Polizeieinsatz in Sagehorn Gewehrschütze an Bahnstrecke

Ein Jäger hat einen Polizeieinsatz in Sagehorn ausgelöst. Er saß mit einem Gewehr im Anschlag auf einem Abstellgleis. Eine Sperrung des Gleises sowie zahlreiche Zugverspätungen waren die Folge.
25.05.2016, 18:20
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Gewehrschütze an Bahnstrecke
Von Marius Merle

Ein Jäger hat einen Polizeieinsatz in Sagehorn ausgelöst. Er saß mit einem Gewehr im Anschlag auf einem Abstellgleis. Eine Sperrung des Gleises sowie zahlreiche Zugverspätungen waren die Folge.

Die Meldung der Notfallleitstelle der Bahn aus Hannover klang dramatisch: Ein Mann sitzt mit einem Gewehr im Anschlag auf einem Abstellgleis in der Nähe von Oyten-Sagehorn. Was folgte war ein Blaulichteinsatz der Bundespolizei Bremen, die Sperrung des Gleises und dadurch zahlreiche Verspätungen von Zügen. Wie die Polizei mitteilte, wurde mit dem Fahrdienstleiter telefoniert und gefordert, die Zuggeschwindigkeit auf den Durchfahrgleisen der Bahnstrecke Bremen Richtung Hamburg auf rechtzeitiges Stoppen wegen „Personen im Gleis“ zu reduzieren. Merkwürdig kam den Beamten auch die Meldung von einem aufgebauten Zelt und einem abgestellten Fahrzeug in dem Bereich des Abstellgleises vor. Durch eine Halterabfrage habe man zwar schnell feststellen können, dass das Fahrzeug einem Jäger gehört, was den Puls der Besatzung jedoch nur unwesentlich beruhigt habe.

Beim Eintreffen der Polizisten auf dem Parkplatz am Bahnhof Sagehorn hatte der 47-jährige Fahrer und mutmaßliche Schütze seine Ausrüstung bereits wieder zusammengepackt. Das Jagdgewehr lag jedoch weiter griffbereit im Fußraum der Beifahrerseite, hieß es von den Beamten weiter. Der Grünrock rechtfertigte sich gegenüber diesen damit, nur „auf Wild angelegt zu haben“. Die Bahnstrecke – hier ein Abstellgleis samt Prellbock – erschien ihm der geeignete Punkt zu sein, das Gelände vom erhöhten Bahndamm aus im großen Winkel als sogenannten „Kugelfang“ zu nutzen, weil in Reichweite seiner Geschosse eine Kreisstraße verläuft. Ein laut Polizei durchaus gangbarer Gedanke zum Schutze des Straßenverkehrs, wäre da nicht die Beeinträchtigung des Bahnverkehrs gewesen. Dem Mann drohen nun Regressansprüche der Bahn sowie ein Ordnungswidrigkeitenverfahren und ein laut Polizei „nicht unerhebliches Bußgeld“. Insgesamt fünf Züge verspäteten sich um 56 Minuten.

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