Vortrag im Erbhof

Germanen am Fluss

In den Sommern 2017 und 2018 fanden in Holtorf in der Gemeinde Thedinghausen Ausgrabungen statt. Nun werden die Ergebnisse in zwei Vorträgen im Erbhof präsentiert.
31.01.2019, 16:16
Lesedauer: 2 Min
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Germanen am Fluss
Von Onno Kutscher
Germanen am Fluss

In den Sommern 2017 und 2018 wurde in Holtorf-Lunsen der Boden untersucht. Nun werden die Ergebnisse und Funde bei Vorträgen im Erbhof vorgestellt.

Björn Hake

Die Maisäcker bei Holtorf in der Gemeinde Thedinghausen waren in den Sommern 2017 und 2018 Schauplatz archäologischer Ausgrabungen (wir berichteten). Das Wilhelmshavener Institut für historische Küstenforschung erforschte dort eine Siedlung aus der Römischen Kaiserzeit. Diese Ausgrabungen zogen das Interesse und die Aufmerksamkeit vieler Bürgerinnen und Bürger auf sich. Immer wieder kamen Besucher und erkundigten sich nach den Funden und neuesten Entdeckungen. Und auch eine öffentliche Führung über das Areal war bestens besucht.

Jetzt berichten die Verdener Kreisarchäologin Jutta Precht und Imke Brandt vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung unter dem Titel „Germanen am Fluss – Neue Ausgrabungen bei Holtorf-Lunsen“ über die Ergebnisse der Ausgrabungen. Die Vorträge finden am Sonntag, 17. Februar, um 17 Uhr und 19.30 Uhr im Renaissancesaal des Schlosses Erbhof in Thedinghausen statt. Der Eintritt ist frei. Spenden werden gerne entgegengenommen, heißt es in der Ankündigung des veranstaltenden Förderkreises Erbhof.

Ausgrabungen in den Jahren 2017 und 2018

Die Ausgrabungen fanden in den beiden zurückliegenden Jahren statt, nachdem vorher schon geomagnetische Messungen durchgeführt wurden. Inzwischen liegen erste Ergebnisse vor, „und die sind spektakulär“, verrät Jutta Precht. „Man weiß von den Germanen, dass sie als Bäuerinnen und Bauern von der Landwirtschaft lebten, dass sie spezialisierte Handwerker in ihren Reihen hatten und sogar Handel mit dem Römischen Reich trieben. In Holtorf konnten Hinweise auf alle drei Aspekte germanischen Lebens ausgegraben werden.“

Doch wieso ausgerechnet Holtorf in der Gemeinde Thedinghausen? Was machte diesen Ort so attraktiv, dass dort importierte Getreidemühlen aus rheinischer Basaltlava neben Bronzefibeln aus germanischer Produktion verwendet wurden? Warum gelangten ausgerechnet dort römische Münzen in den Boden? „Erste Hinweise lieferte schon die Geomagnetik, doch erst die Ausgrabung im vergangenen Sommer brachte den Beweis: Holtorf lag vor 2000 Jahren an einem Flusslauf“, verrät die Verdener Kreisarchäologin.

Vorstellung der Funde

Heute fließt die Weser in etwa drei Kilometern Entfernung zur Ausgrabungsstätte in Holtorf, doch zur Zeit der Germanen sah die Landschaft noch erheblich anders aus und bot deshalb auch ganz andere Möglichkeiten. „Flüsse waren damals so etwas wie die Fernverkehrswege der Antike, sie ermöglichten Handel und Austausch auch über größere Distanzen. Der Vortrag stellt die wichtigsten Funde vor, erläutert die Ergebnisse der beiden Ausgrabungen und schildert ausführlich die Vorgehensweise der Archäologen“, heißt es in der Ankündigung.

Wegen der begrenzten Platzzahl im Renaissancesaal des Erbhofs ist eine Abholung von Eintrittskarten bei Lange - Buch und Papier - Braunschweiger Straße 55/57 in Thedinghausen, Telefon 0 42 04 / 2 94 oder in der Tourist-Info der Samtgemeinde Thedinghausen im Schloss Erbhof, Braunschweiger Straße 1, Telefon 0 42 04 / 88 22, erforderlich. Am 16. März wird es auch in Langwedel solch einen Vortrag geben. Dann sind Jutta Precht und Imke Brandt auf Einladung des Kulturvereins Langwedel im Häuslingshaus und referieren über die Ausgrabungen bei Holtorf-Lunsen . Beginn ist um 16 Uhr .

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