Fachkräfteoffensive des Landkreises bietet Schülern auf Verdener Baustelle Einblicke ins Berufsleben

Handwerk hautnah

Im Rahmen der Fachkräfteoffensive des Landkreises konnten sich Schüler gestern ein Bild von der Baubranche machen. Um das Angebot praxisnah zu gestalten, hatten die Initiatoren die Firma Holzkamm als Kooperationspartner an Bord geholt, die den Jugendlichen für einen Tag Zugang zur Baustelle des Verdener Fachmarktzentrums gewährte.
16.06.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Im Rahmen der Fachkräfteoffensive des Landkreises konnten sich Schüler gestern ein Bild von der Baubranche machen. Um das Angebot praxisnah zu gestalten, hatten die Initiatoren die Firma Holzkamm als Kooperationspartner an Bord geholt, die den Jugendlichen für einen Tag Zugang zur Baustelle des Verdener Fachmarktzentrums gewährte.

VON MAREN BRANDSTÄTTER

Landkreis. "Der Unterricht wird zum Lokaltermin" – schon Erich Kästner sprach sich in seinem Roman "Das fliegende Klassenzimmer" für praxisnahes Lernen aus. Maurer, Zimmerer und Dachdecker gaben Schülern gestern praktische Einblicke in ihren Berufsalltag – auf der Baustelle des künftigen Verdener Fachmarktzentrums am Nikolaiwall. Im Rahmen der Fachkräfteoffensive des Landkreises hatte sich die Firma Holzkamm bereit erklärt, den Pennälern einen Blick hinter den Bauzaun zu gewähren.

Orientierung und Einblicke

Ausgerüstet mit Schutzhelmen nahmen etwa 120 Jugendliche dieses Angebot wahr. Manchem diente der Vormittag zwischen Stahlträgern, Baugerüsten und Betonmischern als erste Orientierung. Den Schülern der Berufsbildenden Schulen Verden bot die Führung mit den Geschäftsführern der Firma Holzkamm, Tino Kulpe und Claus Willenbrock, Einblicke in eine Materie, mit deren Theorie sie sich als angehende Bauzeichner täglich befassen.

Entsprechend angetan waren die Jugendlichen von dem Praxisausflug. "Hier sieht man mal, was man sonst nur zeichnet", erzählte Luisa Langschwadt (19). Im Rahmen ihrer Ausbildung in einem Architekturbüro sei sie zwar auch ab und an auf Baustellen, aber dort ginge es nicht so stark ums Detail. Ähnlich empfand es Bauzeichner-Azubi Christian Precht (18): "Eine richtige Führung, bei der alle Fragen so ausführlich beantwortet werden, mache ich auch zum ersten Mal mit."

Waren die Schüler beim Rundgang über das Gelände auf den Geschmack gekommen, hatten sie in einer Halle des Fachmarkt-Rohbaus die Möglichkeit, sich an diversen Ständen eingehender über die unterschiedlichen Berufsbilder des Baugewerbes zu informieren. Dort zeigte neben Zimmerer- und Dachdeckerinnung auch die Arbeitsagentur Präsenz. "Ich vermittle den Schülern Ansprechpartner und beantworte Fragen aus Arbeitgebersicht", erklärte Martin Rodenburg, dessen Alltagsgeschäft die Betreuung der Handwerksbetriebe im Landkreis ist. Ihm sei es wichtig, Jugendlichen den sprichwörtlich goldenen Boden des Handwerks in Zahlen darzulegen. "Auch Hauptschüler haben im Handwerk reelle Chancen, richtig gutes Geld zu verdienen", betonte Rodenburg. Praktisch wurde es noch einmal am Stand der Zimmerer-Innung. An einem großen Querpfosten konnten die Schüler ihr Talent testen – es galt, große Nägel mit dem Hammer ins Holz zu treiben. "Mit drei Schlägen ist man schon gut dabei", versicherte Zimmerer-Geselle Arne Grabenhorst. Unter den Anwärtern gebe es einige, bei denen gute Ansätze erkennbar seien.

Der Mangel an Auszubildenden im Handwerk sei besorgniserregend, betonte Initiatorin Marita Schülbe vom Fachdienst Wirtschaftsförderung. Das Bauhandwerk biete gute Perspektiven, für die sie gemeinsam mit den Kooperationspartnern werben wolle. Und das sei "auf so einer lebendigen Baustelle sicher spannender, als mit nüchternen Informationen". Adressenlisten aller ausbildenden Handwerksbetriebe lagen ergänzend an allen Info-Tischen aus.

Am Ende ihrer Führung über das künftige Fachmarktgelände konnten die Schüler anhand eines Quizbogens beweisen, dass sie den Experten aufmerksam zugehört hatten.

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