine Gnade, denn Emil-Finn-Johannes Tepper brachte das Gästeteam vor der Pause sogar noch mit 3:0 in Führung (33.). „Die zwei Gegentore verunsichern uns. Dadurch hat uns dann die Sicherheit gefehlt und wir haben dann die Halbzeitpause gebraucht, um zurückzukommen“, beschrieb Wurthmann. Wenigstens das gelang auch. Nachdem der Gegner in Person von Gaese zunächst eine dicke Möglichkeit ungenutzt liegen gelassen hatte (53.), nahm der MTV den Kopf wieder nach oben. Als Kapitän Marc Lindenberg nach einer Ecke zur Stelle war und das 1:3 erzielte (64.), lebte die Hoffnung auf einen Punktgewinn wieder. Acht Minuten später vergrößerte sich der Glaube. Ein Foul von Schwanewedes Verteidiger Malte Schulze an Just ahndete der Unparteiische mit einem Elfmeter. Den Ball nahm sich dann der 18-jährige Lennart Schröder. Und der Top-Torjäger des MTV traf: Bei seinem Abschluss schickte er Keeper Yannick Sachau in die falsche Ecke (72.).

Es sollte in einem durchschnittlichen Spiel aber letztlich der Treffer zum Endstand sein. Weitere Chancen blieben Mangelware, auch weil sich Schröder verletzte (76.) und mutmaßlich länger ausfällt. Und da Wurthmann zu diesem Zeitpunkt schon dreimal gewechselt hatte, spielte der MTV die letzte Viertelstunde in Unterzahl. Wurthmann haderte etwas, hätte seinen Spielern eine Belohnung für den Aufwand in der zweiten Hälfte gegönnt: „Die Mannschaft hat eine tolle Moral bewiesen, sich zurückgekämpft und hätte mindestens einen Punkt dafür verdient gehabt.“

Lindenberg, Kapitän und Identifikationsfigur des Klubs, schlug in die gleiche Kerbe. Er analysierte: „Wir haben in der ersten Hälfte die Vorgaben des Trainers nicht befolgt, aber die Reaktion war gut.“ Das macht ihm Hoffnung, dass die Rieder demnächst wieder erfolgreicher unterwegs sind. „Bei uns gibt es eine gute Kameradschaft. Zudem haben wir einen guten Stamm an erfahrenen Spielern. Wir – Marcel Grashoff, Marcel Bremer, Kai Schumacher, Arne Westermann und ich – werden vorangehen und dann werden wir da auch wieder rauskommen.“

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