Verden

Heidedichter und Herzensbrecher bei Heine

Verden. Der Name Hermann Löns ist mit der Lüneburger Heide verbunden wie Erika und Wacholder. Er hat diesen kargen Landstrich und seine Bewohner mit seinen Gedichten, Geschichten und Romanen literarisch geadelt.
30.08.2016, 00:00
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Heidedichter und Herzensbrecher bei Heine
Von Anna Zacharias

Verden. Der Name Hermann Löns ist mit der Lüneburger Heide verbunden wie Erika und Wacholder. Er hat diesen kargen Landstrich und seine Bewohner mit seinen Gedichten, Geschichten und Romanen literarisch geadelt. Dabei wurde er belächelt als Herzensbrecher, verehrt als Jagdpoet und Naturschutzpionier, aber auch kritisiert als Kitschautor und geistiger Wegbereiter des Nationalsozialismus. Gleichwohl sind in Deutschland mehr als 600 Straßen nach dem Dichter und Journalisten benannt, etliche Kneipen, Apotheken und Schulen schmücken sich mit seinem Namen. Am Mittwoch, 31. August, 19.30 Uhr, liest der Schriftsteller Heinrich Thies aus seinem Buch „Mein Herz gib wieder her“ in der Verdener Buchhandlung Heine. Die Romanbiografie stellt anlässlich des 150. Geburtstag des Heidedichters am 29. August Hermann Löns und seine zweite Frau Lisa in den Mittelpunkt.

Lisa soll eine selbstbewusste und couragierte Frau gewesen sein, die in mancher Hinsicht das genaue Gegenteil ihres Mannes war: Frauenrechtlerin, Pazifistin, Pionierin der Volkshochschulbewegung. Lisa Hausmann-Löns übersetzte unter anderem einen jüdischen Familienroman sowie Bücher von Jack London und schrieb Novellen. Thies schildert in seiner Romanbiografie, wie die Ehe von den Alkoholexzessen und psychischen Krisen des Dichters überschattet wurde und auf dramatische Weise in die Brüche ging. Thies stützt sich auf zahlreiche Briefe und Gespräche mit Löns-Nachfahren. Dabei zeichnet er ein differenziertes Bild des Heidedichters, der im Alter von 48 Jahren im Ersten Weltkrieg fiel und seine Kriegserfahrungen in seinem Tagebuch festgehalten hat. Als Sohn eines Heidebauern ist Thies mit Löns praktisch aufgewachsen, hat aber auch eine kritische Sicht auf den Heidedichter entwickelt. Anmeldungen werden unter der Nummer 0 42 31/ 35 05 entgegengenommen.

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