Harry Boldt Ehrengast beim Klassik-Abend im Pferdemuseum Gipfeltreffen der Dressur-Elite

Verden. Gipfeltreffen der altersgemischten Dressur-Elite im Deutschen Pferdemuseum: Im Rahmen der Sonderausstellung "100 Jahre Leistungssport mit Pferden - Galerie der Besten" waren am Donnerstagabend unter anderem Harry Boldt (82), Monica Theodorescu (49), Nicole Uphoff (45) und Kristina Sprehe (26) zu Gast.
08.09.2012, 05:00
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Von Angelika Siepmann

Verden. Gipfeltreffen der altersgemischten Dressur-Elite im Deutschen Pferdemuseum: Im Rahmen der Sonderausstellung "100 Jahre Leistungssport mit Pferden - Galerie der Besten" waren am Donnerstagabend unter anderem Harry Boldt (82), Monica Theodorescu (49), Nicole Uphoff (45) und Kristina Sprehe (26) zu Gast.

Sie gehörten zu den Gästen der Veranstaltung "Großer Abend der klassischen Reitkunst". Organisatoren waren neben dem DPM die Persönlichen Mitglieder (PM) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Warendorf und der Pferdesportverband Hannover.

Moderator Christoph Hess, seit 18 Jahren Leiter der FN-Abteilung Ausbildung und international tätiger Dressurrichter, erinnerte zunächst an die Vernissage der großen Ausstellung am 17. April dieses Jahres. Daran hatten auch Springreiter-Legende Hans-Günter Winkler und Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer teilgenommen.

Viele Gäste haben Holger Schmezer, der in Verden-Borstel wohnte, an diesem Tag zum letzten Mal gesehen. Schmezer starb zwei Tage später. Während des Turniers im niederländischen S’Hertogenbosch erlitt er einen tödlichen Herzinfarkt. Christoph Hess erwähnte in seiner Einleitung der Podiumsdiskussion auch Stefan Krawczyk, der nur wenige Wochen später nach langer schwerer Krankheit gestorben – und eigentlich als Moderator der Veranstaltungen vorgesehen war.

"So stehe ich nun wieder vor Ihnen", sagte Hess, bevor TV-Pferdefilmer Thomas Vogel (Völkersen) sein reichhaltiges Foto- und Filmmaterial präsentieren konnte. Viele Begleittexte hat der Ende 2011 verstorbene Fernseh- und Rundfunkjournalist Hans-Heinrich Isenbart verfasst und auch noch auf Band gesprochen.

Stargast des Abends im ausverkauften Pferdemuseum – an der Kasse sprach man von rund 140 Besuchern – war Harry Boldt. Der ehemalige Team-Olympiasieger und Silbermedaillengewinner in der Dresur (1964 in Tokio und 1976 in Montreal) lebt seit Anfang der 1990er Jahre in Australien. Von 1981 bis 1996 war er Bundestrainer der deutschen Dressurreiter. Nicole Uphoff-Selke gewann mit dem Ausnahmepferd Rembrandt viermal Dressur-Gold: 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona.

Bei ihrem Olympia-Debut in London hat Kristina Sprehe im Sattel von Desperados Silber mit der deutschen Mannschaft geholt. Nach dem plötzlichen Tod Schmezers war es dessen bisheriger Co-Trainer Jonny Hilberath (Scheeßel), der im Vorfeld der Olympischen Spiele kurzfristig in die Bresche sprang. Er brachte das unerfahrene Damenteam mit Dorothee Schneider, Helen Langehanenberg und Kristina Sprehe sensationell in die Medaillenränge.

Inzwischen hat Hilberath erklärt, er werde seinen Interimsposten wieder räumen. Wie er im vollbesetzten Museum betonte, will er sich künftig weiter seiner eigentlichen Arbeit als Dressurausbilder widmen.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung bevorzugt inzwischen eine Zukunftslösung mit der mehrfachen Mannschaftsweltmeisterin Monica Theodorescu (Sassenberg) an der Spitze. Die Cheftrainerposition würde damit erstmals mit einer Frau besetzt. "Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung, bin mir aber auch der großen Verantwortung bewusst", sagte Monica Theodorescu im Pferdemuseum.

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