Konzert in Lunsen Musik, die Geschichten erzählt

Seit über zehn Jahren ist die Sinfonietta Aller-Weser zu Gast in der Kirche in Lunsen. Dieses Mal haben die Musiker russisches Liedgut im Gepäck.
04.02.2019, 15:29
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Musik, die Geschichten erzählt
Von Onno Kutscher

Russland zu Gast in Lunsen – zumindest musikalisch. Die Sinfonietta Aller-Weser gibt mal wieder ein Gastspiel in der Kirche St. Cosmas und Damian, und die Musiker aus der Region zwischen Verden, Hoya und Bremen haben russisches Liedgut mit im Gepäck. „Russische Komponisten haben wunderbare Melodien erdacht, die die Sinfonietta Aller-Weser vorstellen möchte“, sagt Solveig Möhrle, Musikerin der Sinfonietta.

Folgendes steht in der Kirche in Lunsen auf dem Programm: Alexander Borodin (1833 – 1887): Eine Steppenskizze aus Mittelasien; Sergej Rachmaninow (1873 – 1943): Die Toteninsel; Aram Khachaturian (1903 – 1978): Adagio from Spartacus und Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840 – 1893): Mozartiana. „Die ersten beiden Stücke bezeichnet man als Programmmusik. Die Musik erzählt Geschichten oder beschreibt Erlebnisse so, dass die Zuhörer vom Konzertstuhl aus ihre Ohren auf die Reise schicken können und Bilder vor dem inneren Auge entstehen. So hören sie, wie sich laut Borodin die Wüste Gobi anhört, welche Lieder die Nomaden singen, die dort leben, und wie der Sternhimmel über der Wüste funkelt“, verrät Solveig Möhrle.

Großer Mozart-Fan

„Die Toteninsel“ sei als Reaktion auf das gleichnamige Gemälde von Arnold Böcklin entstanden. Das Gemälde zeige ein Boot mit einem weiß gekleideten Fährmann, der einen Leichnam auf eine Friedhofsinsel überführt. Dort bewachen hochgewachsene Zypressen die Eingänge der Grabkammern. Zu Böcklins Zeiten war das Gemälde ungemein populär, heißt es in der Ankündigung. Das Adagio von Khachaturian stammt aus dem Ballett „Spartakus“. Dieses erzählt vom Leben des Gladiatoren Spartakus, der 71 v. Chr. einen Sklavenaufstand gegen die Römer anführte. Zunächst rettet er seine Geliebte, die Sklavin Phrygia, die bei einer Orgie bedient. Sie feiern ihre Rettung und ihre Liebe im Tanz zur Musik des Adagios. Später wird der Aufstand blutig niedergeschlagen.

Piotr Tschaikowski wiederum war ein großer Mozart-Fan. In seiner „Mozartiana“ stellte er verschiedene Melodien aus Klavierwerken seines Idols zusammen, die seiner Meinung nach viel zu wenig bekannt waren, und instrumentierte sie für Orchester.

Dauergast in Lunsen

Für das Orchester ist Lunsen in jedem Jahr eine Reise wert. „Seit über zehn Jahren tritt die Sinfonietta im Februar in der atmosphärischen Kirche St. Cosmas und Damian auf, die jedes Mal voll besetzt ist“, heißt es in der Ankündigung. Die musikalische Leitung hat Karsten Dehning-Busse inne.

Die Sinfonietta Aller-Weser wurde im Herbst 2007 in Schwarme zunächst als Kammerorchester gegründet. Seitdem ist das Orchester zu einer großen sinfonischen Besetzung mit etwa 50 engagierten Musikerinnen und Musikern angewachsen. Die Orchestermitglieder stammen überwiegend aus der Region zwischen Verden, Hoya und Bremen, kommen zum Teil aber auch aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern zusammen, um in der Sinfonietta Aller-Weser gemeinsam zu musizieren. Das Repertoire des Orchesters umfasst bislang vor allem Werke der Klassik und Romantik, aber auch zeitgenössische Musik, darunter zwei Uraufführungen.

Das Konzert findet am Sonntag, 17. Februar, in der Kirche St. Cosmas und Damian in Lunsen statt. Beginn ist um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden werden aber gerne angenommen.

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