„Verden fliegt“

Alles fliegt – außer der Heißluftballon

Beim Tag der offenen Tür des Verdener Luftfahrtvereins konnten sich Interessierte über den Flugbetrieb informieren, die Wege zur Fluglizenz ausloten und den vereinseigenen Flugzeugpark unter die Lupe nehmen.
20.05.2019, 17:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Lukas Warnecke
Alles fliegt – außer der Heißluftballon

Joachim Port, Dieter König und André Sommer haben beim Flugplatzfest im Tower viel zu tun.

Björn Hake

Verden-Scharnhorst. In einem weiten Bogen nahm die Propellermaschine Geschwindigkeit auf, um dann problemlos in die Lüfte zu steigen. Dieses Bild zeigte sich am Sonntag im Minutentakt auf dem Flugplatz Verden-Scharnhorst. „Verden fliegt“ war der Name der Veranstaltung, für den der Flugplatz seine Tore öffnete. Alle Flugbegeisterten waren eingeladen, sich über die Ausbildung zum Piloten zu informieren, selbst an einem Rundflug teilzunehmen oder einfach am Boden bei einem Getränk die abhebenden Maschinen zu beobachten. Zur Unterhaltung war unter anderem Kunstflieger Wilfred Möhle mit seiner Cap 10 eingeladen. Bei Temperaturen von über 20 Grad kam es zu einem stetigen Besucherstrom bis zum Ende der Veranstaltung am späten Nachmittag.

Bereits am Eingang warteten in einem großen Hangar die verschiedenen Flugmaschinen. Dort konnten sich die eintreffenden Gäste die Segel- und Motorflieger direkt aus der Nähe ansehen. Mitglieder des Verdener Luftfahrtvereins standen tatkräftig mit Rat und Tat zur Seite. Ein besonderer Gast war Enrico Moritz, der mit seinen 22 Jahren den jüngsten Fluglehrer Verdens darstellte. „Das ist mein kompletter Lebensinhalt“, erzählte er über das Fliegen. Bereits mit 18 Jahren erhielt er seine Fluglizenz. Für alle Besucher, die selbst darüber nachdachten diese Lizenz zu erwerben, war ebenfalls gesorgt. In einem großen Lehrbuch konnten sich alle Interessierten ansehen, was ein echter Pilot wissen muss. Der Lehrplan einer Flugausbildung ist lang, enthält Fächer wie Meteorologie, Funk und Navigation.

Ebenfalls für eine Ausbildung warben die Vertreter des Hannoveraner Zolls. Dort gab es für alle Gäste einen Überblick über den Ausbildungsweg eines Zollbeamten. Wer wollte, durfte sogar ein offizielles Zollauto erkunden. Besonderes Interesse weckte jedoch ein Tisch mit gefälschten Waren. Auf diesem lagen zahlreiche nachgeahmte Produkte aufgereiht, die den Zollmitarbeitern über die Jahre untergekommen waren. „Die Leute wissen gar nicht, was alles gefälscht wird“, sagten die Beamten. Die Auswahl ging von Gitarren, Markenkleidung und Parfüms bis hin zu Lego-Bausets. Die Gäste nutzen die Anwesenheit der Zollbeamten und stellten viele Fragen über das Zollwesen und geschmuggelte Waren. Ebenfalls mit von der Partie war der Verein für Hundesport und Erziehung. Dieser nutzt normalerweise die Fläche des Flugplatzes für sein Training und war deswegen an diesem Tag ebenfalls eingeladen, den Besuchern etwas über den Verein zu erzählen.

Eine kleine Enttäuschung mussten die Gäste von „Verden fliegt“ jedoch trotzdem hinnehmen. Aufgrund von Sturmwarnungen musste der geplante Aufstieg des Heißluftballons ausfallen. Ballonpilot Dunker Müller stand trotzdem allen Gästen für Fragen zur Verfügung. „Man kann praktisch die Umwelt fühlen“, beschrieb er einen Flug im Heißluftballon. Wenn ein Flugzeug ein Auto wäre, dann sei der Ballon eben das Cabrio. Einziger Nachteil sei die ständige Wetterabhängigkeit, die es einem – wie Sonntag – manchmal unmöglich mache abzuheben.

Beliebteste Aktion blieben jedoch wieder die Schnupperflüge. In einer Viertelstunde konnte jeder, der wollte, einmal Verden umrunden. Ohne eine Pause zwischen den Flügen hoben die Flugzeuge mit ihren Passagieren vom Boden ab. Die Gäste hatten dabei die Auswahl zwischen dem leichten Segelflieger oder dem motorisierten Viersitzer für Familien. Am Ende eines jeden Fluges kamen die Probeflieger mit wackeligen Beinen, aber auch sehr zufrieden, aus den Maschinen gestiegen. So wie eine Familie, die gerade wieder freudig vom Familienvater in Empfang genommen wurde. „Der Flug war sehr schön, der Start war das Aufregende“, erzählten sie über die Erfahrung. Und „wir wollten gerne einmal unser Haus von oben sehen“, wurde als Grund für den Rundflug angegeben. Auch der Organisator des Spektakels, Daniel Dibbern, zeigte sich zufrieden mit „Verden fliegt“: „Es ist wirklich ein Segen, dass wir ununterbrochen fliegen konnten."

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