Jugendzentrum Thedinghausen

Grillhaus mit Graffiti verschönert

Sechs Jugendliche, drei davon mussten Sozialstunden ableisten, haben unter Anleitung nun das Grillhaus des Jugendzentrums in Thedinghausen verschönert. Dort prangt nun das Kürzel „JZ“.
12.07.2020, 17:09
Lesedauer: 2 Min
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Von Lukas Warnecke
Grillhaus mit Graffiti verschönert

Beim Graffiti-Workshop mit Unterstützung der Lokalen Arbeitsgruppe zeigte Tobias Starke den Jugendlichen die Techniken.

Björn Hake

Das Jugendzentrum (JZ) Thedinghausen hat Farbe bekommen, Sprühfarbe um ganz genau zu sein. In den vergangenen Tagen war eine Gruppe aus insgesamt sechs Jugendlichen im Jugendzentrum zu Gast, um die Kunst des Graffitisprühens zu lernen. Unter Leitung und Führung von Sozialarbeiterin Lena Krieger, Sozialpädagoge Euke Jörgen Koos und Graffiti-Spezialist Tobias Starke haben die Jugendlichen die Außenwand des sich noch im Aufbau befindlichen Grillhauses verschönert. Gemeinsam haben sie sich im Vorfeld ein offizielles Logo für das Zentrum überlegt, das nun die Außenseite des kleinen Holzhauses ziert. Damit konnte auch das erste Projekt in der Corona-Zeit fertiggestellt werden.

Die Idee für dieses Projekt ist jedoch mehr aus der Not heraus entstanden. Drei Mädchen mussten im Jugendzentrum Sozialstunden ableisten.

„Wir haben uns überlegt, etwas Sinnvolles zu machen“, erzählte Sozialarbeiterin Lena Krieger. So entstand die Idee für einen Graffiti-Workshop. Unterstützt wurde das Ganze von der lokalen Arbeitsgruppe Thedinghausen. Zusätzliche Teilnehmer konnten schließlich noch in Form von drei weiteren Jugendlichen gewonnen werden, die sowieso häufig im Zentrum zu Besuch sind. Als Workshopleiter kam Tobias Starke ganz aus Berlin angereist. Der Goldschmied ist in der Umgebung Bremens aufgewachsen und hat den Kontakt dorthin nie ganz verloren. Er selbst bezeichnet sich eigentlich als Handwerker, versucht sich aber eben auch immer wieder an der Kunst.

Die Jugendlichen mussten jedoch gegen allerhand Widrigkeiten kämpfen, bevor ihnen diese Kunst auch beigebracht werden konnte. Zunächst war nicht einmal klar, ob das neue Grillhaus überhaupt fertig werden würde bis zum Workshop-Termin. Durch die Corona-Pandemie kam es immer wieder zu Verschiebungen und Verzögerungen. Als es dann endlich losgehen konnte, machte ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Donnerstag und Freitag schien der Regen kein Ende nehmen zu wollen.

Auch die zur Verfügung stehende Oberfläche sei nicht optimal. Eigentlich wolle man bei Graffiti eine glatte Fläche, im Gegensatz zu Ecken und Kanten der Holzwand. Tapfer machten die Jugendlichen jedoch mit ihrer Arbeit weiter. Am Sonnabend konnten sie sich dafür ein wenig entspannen. Die Sonne schien endlich wieder, eine Musikbox sorgte für die richtige Stimmung und am Kunstwerk mussten nur noch Kleinigkeiten ausgebessert werden.

Das fertige neue Logo stellt ein großes „JZ“ dar, gehalten in gelben und blauen Farbtönen. „Ich hab versucht, mehrere Techniken zu zeigen“, erzählte Tobias Starke. Dazu gehörte das freie Sprühen, das Sprühen mithilfe von Schablonen und das Abkleben, um saubere Bilder zu bekommen. Besonders Letzteres hätte mehr Zeit in Anspruch genommen als der eigentliche Malprozess.

Zu Anfang hätten die Teilnehmer sich kaum getraut, eine Spraydose in die Hand zu nehmen, am Ende wären sie jedoch mit vollem Eifer dabei gewesen. Dieser Workshop könne einen Grundstein für die Zukunft legen und vielleicht die eine andere neue Wandverschönerung in Thedinghausen.

Die Jugendlichen zeigten sich sehr offen gegenüber dem Graffiti-Projekt und hatten bereits so einige Ideen, wo sie ihre neuen Fähigkeiten ausprobieren könnten. Das neue Logo soll von nun an auch auf T-Shirts und Flyer gedruckt werden. Als Nächstes soll aber das Grillhaus zunächst einmal endgültig fertiggestellt werden.

Dieses soll dem Jugendzentrum auch in Corona-Zeiten wieder mehr Veranstaltungen ermöglichen. Schon bald soll das fertige Holzhaus, zusammen mit seiner nun bunten Außenhülle eingeweiht werden.

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