Bauprojekt in Riede Weg für Seniorenresidenz ist frei

Die geplante Seniorenresidenz in Riede hat eine weitere, entscheidende Hürde genommen. Nachdem der Gemeinderat nun grünes Licht gegeben hat, kann der Bebauungsplan in Kraft gesetzt werden.
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Weg für Seniorenresidenz ist frei
Von Onno Kutscher

Die geplante Seniorenresidenz in Riede hat im Gemeinderat am Mittwochabend in der Gaststätte Schierloh einen entscheidenden Schritt in Richtung Realisierung gemacht. Dem zu der Zeit aktuellen Bebauungsplan hatte der Rat bereits während seiner Sitzung im September zugestimmt (wir berichteten). Mittlerweile wurden auch die öffentlichen Einwände und die dazugehörigen Abwägungsempfehlungen mit eingearbeitet. „Viel zu beanstanden gab es aber nicht“, erklärte Riedes Bürgermeister Jürgen Winkelmann (SPD) auf Nachfrage.

Und so wurde dem Bebauungsplan mit sieben Ja-Stimmen durch die Ratsmitgleider der SPD und Grünen am Mittwoch erneut zugestimmt. Die CDU blieb, wie schon bei der vorangegangenen Ratssitzung, mit vier Stimmen beim Nein. Laut Beschlussvorlage kann der Bebauungsplan nun durch einen Bekanntmachungsakt (Amtsblatt) in Kraft gesetzt werden.

Zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich Jürgen Winkelmann, der zuletzt nicht müde wurde, für das Projekt zu werben. „Das ist vor Weihnachten ein schönes Geschenk für die Gemeinde“, sagte er. Das sieht aber bekanntlich nicht jeder in Riede so. Anwohner hatten in den vergangenen Wochen rund 400 Unterschriften im Ort gesammelt und ihren Unmut kundgetan.

Anwohner sammeln Unterschriften

"Wir unterstützen die Überlegung für ein seniorengerechtes Dorfleben mit einer Pflegeeinrichtung. Wir sind gegen eine Seniorenresidenz in der Größenordnung, wie sie zur Zeit in Riede geplant wird“, heißt es in dem Schreiben. Diese Unterschriften wurden im Rathaus Thedinghausen abgegeben und sind in den Abwägungsempfehlungen auch berücksichtigt worden. Von der Samtgemeindeverwaltung heißt es dazu aber: "Der Anregung, nur ein kleineres Bauvorhaben im Plangebiet zuzulassen bzw. entsprechende Festsetzungen im Bebauungsplan zu treffen, wird nicht gefolgt."

Auch im Gespräch mit unserer Zeitung hatten Anwohner bereits ihre Sorgen kundgetan (wir berichteten): „Der Standort funktioniert so einfach nicht“, war die Ansage einer Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die in direkter Nähe zur geplanten Residenz leben. Sie glaubt unter anderem, dass ihre Nachtruhe durch das geplante Gebäude und den Arbeitsbetrieb arg strapaziert wird.

Verantwortlich für das geplante Projekt ist die Bremer Specht-Gruppe, die etwa zehn Millionen Euro in den Standort Riede investieren möchte. Entstehen soll an der Ecke Bruchstraße/Dorfstraße eine Seniorenresidenz mit 66 stationären Pflegeplätzen auf einem Grundstück von etwa 4000 Quadratmetern, zusätzlich 19 barrierefreie Wohnungen und 33 Parkplätzen. Eine Höhe von etwa zwölf Metern wird das Gebäude dann erreichen. Zum Vergleich: Rund elf Meter ist die benachbarte Gaststätte Scholvin-Ortmann hoch.

Investor will an Größenordnung festhalten

Trotz der bedenken der Anwohner plant die Specht-Gruppe nicht, das Gebäude kleiner zu bauen, das hatte sie unserer Zeitung bereits im September erklärt. „Da wir uns im Rahmen der Planung für Riede bereits im Bereich der Mindestkapazität bewegen, ist eine Reduzierung oder Verkleinerung nicht vorgesehen“, hatte Frank Markus, Geschäftsführer der Specht-Gruppe, mitgeteilt.

Jürgen Winkelmann steht weiter voll hinter dem Bauvorhaben. „Ich muss das Allgemeinwohl im Blick haben. Ich bin mir sicher, dass der Großteil der Menschen in Riede hinter dem Projekt steht“, sagte er. Wann der Bau nun konkrete Formen annimmt und es losgeht, konnte er allerdings nicht sagen.

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