Benefiz-Open-Air

Festival für Flutopfer

"Karmakonto auffüllen und Spaß haben", das ist das Motto eines Benefiz-Festivals im Verdener Stadion. Das Geld soll der durch das Hochwasserkatastrophe zerstörten Ahr-Region zugutekommen.
27.09.2021, 15:53
Lesedauer: 4 Min
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Festival für Flutopfer
Von Marie Lührs

Mit Livemusik, zahlreichen Sachpreisen, einer amerikanischen Versteigerung und allerlei süßen sowie pikanten Leckereien sollen an diesem Sonnabend, 2. Oktober, bis zu 800 Menschen in das Verdener Stadion gelockt werden. Ziel des Benefiz-Festivals unter freiem Himmel ist es, Geld für die durch die Flut zerstörten Gebiete entlang der Ahr zu sammeln. Das Musikprogramm steht daher unter dem Titel "Fischkopf hilft Jecken" und die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. 

Das Festival wird allerdings nicht im Stadion selbst, sondern daneben stattfinden. "Einen Tag später ist hier ein Fußballspiel", erklärt Initiatorin Jeanette Atherton bei einem Termin vor Ort. Der Rasen dürfe daher nicht zu sehr beansprucht werden. "Das Festival ist gleich doppelt ein Hilfsprojekt", sagt Atherton. Denn zum einen werde Geld für das Ahr-Gebiet gesammelt, zum anderen haben für die Umsetzung der Pläne viele Menschen ihre Unterstützung zugesagt.

Rund 70 Ehrenamtliche sind an der Umsetzung des Festivals beteiligt – allein 40 von ihnen gehören zu den sieben Bands. Der Einlass beginnt um 15 Uhr über das Tor D. Jeder Besucher muss dort eine Impfung oder Genesung nachweisen. Alternativ ermöglicht ein tagesaktueller Corona-Test den Zutritt. Kinder bis zwölf Jahre sind von dieser Regelung ausgenommen. Bis zu 800 Menschen haben auf dem 1500 Quadratmeter großen Areal Platz. Beim Betreten erhalten sie ein Armband.

Der Eintritt ist kostenlos, allerdings werden die Gäste am Eingang um eine Spende gebeten. Auch auf dem Festivalgelände werden Ehrenamtliche mit Sammeldosen unterwegs sein, kündigt Atherton an. Möglichkeit zum Spenden gebe es zudem auch an den verschiedenen Ständen. Die Gäste dürfen sich entlang der kleinen Foodmeile unter anderem auf Bratwurst, Pommes, Hähnchendöner, Pulled Pork und andere Spezialitäten vom Smoker, aber auch auf gefüllte Crêpes, Popcorn, Zuckerwatte und Slush-Eis freuen. Auch Intscheder Bauernhofeis sowie Getränke werden dort laut Ankündigung erhältlich sein.

Zahlreiche Sachspenden

Für die Verpflegung im Backstage-Bereich hat das Team ebenfalls Spenden erhalten. Auch ein großes Zelt wird für das Festival kostenlos zur Verfügung gestellt, genau wie zahlreiche Preise für das Glücksrad. Doch nur mit Sachspenden ließe sich so ein großes Event nicht stemmen, räumt Atherton ein. "Wir werden von der Kulturförderung der Stadt Verden unterstützt", erzählt die Organisatorin. Auf der Suche nach einem geeigneten Gelände hatte sie sich an Bürgermeister Lutz Brockmann gewandt, der seine Unterstützung zusagte und nun auch als Schirmherr des Festivals fungiert.

Die Moderation übernehmen Bernd Maas und Jule Arntken. Während Maas vielen Verdenern als Störtebeker bekannt ist, ist die Oldenburgerin eine Newcomerin auf der Bühne. "Ich habe sie entdeckt", erklärt Atherton. Arntken sei ihr bei einem Konzert der Band Pangea über den Weg gelaufen. Daraufhin habe sie sie als Sängerin für die Open Stage gewinnen können, die wiederum von Maas moderiert wird. Bei dem Event vor dem Verdener Rathaus sei dann schnell aufgefallen: Arntken ist nicht nur eine gute Sängerin, sondern auch eine geeignete Sparringspartnerin für Maas. Gemeinsam bestreiten sie das Bühnenprogramm.

Mit dem Gesangsduo Summer Silence beginnt der musikalische Teil des Festivals mit ruhigen Tönen. Swing, Folk, Soul und Pop – das ist das Metier von Tamara Grund und Harald Mahlau. Erst im vergangenen Sommer schloss sich das Duo aus Bruchhausen-Vilsen zusammen. Seitdem covern sie gemeinsam bekannte Songs. Auf dem Verdener Stadion-Gelände werden sie von Keyboarder Joachim von Lingen unterstützt. Auf das Duo folgen im Laufe des Abends Aron L Flow, Brennholzverleih, Frisbolice, Off Limits, Notausgäng und Dead Rock Pilots. Sie spielen Pop, Rock, Ska, Rockabilly und Punk. Einige der Interpreten kennt Atherton schon länger, andere wurden ihr von Bekannten vermittelt. "Die Branche ist sehr gut vernetzt", erzählt sie. Die Bands verzichten auf eine Gage, lediglich für die Anfahrt werden ihnen die Kosten erstattet.

Amerikanische Versteigerung

Die Zeit vor und zwischen den musikalischen Beiträgen können die Besucher unter anderem bei einer amerikanischen Versteigerung verbringen. Für die haben bekannte regionale Künstler – unter ihnen Ingrid Prill und Belinda di Keck – Bilder zur Verfügung gestellt. Für jedes Bild ist ein Grundbetrag von 50 Euro geplant, der von Spendern zur Verfügung gestellt wird, erläutert Tanja Franz vom Organisationsteam. Im Gegensatz zu einer normalen Auktion bietet bei der amerikanischen Variante nicht jeder Beteiligte mehr. Stattdessen kann sich jeder Interessierte melden und in einen Topf fünf Euro stecken. Wer zuletzt einen Fünfer beisteuert, bekommt den Zuschlag. 

Wer lieber am Glücksrad sein Glück versuchen möchte, hat sie Chance auf zahlreiche Gewinne. "Es wurden wirklich viele tolle Sachpreise gespendet", erzählt Atherton. Jeder, der das Rad drehe, werde auf jeden Fall auch einen der Preise bekommen. Zu denen zählen zahlreiche Gutscheine für Spielwarenläden, Friseure, Cafés, Kinos und andere Gewinne.

Auf dem Areal können sich die Besucher frei bewegen. Lediglich in engen Räumen wie den Toiletten gilt Maskenpflicht. Überall anders bittet das Team die Besucher, auf den Abstand zu anderen Menschen zu achten. Das Festival endet um 0.30 Uhr.

Und was genau passiert mit den Spenden, die im Laufe des Tages zusammenkommen? "Wir werden persönlich an die Ahr fahren", sagt Atherton und meint damit sich, ihren Mann Paul und Tanja Franz. Gemeinsam wollen sie sehen, wo das Geld am nötigsten gebraucht wird.

Weitere Informationen zum Festival gibt es unter www.fischkopfhilftjecken.de.

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