Tätigkeitsbericht

Über Brennpunkte und illegale Treffen

In der Samtgemeinde Thedinghausen gibt es einige Orte, an denen sich Jugendliche gerne treffen. Das ist aber nicht immer erlaubt. Darauf geht der Sozialarbeiter der Samtgemeinde in seinem Bericht für 2020 ein.
08.01.2021, 15:39
Lesedauer: 2 Min
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Über Brennpunkte und illegale Treffen
Von Onno Kutscher

Thedinghausen. Wer als Jugendlicher auf dem Land aufgewachsen ist, der kennt dieses Problem nur zu gut: Wo treffen, wenn die Schule vorbei ist, Treffpunkte aber doch rar gesät sind? Deswegen müssen oft auch Plätze herhalten, auf denen Zusammenkünfte und Feiern nicht erlaubt sind. In der Samtgemeinde Thedinghausen steht der Sozialarbeiter (Streetworker) Ulf Roselius den Jugendlichen in den Gemeinden Thedinghausen, Blender, Riede und Emtinghausen mit Rat und Tat zur Seite. Dass er aber im zurückliegenden Jahr das eine oder andere Mal auch durchgreifen und Treffen und Feiern auflösen musste, geht aus seinem Tätigkeitsbericht für 2020 hervor, den er kürzlich veröffentlicht hat.

„Zu meiner Hauptaufgabe gehört der regelmäßige Besuch von Treffpunkten (Brennpunkten) Jugendlicher mit und ohne Migrationshintergrund in der Samtgemeinde. Das Ziel ist es, Vandalismus, Drogenexzesse und Gewalt einzudämmen. Durch die regelmäßige Präsenz fungiere ich als Vertrauens- und Kontaktperson“, schreibt Roselius in seinem Bericht. „Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, sich mit Problemen an mich zu wenden und bekommen Beratung bei Suchtmittelabhängigkeit, Schulverweigerung, Schwierigkeiten in der Familie oder Lebenskrisen.“

In Blender war es laut Bericht an den Treffpunkten am See und Sportplatz im vergangenen Jahr relativ ruhig. „Während des ersten Corona-Lockdown musste ich des Öfteren Jugendliche vom See verweisen, die dort feiern wollten“, schreibt Roselius. Immer noch ein beliebter Treffpunkt in der Samtgemeinde ist aber der Jan-Richter-Platz in Morsum. „Vor dem ersten Lockdown kamen hier an Wochenenden bis zu 15 Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren zusammen. Aber auch in der Woche wird der Platz genutzt. Meistens freitags gab es an dem Treffpunkt Partys.“ So musste Roselius auch Treffen „auflösen“. „Nach längeren Gesprächen haben sich die Jugendlichen an die Anweisung gehalten, den Platz nicht mehr aufzusuchen.“

In der Gemeinde Thedinghausen gab es zudem mehrere kleine „Brennpunkte“, wie Roselius sagt. „Es gab Vandalismus im Baumpark, am Busbahnhof und auf dem Gudewill-Schulplatz und der Skateranlage.“ Diese Anlagen waren im ersten Lockdown gesperrt. „Trotzdem musste ich fast täglich Jugendliche der Plätze verweisen – manchmal mit Androhung der Polizei – die hier trotzdem feiern wollten.“ Die Lage habe sich aber während des zweiten Lockdown entspannt. In Emtinghausen Kindergarten/Sportplatz war es laut Bericht das ganze Jahr über ruhig, ebenso in Felde auf dem Basketballplatz. Auf dem Fußballplatz in Riede musste Roselius Jugendliche auf das Verbot hinweisen, die Anlage nicht zu benutzen.

Normalerweise bietet Roselius den Jugendlichen über das Jahr verteilt auch regelmäßige Ausflüge und andere Aktionen an. Dazu gehören Fahrten in den Kletterpark, Hallenfußball, Kinobesuche, Kanufahrten und Bowling. Wegen der Corona-Pandemie konnten diese Aktionen in 2020 aber nicht stattfinden. Dafür wurde unter anderem der Jugendtreff in Emtinghausen renoviert und es wurden zwei Skate-Events auf der Anlage in Thedinghausen angeboten. Zudem gab es mehrere Radtouren mit Jugendlichen und Kindern durch die Samtgemeinde. Weitere Tätigkeitsfelder von Roselius sind der regelmäßige Besuch des Jugendzentrums Thedinghausen, Elterngespräche und Rufbereitschaft – auch an den Wochenenden.

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