Bauernkör Thedinghausen Tradition mit Fipsen aufleben lassen

Bei der Bauernkör in Thedinghausen standen traditionell Fipsen und Hedewigs im Mittelpunkt. Angereichert wurde das Treffen mit geschichtlichen Rückblicken.
28.02.2019, 16:18
Lesedauer: 2 Min
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Tradition mit Fipsen aufleben lassen
Von Jürgen Juschkat

Fipsen, Hedewigs und Bauernkör – wohl nur eingefleischte Thedinghauser und die Nachfahren der zur Bauernkör gehörenden 50 ehemaligen Hofstellen der Bürgerei in Thedinghausen kennen diese drei Begriffe. Jeweils am Donnerstag vor Fastnacht versammelt sich dieser Personenkreis mit Ehrengästen zum besonderen Frühstück mit Rosinenbrötchen und Getränken. Nunmehr schon seit vielen Jahren wieder im geschichtsträchtigen Bauernhaus, in dem mittlerweile in Litta’s Bauerndiele die Gäste bewirtet werden.

Ebenso wichtig wie das Treffen mit den Ehrengästen ist das Kartenspielen am Nachmittag und Abend im Haus des Bauernkör-Vorstehers. Schon zum zweiten Male empfing Günter Esdorn, der im Vorjahr die Nachfolge von Horst Wendt angetreten hatte, die Mitglieder. Fipsen ist ein Kartenspiel wie Mau-Mau. Gewonnen hatte beim Fipsen derjenige, dessen Konto von zehn Punkten zuerst auf null stand. Fünf Rosinenbrötchen erhielt der Gewinner. So sieht es das Reglement bei einer der ältesten Traditionen in Thedinghausen vor. Ebenfalls Tradition haben die mit Butter bestrichenen Heißwecken, die hier Hedewigs genannt werden.

Applaus für den Archivar

Beim Empfang am Vormittag wurden etliche Reden gehalten, doch im Mittelpunkt stand dieses Mal die Ausführung des Archivars Klaus-Dieter Schneider, der von einem Professor Wentzlaff-Eggebert ein Drittel der Unterlagen erhalten hatte, die dieser wiederum von seinem Großvater geerbt hatte. In diesen Schriftstücken wird die Verbindung zu Thedinghausen beschrieben und eben auch zum Kreisbaumeister Ernst Wiehe, der im Jahr 1867 die Kreisdirektion Braunschweig mit dem Bau der Kirche in Thedinghausen beauftragte und auch für das Gotteshaus in Lunsen verantwortlich zeichnete. Es ging dabei aber nicht nur um Kirchen, sondern auch um Ärzte und detaillierte Beschreibungen von Personen. Am Ende der Erzählungen war Schneider der Applaus der Gäste sicher. „Vielleicht machen wir ein kleines Büchlein daraus“, ließ er durchblicken.

Landrat Peter Bohlmann ging unter anderem auf die Gerichtsbarkeit ein und verglich sie mit der Bauernkör: „Damals haben die Mitglieder der Bauernkör Konflikte selbst besprochen und entschieden, heute geht man zuerst zum Rechtsanwalt, dann wird mit dem Nachbarn geredet.“

Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse stellte den Begriff Heimat in den Mittelpunkt. „Plattdeutsch hat damit etwas zu tun, ist einfach heimatverbunden“, erklärte er. Beim Blick in die Zukunft machte Hesse deutlich, dass alle vier Grundschulen der Samtgemeinde ausgebaut werden müssen.

Junker stellt sich vor

Erstmals dabei war mit Bernd Junker der neue Leiter des Thedinghauser Polizeireviers. Er listete seinen dienstlichen Werdegang auf und versprach Bürgernähe. Junker ist ebenso Kommunalpolitiker und Radfahrer, der bei gutem Wetter durchaus auf dem Rad zur Arbeit oder nach Hause fährt. „Da kann ich die Gedanken in der Natur lassen“, erklärte der Mann, der ursprünglich aus dem Hundsrück kommt und nunmehr in Bollen wohnt.

In gemütlicher Runde saßen die Gäste und Bauernkör-Mitglieder noch einige Zeit unter rustikalen Balken in Litta’s Bauerndiele zusammen. Im Hintergrund brannten Holzstücke im Ofen und sorgten für eine gemütliche Atmosphäre.

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