Junge Verdener auf der 'Schulschiff Deutschland' Hauptschüler nehmen Kurs aufs Berufsleben

Verden·Vegesack. Friseurin möchte Vanessa Marczak werden, unbedingt. 'Das war schon als Kind mein absoluter Traumberuf', sagt die 15-jährige Hauptschülerin. Lehrstellen sind hart umkämpft, doch Vanessa hat gute Chancen, einen der begehrten Plätze zu ergattern.
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Von Gesa Wicke

Verden·Vegesack. Friseurin möchte Vanessa Marczak werden, unbedingt. 'Das war schon als Kind mein absoluter Traumberuf', sagt die 15-jährige Hauptschülerin. Lehrstellen sind hart umkämpft, doch Vanessa hat gute Chancen, einen der begehrten Plätze zu ergattern: Gemeinsam mit ihren Klassenkameraden absolviert sie ein Berufsvorbereitungstraining auf der 'Schulschiff Deutschland.'

Drei Tage lang bekommen die Jugendlichen Tipps zu Bewerbungs- und Vorstellungsverfahren, besuchen Workshops zu Selbstdarstellung und Körpersprache oder lernen, die eigenen Stärken besser einzuschätzen und zu präsentieren.

Initiator des Projektes ist der Rotary-Club Verden. 'Wir engagieren uns ganz gezielt für Hauptschüler, weil die in der Gesellschaft oft einen sehr schlechten Stand haben', erklärt Axel Burmeister, der das Training vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. 'Die Schüler lernen bei uns, dass sie sehr wohl etwas leisten können, wenn sie nur an sich glauben.' Dass Glaube allein häufig nicht ausreicht, weiß auch Burmeister. Deshalb lädt er potenzielle Arbeitgeber auf das Schiff ein, die mit den Schülern fiktive Bewerbungsgespräche durchspielen oder über Einstiegsmöglichkeiten und Aufstiegschancen informieren. Handwerksbetriebe aus der Region, Vertreter von Bundeswehr oder dem Verband Deutscher Reeder - sie alle liefern den Jugendlichen wertvolles Wissen aus erster Hand. Am Ende des Seminars erstellen die Schüler dann ein gemeinsames Bewerbungsbuch. 'Das verschicken wir an über 800 Betriebe im Landkreis Verden', sagt Burmeister.

Konzept geht auf

Ein Konzept, das aufgeht: Von den rund 60 Hauptschülern, die im vergangenen Jahr das Training durchliefen, konnten fast 50 für einen Ausbildungsplatz vermittelt werden. 'Das ist eine Traumquote im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt', weiß auch die betreuende Lehrerin Rita Peichl-Mohr. 'Meine Schüler gehen mit einem enormen Selbstvertrauen hier raus. Sie erfahren Wertschätzung und Anerkennung und nehmen dieses Gefühl mit in die anstehende Bewerbungsphase.' Rund 15000 Euro kostet das Projekt Jahr für Jahr, jeweils die Hälfte kommt vom Rotary-Club Verden und der Agentur für Arbeit. Und auch die Schüler leisten ihren Beitrag, sie engagieren sich freiwillig als Losverkäufer der Stadttombola: 'Fördern und fordern' ist schließlich Rotarier-Motto.

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