Krähen in Thedinghausen

CDU fordert Lärmgutachten

In Thedinghausen rückt erneut der Lärm durch Krähen in den Fokus der Kommunalpolitik. Die CDU-Fraktion im Gemeinderat fordert nun ein Lärmgutachten.
15.09.2020, 16:46
Lesedauer: 3 Min
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CDU fordert Lärmgutachten
Von Onno Kutscher

Nachdem das Thema Krähen im Rathauspark Thedinghausen politisch zuletzt vor der Sommerpause auf der Agenda stand (wir berichteten), rückt es nun wieder in den Fokus. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde wird sich am kommenden Dienstag, 22. September, mit dem Thema auseinandersetzen. Dann wird auch ein Antrag der CDU-Fraktion in den Vordergrund rücken, die die Verwaltung beauftragen möchte, dass diese ein Lärmgutachten auf den Weg bringt.

Im Antrag der CDU heißt es, dass im Frühjahr 2021 in den anliegenden Wohngebieten die Lautstärke durch die im Rathauspark brütenden Krähen erfasst und bewertet werden soll. Dadurch sollen Rückschlüsse auf die Auswirkungen auf den natürlichen Schlafrhythmus der Anwohner gezogen werden. Denn die Anwohner sind es, die sich durch die Krähen besonders beeinträchtigt fühlen. Und das nicht nur durch die Lautstärke. So hatte eine Anwohnerin während der Ratssitzung im Juni dieses Jahres erklärt: „Wir wohnen genau in der Einflugschneise der Vögel. Wir können kaum noch draußen sitzen, alles ist vollgekotet.“

Schlafstörung durch Krähen

Die CDU-Fraktion schreibt in ihrem Antrag außerdem, dass Anwohner im Frühjahr und Sommer bereits in den frühen Morgenstunden sowie bis zum späten Abend durch den Krähenlärm im Schlaf gestört würden. „Dies beeinträchtigt auf Dauer die Gesundheit der Anwohner in erheblichem Maße. Nicht umsonst existieren Vorgaben für dem maximal in Wohngebieten erlaubten Lärmpegel.“ Zunächst sind laut CDU die Kosten für ein Lärmgutachten zu ermitteln. Wird das Gutachten beauftragt, soll je nach Ergebnis entschieden werden, ob bei der Unteren Naturschutzbehörde ein Antrag auf Vergrämung gestellt werden kann.

Die Untere Naturschutzbehörde hat sich, wie berichtet, schon mit der Krähenkolonie in Thedinghausen auseinandergesetzt. Nach einem Vorort-Termin mit der Unteren Naturschutzbehörde, den Einwand-Erhebern und der Gemeindeverwaltung gab es das Ergebnis, dass aufgrund der Krähennester über dem Radweg, der Bushaltestelle sowie der Fußgängerampel und der einhergehenden Verkotung durch die Tiere diese Bereiche von Menschen gemieden werden. Die Straßenquerung erfolge dann an anderer Stelle und bedeute bei der stark befahrenen kurvenreichen Braunschweiger Straße eine Gefahr insbesondere für Kinder, heißt es in der Vorlage der Gemeindeverwaltung.

Nebeneffekte einer Vergrämung

Die Verwaltung weist in diesem Zusammenhang allerdings auf die negativen Effekte hin, die eine Vergrämung mitbringen kann. So dürfe eine Nestentnahme nur bis zum 1. April eines jeden Jahres erfolgen, es wäre aber möglich, dass ab dem 1. April dennoch Nester gebaut würden. Ein Rückzug in die vierte oder fünfte Baumreihe und somit in den Privatgarten des Parkanliegers wäre zudem denkbar, ebenso eine Aufsplittung in kleine Kolonien nebst Kolonieaufbau in den angrenzenden Privatgärten, sodass anschließend noch mehr Krähen vorhanden sind. „Fakt ist, dass die Krähen durch eine Vergrämung nicht verschwunden sein werden.“ Die Mitglieder des Fachausschusses wollen sich vor der Sitzung am 22. September vor Ort noch einmal ein Bild von der Lage machen, bevor es dann in die Beratung geht. Letztlich muss dann der Gemeinderat über die Beauftragung eines Lärmgutachtens entscheiden.

Neben dem Thema Krähen werden sich die Ausschussmitglieder auch mit der Anpflanzung von Bäumen an Gemeindestraßen beschäftigen. In der Beschlussvorlage heißt es, dass zukünftig jährlich Baumpflanzungen entlang von Gemeindestraßen in einem Wert von etwa 4000 Euro vorzunehmen seien. Angefangen werden soll mit der Bepflanzung in den Bereichen Zur Ziegelei, Wesermarschdamm, Holzweg an der Rieder Straße, Beppener Bruch und Schifferstraße.


Die Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschuss am Dienstag, 22. September, beginnt um 18 Uhr mit mehreren Ortsbesichtigungen. Die übrigen Tagesordnungspunkte werden dann im Renaissancesaal des Erbhofes behandelt. Hier haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich während der Einwohnerfragestunde zu Wort zu melden.

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