Verkaufsoffener Sonntag

Ein Jahr ohne Volksfeste

Wegen der Corona-Pandemie sind traditionsreiche Termine wie der Thänhuser Markt in Thedinghausen ausgefallen. Am 20. September gibt es aber einen verkaufsoffenen Sonntag.
10.09.2020, 16:29
Lesedauer: 2 Min
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Ein Jahr ohne Volksfeste
Von Onno Kutscher

Einen Thänhuser Markt wird es in diesem Jahr, wie bereits bekannt, nicht geben. Auch nicht in abgespeckter Form, wie es zum Beispiel für den Bremer Freimarkt angedacht ist. In der Hansestadt ist geplant, einen verkleinerten Freimarkt als temporären Freizeitpark – ohne Alkohol und Festzelte – anzubieten. „Das ist in Thedinghausen nicht möglich“, sagt Hans-Ludwig Durka, Vorsitzender der Gemeinschaft der Selbstständigen in der Samtgemeinde Thedinghausen (GDS), die Jahr für Jahr den traditionsreichen Thänhuser Markt organisiert. Der Grund dafür, dass in der Gemeinde solch eine Lösung nicht realisierbar ist, ist einfach: „Dafür fehlt uns schlichtweg der Platz. Und wir haben auch nicht die Möglichkeit, große Menschenmengen zu kontrollieren“, sagt Durka und weist auf die Sicherheitsaspekte hin, die die Corona-Pandemie mit sich zieht.

Marktmeister Manfred Masanek berichtet, „dass wir auch ausgerechnet haben, wie viel Platz uns zur Verfügung stehen würde, wenn man die Fläche zugrunde legt, die wir sonst für den Thänhuser Markt haben. In diesem dann eingezäunten Bereich dürften wir, zusammen mit den Schaustellern, insgesamt rund 250 Menschen unterbringen. Das rechnet sich einfach nicht.“

GDS: Alles probiert

Dennoch möchte Durka betont wissen, dass die GDS nichts unversucht gelassen habe, in diesem Jahr dennoch etwas auf die Beine zu stellen. „Bei manch einem mag vielleicht der Eindruck entstehen, wir hätten nicht alles unternommen, aber dem ist nicht so. Am Ende steht die Sicherheit im Vordergrund. Es bringt nichts, wenn wir Umsatz machen, im Nachhinein aber zehn Menschen krank sind“, sagt er. So sieht es auch Sönke Haverich, Leiter des Ordnungsamtes bei der Samtgemeinde Thedinghausen, der aber sagt: „Wenn es ein Konzept gegeben hätte, hätten wir wohl zugestimmt.“

Dennoch soll im Ortskern von Thedinghausen am 20. September etwas stattfinden. Und zwar ein verkaufsoffener Sonntag. Von 13 bis 18 Uhr werden an diesem Tag die Geschäfte an der Braunschweiger Straße und umzu geöffnet haben. „Welche genau und wie viele es sind, kann ich allerdings noch nicht sagen“, erklärt Durka.

Ohne Rahmenprogramm

Anderes als zum Beispiel beim Frühlingserwachen in Thedinghausen– ebenfalls ein verkaufsoffener Sonntag, der in der Regel im April stattfindet (dieses Jahr ausgefallen) – wird es aber kein Rahmenprogramm geben. Beim Frühlingserwachen ist die Braunschweiger Straße gesperrt, Vereine haben die Möglichkeit, sich zu präsentieren und Essensstände laden die Besucher zum Verweilen ein. All das wird es am 20. September nicht geben. „Die Verantwortung läge alleine bei uns. Das können wir nicht wuppen.“

Der Ortskern in Thedinghausen wird sich am verkaufsoffenen Sonntag also nicht von einem üblichen Öffnungstag in er Woche unterscheiden. Sönke Haverich weist in diesem Zusammenhang aber trotzdem darauf hin, dass Regeln eingehalten werden müssten. So gelten auch weiterhin die Abstandsregeln und in den Läden müsse ein Mund-Nasenschutz getragen werden. Das betont auch die GDS: „Auch an dem verkaufsoffenen Sonntag sind in und vor den Geschäften die geltenden Vorschriften einzuhalten.“

Es bleibt also abzuwarten, wie der verkaufsoffene Sonntag in Thedinghausen angenommen wird und wie zufrieden am Ende die Einzelhändler sind. Zuletzt gab es auch in der Achimer City einen verkaufsoffenen Sonntag. Dort zeigten sich die Geschäftsleute, wie berichtet, zufrieden.

Nikolausmarkt noch ungewiss

Und wie sieht es mit dem Nikolausmarkt in diesem Jahr aus? „Das wissen wir noch nicht. Bleibt es so wie jetzt, wird solch eine Veranstaltung sicherlich schwierig“, sagt Durka. „Vielleicht müssen wir uns eine andere Form des Nikolausmarktes überlegen.“

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