Gerichtsbericht Haftstrafe für Schilder-Werfer

Verden·Kirchlinteln. Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ist der 24-jährige Stefan H. aus Mecklenburg-Vorpommern am Freitag vom Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden.
21.05.2010, 16:50
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Von Angelika Siepmann

Verden·Kirchlinteln. Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ist der 24-jährige Stefan H. aus Mecklenburg-Vorpommern am Freitag vom Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

H. hatte am Vortag gestanden, am 9. September vorigen Jahres von der Brücke bei Kükenmoor ein Baustellenschild samt schwerem Fuß auf die Autobahn 27 geworfen zu haben. Es war fast in der Mitte der beiden Fahrspuren Richtung Bremen gelandet. Der 41-jährige Fahrer eines Geländewagens hatte das Hindernis zwar im letzten Moment erkannt, konnte eine Kollision aber nicht vermeiden. Der Geschäftsführer aus Stuhr geriet mit seinem Fahrzeug an die Leitplanke. Der Mann blieb unverletzt, am Pkw entstanden rund 10.000 Sachschaden.

Die Schwurgerichtskammer entsprach mit ihrem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte habe zur Überzeugung des Gerichts in der Absicht gehandelt, einen Unfall herbeizuführen, sagte der Vorsitzende Volker Stronczyk. Ein bedingter Tötungsvorsatz, der auch im Raum gestanden hatte, sei aber nicht anzunehmen hieß es weiter.

Stefan H. lebte zur Tatzeit als Saisonarbeiter auf einem Hof in Kükenmoor. Der psychiatrische Sachverständige Heinz-Wilhelm Gössling (Hannover) hatte in seinem Gutachten erklärt, H. habe aus verschiedenen Gründen wahrscheinlich im Zustand verminderter Schuldfähigkeit agiert. Bei dem 24-Jährigen lägen eine 'Intelligenzminderung' sowie eine Störung der Impulskontrolle vor. Gössling sprach außerdem von deutlichen Defiziten in der psychosozialen und und emotionalen Entwicklung.

Die Verteidigerin hatte zwei Jahre auf Bewährung beantragt. Dies lehnte die Kammer ab. Stronczyk: 'Diese Tat erfordert eine harte Strafe, um dem Angeklagten und anderen zu zeigen, dass so etwas nicht geschehen darf. Bewährung komme daher nicht in Betracht.

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