Hannoveraner Verband

Absolute Mehrheit für Lührs-Behnke

Gleich mehrere Posten hat der Hannoveraner Verband bei seiner Delegiertenversammlung vergeben. Als neuen Präsidenten wählten die Teilnehmer den Verdener Hinni Lührs-Behnke.
25.08.2020, 18:14
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Angelika Siepmann
Absolute Mehrheit für Lührs-Behnke

Hinni Lührs-Behnke ist der neue Präsident des Hannoveraner Verbands.

Björn Hake

Mit einem normalen Acht-Stunden-Tag war es nicht getan. Vor allem die Wahlen zu den neuen Gremien nahmen auf der Delegiertenversammlung des Hannoveraner Verbandes in der Niedersachsenhalle erwartungsgemäß viel Zeit in Anspruch. Denn zum einen gab es weit mehr Bewerber als zu besetzende Posten, zum anderen hatten alle Kandidatinnen und Kandidaten Gelegenheit, sich und ihre Intentionen noch einmal vorzustellen. Nicht jede Wahl ging so zügig vonstatten wie gleich zum Auftakt des Marathons die des Präsidenten.

Mit Hinni Lührs-Behnke (48) steht jetzt, wie bereits berichtet, ein Verdener an der Spitze des größten deutschen Pferdezuchtverbandes. Der promovierte Landwirt, der die vielzitierte Strukturreform mit erarbeitet hat, wurde seiner ihm schon im Vorfeld zugeschriebenen Favoritenrolle gerecht. Er vereinigte 88 Stimmen auf sich, fast 57 Prozent. Damit schaffte es der Borsteler gleich im ersten Wahlgang, die neue Nummer eins zu werden. Das Ergebnis der weiteren Ämterverteilung, so mühsam sie sich mitunter gestaltete, stellte Lührs-Behnke sehr zufrieden.

„Es wurde nach Personen, nicht nach Herkunft gewählt“, sagte er im Gespräch mit den VERDENER NACHRICHTEN, „nach persönlichem und fachlichen Eindruck“. Die Delegierten, die unterm Strich mehr als neun Stunden in der Verdener Niedersachsenhalle auszuharren hatten, seien bis zum Ende des ungewöhnlich umfangreichen Wahlgeschehens voll konzentriert gewesen. Mit den gebildeten Teams sei der nötige Neubeginn zu bewältigen, so Lührs-Behnke. Wobei es auch gelte, „mit Anstand“ Altlasten zu beseitigen. In seinen Schlussworten hatte er noch betont, es sei erforderlich, „mehr miteinander zu reden, nicht übereinander“.

Mit ihren Bewerbungsreden waren die drei weiteren Kandidaten nicht in der Lage gewesen, vor Ort noch ausreichend Zuspruch zu finden, um dem „Lokalmatadoren“ den Wahlsieg streitig zu machen. Im Trio der Unterlegenen erwies sich Frank Rost (Rotenburg), früherer Fußball-Profi im Tor von Werder, Schalke und HSV, mit 31 Prozent noch als erfolgreichster Stimmenfänger. Im geschlagenen Feld landeten zudem Christopher Kröckel (Braunschweig) und Mathias Schulze (Hankensbüttel).

Bis auf den Präsidenten, wie der „Vorreiter“ unter den Ehrenamtlichen nun genannt wird, haben die übrigen fünf Mitglieder des obersten Gremiums jeweils einen Arbeitsschwerpunkt. Für den Bereich Finanzen, Recht und Personal ist Carsten Leopold (Bassum) zuständig, der sich bei der Wahl zum Vizepräsidenten behauptete. Vermarktung ist das zentrale Thema für Dieter Meyer (Dörverden), der sich damit auch von Berufs wegen bestens auskennt. „Die Züchter sind das Herz des Verbandes“, hat nicht nur Hinni Lührs-Behnke hervorgehoben. „Züchterbindung“ ist das Stichwort für Harald Thelker (Ostercappeln-Venne), der sich diesem Part widmen wird. Das Präsidium komplettierten der Bremer Hergen Forkert (Springen) und Matthias Klatt (Hahausen, Dressur).

Wer bis dato Frauenpower vermisst hatte, bekam sie noch eindrucksvoll geliefert, und zwar in Gestalt von Ernestine Zwingmann aus Lindwedel (Samtgemeinde Schwarmstedt/Heidekreis). Die toughe Unternehmensberaterin, die sich vehement für neue Wege und Wegbereiter einsetzte, wurde mit rund 53 Prozent der Stimmen zur Vorsitzenden des neu installierten Aufsichtsrats gewählt, der beratende und kontrollierende Funktion haben soll. Ernestine Zwingmann ließ ihre beiden Mitbewerber ganz schön alt aussehen.

Das Nachsehen hatte nicht nur Franz Bürmann (Tespe/ Kreis Harburg), der nicht zuletzt als Berater des Ende Juli zurückgetretenen Verbandsvorsitzenden Hans-Henning von der Decken galt, sondern auch maßgeblich in der Strukturkommission mitwirkte. Auch für Johann von der Decken (Krummendeich), einen Cousin des Ex-Hannoveraner-Chefs, konnten sich die Delegierten am Wahltag nicht erwärmen. Er gehörte bislang dem Gesamtvorstand an. Zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden avancierte Hendrik Hüsker (Syke-Wachendorf). In das Gremium gelangten auch, nach zum Teil spannenden Stichwahlen, Matthias Bug (Petersberg), Achim Schacke (Wittingen) sowie Matthias Gruppe (Groß Sisbeck). Der Verband hat künftig auch einen sogenannten Good-Governance-Beauftragen. Dieses Amt übernimmt Norbert Bramlage aus Dinklage.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+