Heiligabend in Lunsen

Gottesdienste per Losverfahren

Ein Kirchenbesuch gehört an Heiligabend für viele Menschen zum guten Brauch. Wegen Corona gibt es aber für die Kirchen Vorschriften. In Lunsen gibt es daher ein Losverfahren für die Gottesdienste.
19.11.2020, 15:41
Lesedauer: 3 Min
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Gottesdienste per Losverfahren
Von Onno Kutscher

Thedinghausen-Lunsen. Ob es in diesem Jahr weiße Weihnachten geben wird, das steht noch in den Sternen. Klar ist aber schon jetzt, dass wegen der Corona-Pandemie wohl einiges anders sein wird. Stand jetzt werden aber zumindest Gottesdienste erlaubt sein. Natürlich nur unter Einhaltung von Regeln wie eine begrenzte Teilnehmerzahl. Aber was ist mit den Menschen, die an Heiligabend in die Kirche wollen, aber keinen Platz mehr bekommen? Die Kirchengemeinde Lunsen hat sich viele Gedanken gemacht und auf solch ein Szenario vorbereitet.

„Natürlich werden wir auch in diesem Jahr Weihnachtsgottesdienste feiern. Wir werden aber Abstände einhalten müssen, weshalb jeder Gottesdienst nur von einer begrenzten Teilnehmerzahl besucht werden kann“, erklärt Pastorin Anja Sievers. Deswegen wird es in der Kirchengemeinde Lunsen ein Losverfahren geben. Am 24. Dezember wird es in der Kirche St. Cosmas und Damian in Lunsen drei Gottesdienste geben. Um 15.30 Uhr ein familienfreundlicher Gottesdienst, um 17 Uhr eine Christvesper und um 22.30 Uhr eine Christmette. Ende dieses Monats sollen mit dem Gemeindebrief Stimmzettel verteilt werden. Darin kann man eintragen, welchen Gottesdienst man am liebsten und welchen am zweit- und drittliebsten besuchen möchte. Diesen Zettel müssen die Teilnehmer bis zum 15. Dezember im Gemeindebüro Lunsen abgeben oder in den dortigen Briefkasten werfen. Die Plätze werden dann vom Kirchenvorstand ausgelost. „Bis zum 20. Dezember bekommen die Teilnehmer dann Nachricht von uns, welchen Gottesdienst sie besuchen können“, erklärt Anja Sievers.

Keine leichte Entscheidung

Die Entscheidung, so zu verfahren, haben sich die Pastorin und der Kirchenvorstand nicht leicht gemacht. „Es ist sicherlich nicht ideal, aber doch die fairste Lösung. So hat jeder die gleiche Chance, einen Platz in der Kirche zu bekommen.“ Sievers weiß aus Erfahrung, dass die Gottesdienste an Heiligabend immer sehr beliebt sind. Wegen der Corona-Beschränkungen werden nun pro Gottesdienst zwar weniger Menschen Platz finden, dennoch hofft sie, dass jeder, der kommen möchte, auch die Möglichkeit hat, teilzunehmen. Und sollte es doch jemanden geben, der auf der Strecke bleibt, für den gibt es noch eine weitere Möglichkeit: „Ich werde an diesem Tag auch noch einen Freiluftgottesdienst auf dem Jan-Richter-Platz in Morsum geben“, sagt Anja Sievers. Dieser soll um 10.30 Uhr stattfinden.

Das wären dann vier Gottesdienste für die Pastorin an diesem Tag. „Der Zusatz in Morsum ist die einzige Zeit, die ich noch freischaufeln konnte“, sagt sie. Denn auch ihr Mann, Sebastian Sievers, wird an Heiligabend wieder viel zu tun haben, ist er doch Pastor den Kirchengemeinden Blender-Intschede-Oiste. „Heiligabend ist bei uns immer viel los. Denn wir haben ja auch Kinder, für die wir da sein wollen“, sagt Anja Sievers.

Die Gottesdienste in diesem Jahr werden sich von den üblichen an Heiligabend unterscheiden. Zum einen in der Länge. „Etwa 30 Minuten werden sie dauern. Ein gemeinsames Singen wird es nicht geben, für Musik ist aber gesorgt. Auch sollten sich die Besucher dick anziehen, denn wir müssen lüften, es könnte also kalt sein.“ Für die Menschen, die an Heiligabend dieses Jahr lieber zu Hause bleiben, wird es auch online wieder ein Angebot geben. „Wir werden einen Gottesdienst aufnehmen und ihn am 23. Dezember auf die Internetseite der Kirchengemeinde stellen“, verrät Anja Sievers.

Normalität an Heiligabend

Die Pastorin ist derweil überzeugt davon, wie wichtig Gottesdienste für die Menschen sind. „Ich sehe das in den Gesichtern der Menschen und bekomme auch viel positive Rückmeldungen darauf, dass die Kirchen offen sind. Natürlich sind die Menschen aufgrund der Situation angespannt, aber ich verspüre auch viel Dankbarkeit.“ Auch hofft sie, dass „alle verstehen, dass der Kirchenvorstand und ich uns sehr bemühen, allen ein bisschen Normalität an Heiligabend zu bescheren. Trotz der schwierigen Zeiten durch Corona.“

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