Holocaust-Leugnerin

Haverbeck verhaftet

Obwohl ihre Haftfähigkeit bescheinigt wurde, trat die einschlägig vorbestrafte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck ihre Haftstrafe nicht an.
07.05.2018, 18:06
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Marie Lührs
Haverbeck verhaftet

Ursula Haverbeck trat ihre Haft nicht freiwillig an.

Paul Zinken

Die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck ist von der Polizei verhaftet und in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert worden. Die 89-Jährige sei zum festgesetzten Haftantritt nicht erschienen, teilte die Staatsanwaltschaft Verden am Montag mit. Daraufhin wurde sie im heimischen Vlotho verhaftet.

Haverbeck war im November vergangenen Jahres in Verden wegen achtfacher Volksverhetzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Es war bereits das achte Urteil gegen die Seniorin und das bisher höchste, denn ins Gefängnis musste sie bisher nie. Das Amtsgericht Detmold verhängte im Februar allerdings ebenfalls eine zehnmonatige Haftstrafe.

Haverbeck wirkte unter anderem als Autorin an der rechtsextremen Zeitschrift "Stimme des Reichs" mit. In ihren 2014 und 2015 erschienenen Texten leugnete sie den Holocaust. Sie behauptete, dass Auschwitz ein Arbeits- und kein Vernichtungslager gewesen sei. Zudem verbreitete sie, dass eine Massenermordung der Juden gar nicht möglich gewesen wäre.

Lesen Sie auch

Weder in der Berufungsverhandlung in Verden noch vor dem Oberlandesgericht in Celle konnte Haverbeck das Hafturteil vom Verdener Landgericht abwenden. Das Oberlandesgericht wies ihren Revisionsantrag im Februar zurück. Da Haverbeck nicht fristgerecht bei der zuständigen Justizvollzugsanstalt vorstellig wurde, hat die Staatsanwaltschaft Verden laut eigenen Angaben am vergangenen Freitag einen Vollstreckungshaftbefehl gegen die hartnäckige Holocaust-Leugnerin erlassen. Die Polizei wurde mit der Festnahme beauftragt. Im Verlauf des Montag erfolgte dann die Verhaftung.

An der Haftfähigkeit von Haverbeck gibt es derweil keinen Zweifel. Ein amtsärztliches Gutachten bescheinigt der Delinquentin, dass ihr ein Gefängnisaufenthalt zuzumuten ist. "Im Internet anders lautende Angaben sind unzutreffend", so die Verdener Staatsanwaltschaft.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+