Koki im September

Beziehung zu einem Roboter

Das Koki-Programm im September startet mit dem Berlinale-Beitrag von Maria Schrader "Ich bin dein Mensch". Das Kommunale Kino in Verden bietet wieder eine bunte Genre-Mischung.
31.08.2021, 14:25
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Beziehung zu einem Roboter
Von Andreas Becker

Eine kreative Mischung aus verschiedenen Spielfilmgenres bietet das Programm des Kommunalen Kinos (Koki) in Verden im September. Dazu kommt ein Dokumentarfilm, der in Kooperation mit der Stadt Verden gezeigt wird. Alle Vorführungen beginnen mittwochs um 20 Uhr im Cine City, Zollstraße, in Verden. Los geht es bereits in dieser Woche, 1. September, mit einer aktuellen melancholischen Komödie von Regisseurin Maria Schrader.

"Ich bin dein Mensch" erzählt von der Beziehung zwischen einer Frau (Maren Eggert) und einem humanoiden Roboter (Dan Stevens). Die Wissenschaftlerin Alma arbeitet am berühmten Pergamonmuseum in Berlin. Um an Fördermittel für ihre Studien zu kommen, erklärt sie sich zur Teilnahme an einem außergewöhnlichen Experiment bereit. Drei Wochen lang lebt sie mit einem humanoiden Roboter, Tom, zusammen, der sich dank künstlicher Intelligenz in den für sie perfekten Lebenspartner verwandeln soll. Die Maschine in (attraktiver) Menschengestalt ist dazu geschaffen, Alma glücklich zu machen. Es entfaltet sich eine Tragikomödie, die Vorstellungen von Liebe und Sehnsucht auslotet und fragt, was den Menschen ausmacht. Der Film wurde im März im Wettbewerb der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin uraufgeführt. Die Hauptdarstellerin Maren Eggert wurde mit dem Silbernen Bären für die Beste darstellerische Leistung ausgezeichnet.

Arbeitsnomaden in Amerika

Eine Woche später, am 8. September, folgt der amerikanische Spielfilm "Nomadland". Regisseurin Chloé Zhao erzählt vom Leben amerikanischer Arbeitsnomaden. Fern (Frances McDormand) hat vor einiger Zeit ihren Mann verloren, aber dennoch ist sie in dem gemeinsamen Haus in Empire, Nevada wohnen geblieben. Nun allerdings hat die United States Gypsum Corporation, ein Baustoffhersteller und der einzige große Arbeitgeber der Kleinstadt, dichtgemacht, und es gibt keine Jobs mehr. Nicht einmal eine Postleitzahl hat Empire mehr, weswegen Fern in ihrem kleinen Transporter lebt, durch die Vereinigten Staaten fährt und sich von Job zu Job treiben lässt. Sie besteht allerdings darauf, dass sie nicht obdachlos, sondern einfach nur hauslos ist. Fern könnte aufgrund ihrer Qualifikationen jederzeit wieder ein normales Leben führen, doch sie bevorzugt das Leben auf der Straße mit seiner Freiheit, den anderen Menschen und den vielen Bekanntschaften, die man irgendwann wiedertrifft.

Der Dokumentarfilm "Fair Traders" porträtiert am 15. September drei Akteure des freien Marktes. Doch Wirtschaft, so die Beschreibung des Films, muss auch fair funktionieren. Wie es ist, eine radikale Neuorientierung zu wagen, zeigen drei Beispiele: Sina Trinkwalder fertigt Zero-Waste-Kleidung mit Angestellten, die sonst wenig Chancen am Arbeitsmarkt hätten. Sie beweist, dass faire Arbeitsbedingungen und biologische Herstellung mit dem Kostendruck der freien Marktwirtschaft zu vereinbaren sind. Der Textilingenieur Patrick Hohmann leitet zwei Großprojekte in Indien und Tansania für die Herstellung von Biobaumwolle, die er direkt vor Ort betreut und unterstützt. Die ehemalige Pädagogin Claudia Zimmermann betreibt mit ihrem Partner einen Biohof in der Schweiz mit angeschlossenem Dorfladen.

Intelligente Kriminelle

Die französische Krimikomödie "Eine Frau mit berauschenden Talenten" steht am 22. September auf dem Koki-Programm. Kann man gleichzeitig bei der Polizei arbeiten und Drogen dealen? Offenbar: Die Protagonistin schafft beides mit links, mit wenig Schlaf und immer mit einer großen Portion Charme. Isabelle Huppert mimt eine intelligente Kriminelle, die durch einen Drogendeal zu ihren Wurzeln zurückfindet.

Mit einer Romanze von Christian Petzold geht es am 29. September weiter. "Undine", so der Titel, ist eine Historikerin, die Stadtführungen in Berlin anbietet. Wenn sie nicht gerade ihrer Arbeit nachgeht, lebt sie in ihrer kleinen Wohnung ein einfaches Leben. Was sich nach einem unauffälligen und fast schon langweiligen Dasein anhört, ist tief in ihrem Inneren alles andere als das. Als sich ihr Freund Johannes (Jacob Matschenz) von ihr trennt, um mit einer anderen Frau zu leben, nimmt das Unheil seinen Lauf: Ein Fluch besagt, dass Undine den Mann, der sie verrät, töten und danach in das Wasser zurückkehren soll, aus dem sie einst gerufen wurde. Doch anders als die Sagenfigur wehrt sich die moderne Undine (Paula Beer) gegen das ihr auferlegte Schicksal. Sie will niemanden umbringen und auch nicht einfach gehen. Just in dem Augenblick, als der Verrat an Undine geschieht, erscheint Christoph (Franz Rogowski) auf der Bildfläche, und für sie ist es Liebe auf den ersten Blick.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+