Altes Schulhaus

Die Faszination der Spontanität

Im Alten Schulhaus Dauelsen beginnt eine neue Ausstellung. Auf eine Vernissage muss Künstler Dietrich Bürger verzichten. Für einen Besichtigungstermin müssen sich Interessierte anmelden.
07.05.2021, 06:00
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Von Marie Lührs
Die Faszination der Spontanität

Die Bilder sind nicht nur im Alten Schulhaus zu sehen, viele von ihnen hat Dietrich Bürger auch dort gemalt.

FOCKE STRANGMANN

Unter dem Titel „Kreuz und quer“ zeigt der Künstler Dietrich Bürger aktuell seine Bilder im Alten Schulhaus Dauelsen. Doch eine Vernissage, wie sie dort sonst üblich ist, wird es Corona-bedingt nicht geben. Ohnehin läuft die Ausstellung etwas anders ab, als es bei Bürgers Premiere vor zwei Jahren noch der Fall war. Denn ein Besuch ist aktuell nur auf Anmeldung möglich. Sobald es die Lockerungen zulassen, sollen Kunstinteressierte wieder in kleineren Gruppen die Räume des Alten Schulhauses besuchen können.

Bürgers Motive sind vielfältig. In einer Zeit, in der das Reisen nur schwer möglich ist, entführen sie den Betrachter an Hawaiis Steilküste, in norddeutsche Fischerdörfer, den Orient und nach Venedig. Auch Moor- und Heidelandschaften sowie Bilder der Klostermühle Heiligenberg sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen. Erst vor wenigen Tagen beendete der Wahl-Völkersener ein Bild von Verdens Stadtpanorama.

Schon als Jugendlicher fing der gebürtige Süddeutsche mit dem Malen an und fand besondere Freude an Aquarellfarben. Während seiner Berufstätigkeit geriet die Kunst jedoch in den Hintergrund, erklärt der ehemalige Mediziner. Erst als Ruheständler fand er wieder zurück zur Kreativität.

„Die Motive sind nicht alle von mir“, erklärt er. Inspiration findet Bürger oft in Zeitungen. „Wenn mir Bilder gefallen, frage ich meine Frau, ob sie etwas auf der Rückseite interessiert.“ Ist dem nicht so, schneidet er die Motive aus, legt sie bei Seite und holt sie eben dann wieder hervor, wenn ihm danach ist. Auch Fotos, die er selbst aufgenommen hat oder die ihm Familienmitglieder und Freunde zukommen lassen, dienen ihm oft als Vorlage für seine Bilder. Die Mehrheit der ausgestellten Gemälde entstand im Alten Schulhaus. Denn im vergangenen Jahr gastierte der Aquarellkurs unter der Leitung von Michael Wöltjen, in dem auch Bürger aktiv ist, in den historischen Räumlichkeiten.

Für einige Bilder kam eine Aquarellkreiden-Palette zum Einsatz, die nur die Grundfarben Blau, Gelb und Rot enthielt. Aus den drei Komponenten entstanden auf Papier und Leinwänden Bilder mit unterschiedlichsten Farbtönen. „An Aquarellfarben fasziniert mich besonders die Spontanität“, erklärt Bürger. Wie die Farben im Bild verlaufen, lasse sich nur begrenzt beeinflussen. Eher untypisch ist, dass er auch auf Leinwand malt. Denn von vielen Leinwänden perlen Aquarellfarben einfach ab. Doch nicht bei allen ist dies der Fall, hat der Künstler im Laufe der Zeit festgestellt.

Dass Bürgers Bilder bei den Betrachtern gut ankommen, zeigt sich auch an der Benefizaktion des Vereins Altes Schulhaus Dauelsen. Verschiedene Künstler haben dafür Bilder gespendet, die der Verein gegen eine Spende von mindesten 100 Euro an Interessierte abgibt. Das so gewonnene Geld soll in den Bau eines Pavillons für den Schulhaus-Garten fließen. Statt eines Modells aus dem Baumarkt wünscht sich der Verein eine Variante aus altem Eichenholz, das aus Abbruchhäusern stammt. Etwa 20.000 Euro soll das Vorhaben kosten. „Wir haben bis jetzt 1360 Euro eingenommen“, gibt Herbert Uelzen, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, einen Einblick in den aktuellen Stand. Mehrere Hundert Euro davon haben bereits drei Bilder von Bürger eingebracht, die er für die Aktion bereitgestellt hat.

Seine Bilder sollen bis Ende Juni in den Räumen zu sehen sein. Von jedem verkauften Exemplar möchte er einen Teil des Gewinns an das Alte Schulhaus weitergeben. Doch die Menschen sollen keineswegs nur zum Kaufen kommen, sagt Bürger. Viel wichtiger sei ihm, dass sie sich seine Bilder anschauen.

Nach dem Ende der Ausstellung werden im Alten Schulhaus wieder die gespendeten Kunstwerke aufgehängt. Denn bis zu der erforderlichen Summe für den Pavillon-Bau ist noch viel Luft. Zur Finanzierung hat der Verein auch Fördermittel vom Land Niedersachsen beantragt.

Wer die aktuelle Ausstellung besuchen möchte, kann sich an Karin Hanschmann (04231/73700), Herbert Uelzen (04231/82536) oder den Künstler selbst (01732/610316) wenden. Sobald es die Corona-Regeln zulassen, möchte Bürger regelmäßige Öffnungszeiten anbieten. „Ich bin dann immer mittwochs von 14.30 bis 17 Uhr hier“, kündigt er an.

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