Tag des offenen Denkmals Geschichte vor der Haustür

Alte Gemäuer stehen am 9. September im Mittelpunkt, wenn deutschlandweit wieder der Tag des offenen Denkmals ansteht. Auch im Landkreis Verden ist einiges los.
02.09.2018, 17:59
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Geschichte vor der Haustür
Von Onno Kutscher

Landkreis Verden. Mehr als 7500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten öffnen am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, in ganz Deutschland wieder ihre Türen. Das hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn als bundesweite Koordinatorin der Aktion mitgeteilt. Das Jahresmotto lautet dieses Mal „Entdecken, was uns verbindet“. Auch im Landkreis Verden gibt es an diesem Tag eine Menge zu entdecken. Wer also die Gebäude in der Region genauer kennenlernen möchte, wird voll auf seine Kosten kommen.

In der Stadt Verden ist an diesem Tag viel los. Der Dominformationsdienst der Domgemeinde Verden bietet um 14 und um 16 Uhr Führungen an, bei denen Besucher erfahren, welche Ideen und Vorbilder Eingang in die Architektur des Verdener Doms gefunden haben. So sind am Turm Einflüsse aus Norditalien zu erkennen. Vorbild für den Grundriss des Chorraums war die Kathedrale von Reims, teilt Karl-Ulrich Heyden vom Dominformationsdienst mit. Auch der Dom war Vorbild für andere Kirchenbauten in Norddeutschland. Besucher können wieder die imposante Dachkonstruktion und das Gewölbe des Doms von oben bewundern. Ein Blick über die Dächer Verdens gehört ebenfalls dazu.

Das Alte Schulhaus in Dauelsen kann von 10 bis 18 Uhr besucht werden. Dort erwartet die Gäste eine Ausstellung zur Geschichte der Dorfschulen, musikalisches Programm sowie Kaffee und Kuchen nach Rezepten aus dem Verdener Backbuch. Der Jüdische Friedhof kann zwischen 11 bis 13 Uhr erkundet werden. Eine Führung gibt es um 11 Uhr. Treffpunkt ist am Eingang Ahornweg, eine Kopfbedeckung für männliche Besucher ist erforderlich. "Außerdem wird die Arbeitsgemeinschaft Schule ohne Rassismus vom Gymnasium am Wall einen Nachdruck des Buches „Urgroßvaters Tagebuch“ verkaufen – alles zugunsten der Erhaltung des jüdischen Friedhofs in Verden", teilt Katharina Kuß von der Stadt Verden mit.

Besucht werden kann außerdem die St.-Johannis-Kirche von 11 bis 17 Uhr. Die Kirche der Zionsgemeinde ist von 11 bis 15 Uhr, die St.-Andreas-Kirche von 11.30 bis 17 Uhr und die Probsteikirche St. Josef von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Ebenfalls einen Besuch wert ist das Domgymnasium. Von 11 bis 17 Uhr kann das Gebäude erkundet werden. Unter anderem gibt es auf Nachfrage eine Bibliotheksführung. Außerdem sind Forschungsergebnisse der Schüler zu sehen.

Nicht fehlen beim Tag des offenen Denkmals darf natürlich der Erbhof in Thedinghausen. Von 11 bis 17 Uhr ist das 1620 erbaute Schloss an diesem Tag geöffnet. Besucher können sich den restaurierten Renaissancesaal im 2. Obergeschoss, in dem auch standesamtliche und freie Trauungen und Konzerte stattfinden, ansehen. Zudem gibt es in der 2018 fertiggestellten Dauerausstellung im 1. Obergeschoss umfassende Informationen über die wechselvolle Geschichte des Schlosses Erbhof und einige Exponate aus der Zeit zu entdecken. Der Eintritt ist frei. Um 14, 15 und 16 Uhr finden 30-minütige baumkundliche Kurzführungen im angrenzenden Baumpark statt. Der Eintritt beträgt hier 2,50 pro Person. Die Ausstellung des Heimatvereins und die Zuchtanlage des Geflügelvereins sind ebenfalls von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Die Freiwillige Feuerwehr Thedinghausen veranstaltet zudem einen Tag der offenen Tür am Erbhof. In der Zeit von 13 bis 18 Uhr wird Programm angeboten.

Langwedel ist beim Tag des offenen Denkmals ebenfalls mit im Boot. Auch in diesem Jahr öffnet wieder das denkmalgeschützte Häuslingshaus seine Türen. Gleichzeitig wird die Ausstellung über die Historie der „Wanderarbeiter“ letztmalig zu sehen sein. Mitglieder des Langwedeler Kulturvereins erklären die Geschichte des Hauses, Wissenswertes über die Restaurierung und die Umsetzung des Nutzungskonzeptes unter dem Motto „Von der Bauruine zur Kleinkunstdiele“. Geöffnet ist das Haus von 11 bis 17 Uhr.

In Achim sind die St.-Laurentius-Kirche, die Windmühle und der Jüdische Friedhof die Anlaufpunkte. Das Gotteshaus ist das älteste Gebäude der Stadt, sie wurde 1257 urkundlich erstmals erwähnt. Eine Führung gibt es um 16 Uhr. An der Windmühle werden Führungen von 10 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 17 Uhr angeboten. Beim Jüdischen Friedhof wird es wiederum Führungen um 11 und um 14 Uhr geben. Männliche Besucher (ab 13 Jahre) müssen eine Kopfbedeckung tragen, heißt es dazu von der Stadt Achim. Tiere dürfen nicht mitgenommen werden.

Das Heimathaus Irmintraut in Fischerhude präsentiert sich den Besuchern von 11 bis 18 Uhr. Führungen soll es nach Bedarf geben. Die Ottersberger Kirche hat von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen gibt es um 15 und 17 Uhr. Um 10 Uhr gibt es außerdem einen plattdeutschen Gottesdienst mit Prädikantin Gertrud Schmidt. Ab 11.30 Uhr ist die Ausstellung „Alte Ansichten der Ottersberger Kirche“ zu sehen.

Alle Angebote sind im Internet unter https://tag-des-offenen-denkmals.de zu finden.

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