Volksfest in Thedinghausen Ein ziemlich verregneter Thänhuser Markt

Drei Tage mit viel Regen und Wind sorgten beim Thänhuser Markt am Wochenende dafür, dass viele Angebote nicht den erhofften Zuspruch bekamen. Gefeiert wurde aber natürlich trotzdem bei dem Volksfest.
18.09.2022, 16:57
Lesedauer: 3 Min
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Von Jürgen Juschkat

Wochenlang wurde der Regen herbeigesehnt, doch nun kam er mit teilweise kräftigem Wind zur unpassenden Zeit. Viele Fans von Volksfesten ließen sich aber nicht durch die widrigen Umstände vom Besuch des 44. Thänhuser Marktes der Neuzeit - getreu dem Motto „Ik föhr to’n Thänhuser Markt. Du doch ok.“ – abhalten. Einiges war in diesem Jahr anders. Weil sich in der Nähe des Supermarkt-Parkplatzes ein Wohngebiet in der Entstehung befindet und nicht gefährdet werden sollte, sorgte eine Wasser-Licht-Show statt eines Höhen-Feuerwerks für bunte Akzente. „Ich habe gesehen, dass bei einer Wasser-Licht-Show das meiste Wasser von oben kommt“, nannte Samtgemeinde-Bürgermeisterin Anke Fahrenholz ihren aktuellen Eindruck.

Improvisation gefragt

Eine Bio-Meile fehlte, weil die Beschicker durch die Corona-Zeit noch nicht wieder so weit sind. Die Landfrauen luden nach mehr als 20 Jahren in einen Weingarten statt in ein Weinzelt ein. Ein Pagoden-Zelt bot Schutz vor dem Regen. „Das war sehr attraktiv“, lobte Wolfgang Golasowski, der Vorsitzende der Gemeinschaft der Selbstständigen (GDS). Christoph und Tochter Lisa Hagedorn hatten als neues Marktmeister-Paar alles voll im Griff. Golasowski feierte übrigens sein Debüt. „Es gab zunächst keine spielbereiten Spielmannszüge, da haben wir den Zirkel weitergezogen und kurzfristig die Rethemer verpflichten können“, nannte er bei der Eröffnung ein Problem aus der Vorbereitungszeit. „Die letzten drei, vier Wochen vorher haben uns vollkommen in Anspruch genommen. Trotz guter Planung kann man nicht alles planen, sondern muss manchmal improvisieren“, fügte er an. Tatsächlich musste bei Regenwetter einiges improvisiert werden. Golasowski war deshalb froh, Christoph und Lisa Hagedorn an seiner Seite zu haben.  

Schnäppchenfang, Partyspaß und Erlebnistour – die Besucher kamen trotz des schlechten Wetters voll auf ihre Kosten. Nach einem Heinz-Erhardt-Abend mit Schauspieler Thorsten Hamer als Ersatz für die Emhuser Plattsnackers sorgten am nächsten Tag ein Bummel über die Marktmeile sowie eine 70er-Jahre-Party mit DJ Basti und dem Interpreten Justin Winter in dem einen und Funky Rockerz in dem anderen Festzelt für eine willkommene Einstimmung. An die 70er-Jahre wurde von der Samtgemeinde erinnert, die am Wochenende zuvor ihr Fünfziger-Jubiläum gefeiert hatte. Kostüme aus eben den 70er-Jahren sorgten für einen Hauch Nostalgie.

Nachdem die Feuerwehr-Abordnung die Fahne gehisst hatte, nahm Thedinghausens Bürgermeister Thomas Metz am Sonnabend den traditionellen Bierfassanstich vor. Zahlreiche Ehrengäste – unter anderem aus der Politik, von Vereinen und Unternehmen – verfolgten die Zeremonie und marschierten anschließend gemeinsam über den Markt. Eine warme Suppe im Becks-Zelt bildete den Abschluss.

Breites Angebot

Twister, Autoscooter und Horror-Labyrinth sorgten auf dem Busparkplatz vor allem bei den älteren Jugendlichen für Abwechslung. Mehrere Kinderkarussells, in denen Feuerwehr, Motorräder, Kutschen und Tiere ihre Runden drehten, lockten die kleinen Besucher ebenso an, wie eine spezielle Kinderecke der Thedinghäuser Kitas, wo Dosenwerfen, Glücksraddrehen und Basteln für den Nachwuchs auf dem Programm standen.

„Kiek rin, kannst rut kieken“, versprachen wieder einmal die Glorreichen des TSV Thedinghausen den Vorbeikommenden bei ihrem Zelt. Die Schützengilde betrieb Werbung mit der Lichtpistole. Wie leergefegt präsentierte sich indes die umfangreiche Auto-Schau auf dem Rathaus-Platz, als der Regen nicht nur einmal kräftig herniederprasselte. In den Phasen zwischen den Schauern sah es besser aus. Drinnen stellten die Morsumer Geflügelzüchter ihre gefiederten Tiere aus, präsentierte der Heimatvereins nostalgische Fotos und zeigte der Cartoonist Till Mette beim Sonntags-Frühschoppen seine Werke.

Draußen wehten Luftballons hin und her, während es sich die Besucher bei gebrannten Mandeln oder Schmalzkuchen gutgehen ließen. Fürs leibliche Wohl wurden aber auch Fleischspieße, Pferdewurst, Champignons, Früchte und Eis angeboten. Einige Cocktail-Stände wechselten sich mit Tresen für den Ausschank von Bier, Wein und alkoholfreien Getränken ab. 

Der traditionelle Markt-Flohmarkt litt unter dem schlechten Wetter. So gab es an der Schulstraße nur wenig Verkaufsstände. Hauptsächlich Kinder-Bekleidung und Spiele warteten auf Abnehmer. Am Sonnabend räumten die Aussteller bereits nach wenigen Stunden auf Grund einsetzenden Regens ihre Artikel ein, am Sonntagmorgen konnte die Zahl der Stände an einer Hand abgezählt werden. „Jeder Standbetreiber, bei dem man sich unterstellen konnte, war im Vorteil. Da kam man sich näher“, urteilte ein dennoch zufriedener Golasowski mit Blick auf die gesamte Marktmeile. „Es ist alles etwas komplizierter geworden und auch teurer. Die Bereitschaft Ehrenamtlicher geht zurück“, verglich Marktmeister Christoph Hagedorn, der bereits von 1999 bis 2010 in das Event eingebunden war.

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