Das Interview

„Es ist mein Lebenselixier“

Pago Balke liebt das Spielen auf der Bühne. Während der Corona-Krise ist das aber kaum möglich. Der Kabarettist und Musiker weiß sich aber zu beschäftigen. Womit? Zum Beispiel mit Gartenarbeit!
12.08.2020, 16:14
Lesedauer: 2 Min
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„Es ist mein Lebenselixier“
Von Onno Kutscher
„Es ist mein Lebenselixier“

Pago Balke liebt es, auf der Bühne zu stehen. In Zeiten von Corona ist das allerdings schwierig. Der Kabarettist und Musiker hat dennoch genug zu tun.

Björn Hake

Hallo Herr Balke, wobei erwische ich Sie gerade? Was macht ein Kabarettist und Musiker während der Corona-Krise? Gibt es überhaupt etwas zu tun?

Pago Balke : Ja, das gibt es. Drei Wochenenden mit den Zollhausboys, ein Wochenende mit satirischen Führungen… und ansonsten bin ich momentan auch viel im Garten oder auf dem Sofa!

Kulturschaffende sind, genau wie auch andere Branchen, stark von der Corona-Krise betroffen. Gibt es noch andere Möglichkeiten, sich kreativ zu beschäftigen?

Es gibt nur wenige Auftritte, da habe ich mich an meine bescheidenen handwerklichen Tätigkeiten erinnert und renoviere für Freunde einen wunderschönen Gartenpavillon.

Was macht Ihr Herzensprojekt, die Zollhausboys? Ist da etwas Neues geplant? Das Projekt ist in der Vergangenheit ja ziemlich erfolgreich gewesen.

Wir stricken derzeit gemeinsam an einem dritten Programm, was allerdings erst im Oktober kommenden Jahres auf die Bühne kommen wird. Und es sind schon so schöne neue Lieder und Szenen entstanden, dass ich es manchmal kaum erwarten kann, sie vor Publikum zu präsentieren.

Wie gehen Ihre jungen Kollegen, also die Zollhausboys mit der Krise um?

Das ist wirklich sehr unterschiedlich. Einige sind gut durch die Krise gekommen mit Schule und Freunden. Andere sind wiederum in den Netflix-Himmel abgetaucht. Aber jetzt sind wir wieder sehr gut zusammen gekommen, auch wenn ärgerlicherweise ein großer Open-Air-Auftritt in Bremen fünf Tage vor der Veranstaltung abgeblasen wurde.

Was halten Sie eigentlich von den sogenannten Corona-Leugnern, die zum Beispiel kürzlich in Berlin zu Tausenden auf den Straßen demonstriert haben. Solche Szenen bieten doch sicherlich Stoff für ein eigenes Kabarett-Programm?

Soll ich mir mit dem Schwachsinn wirklich das Leben versauen?!

Können Sie denn irgendetwas Positives aus dieser schwierigen Zeit ziehen? Manchmal bringen Krisen ja auch etwas Gutes mit sich.

Ich habe mittlerweile zwei Hochbeete gebaut, das Gartenhaus renoviert, endlich eine Grundwasserpumpe installiert, eine Tischlerei eingerichtet, Tausende von Seiten gelesen, ein paar Lieder geschrieben. Noch was?

Wie sehr vermissen Sie Auftritte und das Spielen vor Publikum? Was fehlt Ihnen am meisten?

Ich gebe zu, es ist mein Lebenselixier, meine Kraftquelle, zu singen, zu spielen. Am meisten fehlte mir eigentlich die Gruppe der Zollhausboys (and girl). Aber ich hatte natürlich mit meiner Frau viel mehr Zeit, die ich sehr genossen habe und dann noch die Hochbeete, das Gartenhaus, die Grundwasserpumpe…

Das Interview führte Onno Kutscher.

Info

Zur Person

Pago Balke

ist Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Autor. Er wohnt in der Gemeinde Riede und blickt auf eine über 30-jährige Bühnenerfahrung zurück. Zuletzt hat er mit seinem Herzensprojekt „Die Zollhausboys“ für Aufsehen gesorgt.

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