Mobilität in Thedinghausen

Rückenwind für den Busverkehr

Der Busverkehr in der Samtgemeinde Thedinghausen soll gestärkt werden. Mit einem Schnupperticket soll das Interesse am Busfahren geweckt werden. Vor allem Pendler sind angesprochen.
25.11.2019, 15:27
Lesedauer: 2 Min
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Rückenwind für den Busverkehr
Von Onno Kutscher
Rückenwind für den Busverkehr

Volker Lück, Harald Hesse, Wolfgang Kaib, Anna Buschmann und Christiane Siemer (von links) wollen den Busverkehr stärken.

FOCKE STRANGMANN

„Das Interesse am Busverkehr in der Samtgemeinde Thedinghausen soll noch mehr in den Fokus der Menschen rücken.“ Dieses Ziel hat sich die „Arbeitsgruppe ÖPNV“ auf die Fahne geschrieben und sieht sich in der Samtgemeinde auch auf einem guten Weg. „Wir haben schon einiges erreicht, aber es gibt noch Luft nach oben“, sagt Christiane Siemer, die zusammen mit Anna Buschmann, Wolfgang Kaib und Ralph Landwehr die Arbeitsgruppe bildet.

Mit einiges erreicht meint Christiane Siemer, die für die Grüne Liste im Samtgemeinderat und im Gemeinderat Thedinghausen sitzt, unter anderem, dass es auf den Linien 702 (verbindet Thedinghausen und Achim), 720 (Thedinghausen und Verden) und 750 (Thedinghausen und Bremen) bereits zusätzliche Fahrten gibt. Wie berichtet, hatte sich der Landkreis Verden als zuständiges Amt für den öffentlichen Personennahverkehr zusammen mit dem Zweckverband Verkehrsbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) mit den Vorschlägen der Arbeitsgruppe auseinandergesetzt. Im Oktober 2018 folgte dann ein Beschluss des Kreistages, die Vorschläge umzusetzen. Rund 60 000 Euro kosten die zusätzlichen Busfahrten jährlich. Die Hälfte finanziert der ZVBN. Die verbleibende Summe entfällt auf den Landkreis.

Flyer an Haushalte verteilt

Das soll aber noch nicht alles sein. „Mit einem Schnupperticket wollen wir noch mehr Menschen für das Fahren mit dem Bus begeistern“, sagt Anna Buschmann von der Samtgemeinde. Unter dem Titel „Thedinghausen macht mobil“ hat die Samtgemeinde gemeinsam mit der Arbeitsgruppe ÖPNV, dem ZVBN, dem Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) und dem Landkreis eine Werbeaktion initiiert und ausgearbeitet.

Vor Kurzem sind entsprechende Flyer in den Haushalten der Samtgemeinde verteilt worden, in denen neben einem aktuellen Fahrplan für die Linien 702, 720 und 750 eben auch zwei Schnuppertickets zu finden sind. „Sollte jemand keinen Flyer bekommen haben, gibt es unter anderem auch welche in der Tourist-Info in Thedinghausen“, berichtet Buschmann.

Bis Sonntag, 22. Dezember, kann auf den Buslinien 702, 720 und 750 kostenlos gefahren werden. Zwei Personen pro Ticket können eine kostenlose Fahrt mit freier Wahl von Start- und Zielpunkt nutzen. Vor Fahrtantritt müssen lediglich das Datum und die gewünschte Linie eingetragen und beim Fahrpersonal abgegeben werden. „Ziel der Ticket-Aktion ist es, mehr Pendler zum Umstieg auf den klimafreundlichen Bus zu bewegen“, sagt Christiane Siemer.

Ticket-Aktion seit Mitte November

Laut VBN wurde daher auch das Fahrtangebot der Linien verbessert. So fährt zum Beispiel die Linie 702 jetzt an Werktagen auch morgens um 5.45 Uhr und um 7.45 Uhr ab Thedinghausen, die Linie 720 um 6.15 Uhr und 7.15 Uhr nach Verden und die Linie 750 auch an Abenden und Sonntagen nach Bremen.

Seit dem 15. November läuft die Ticket-Aktion bereits. Bisher noch mit mäßigem Erfolg, wie Wolfgang Kaib, Vorsitzender des Bürgerbusvereins Samtgemeinde Thedinghausen und Ratsmitglied für die FDP im Gemeinderat Thedinghausen, erklärte. „Bisher hat niemand das Schnupperticket benutzt“, sagte er am Montag während einer Pressekonferenz. Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse zeigte sich aber optimistisch, dass sich das noch ändern werde: „Gerade durch die Bemühung der Arbeitsgruppe ist die Samtgemeinde beim ZVBN wieder wahrgenommen worden. Wir sind auf einem guten Weg.“

Lob für den Einsatz

Auch Volker Lück, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt beim Landkreis, fand lobende Worte. „Der Landkreis möchte ebenfalls, dass die Menschen nicht das Auto, sondern den Bus nutzen. Daher ist der Einsatz der Arbeitsgruppe sehr vorbildlich. Das gibt es im Landkreis so sonst nicht.“ Und Wolfgang Kaib ergänzte: „Wir wollen ein Bewusstsein bei den Menschen dafür schaffen, dass die Verbindungen da sind. Sie müssen nur genutzt werden.“

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