Denkmäler Hoch hinaus im schiefen Turm

Einmal im Jahr öffnen bauhistorisch bedeutende Gebäude ihre Türen für die Öffentlichkeit, die Stadt Verden ist mit zehn Objekten dabei. Erstmals kann der Turm des Syndikatshofs erstiegen werden.
28.08.2017, 17:44
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Hoch hinaus im schiefen Turm
Von Andreas Becker

Verden. In diesem Jahr steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Macht und Pracht“. Die Stadt Verden beteiligt sich in diesem Jahr mit gleich zehn Objekten an der Veranstaltung, die am Sonntag, 10. September, mit freiem Eintritt und Führungen lockt. Das Motto bezieht sich auf Denkmäler, die weltliche und religiöse Machtverhältnisse abbilden, etwa prächtige Schlösser, mächtige Kirchen, Patrizierhäuser mit aufwendigem Bauschmuck oder große historische Fabrikhallen. Dazu passt der Syndikatshof am Norderstädtischen Markt in Verden, der als eines der bedeutendsten Baudenkmäler in der Stadt gilt.

Das aktuelle Programm ist ab sofort im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de zu finden. Dort können Interessierte sich alle teilnehmenden Denkmäler einer Region anzeigen lassen, außerdem nach Kategorien suchen und über einen Merkzettel persönliche Touren zusammenstellen. Die mobile Nutzung vor Ort ermöglicht eine kostenfreie App fürs Smartphone. Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 50 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals in Deutschland. Der große Erfolg des Tags des offenen Denkmals bundesweit wird laut Veranstalter „getragen vom partnerschaftlichen Miteinander der lokalen und regionalen Organisatoren wie Vereinen und Ehrenamtlichen, Kirchengemeinden, Denkmalbesitzern, -nutzern und -behörden“.

Für die Stadt Verden organisiert erstmals Carola Cordes vom Fachbereich Bildung und Kultur den Tag des offenen Denkmals. „Das ist ganz schön viel Aufwand. Ich hoffe, dass wir in Zukunft noch Denkmäler dazubekommen“, sagt sie. In diesem Jahr sei die Stadt Verden besonders stark vertreten, das erstmalig der Syndikatshof für die Besucher zugänglich sei. Das Bauwerk gehört zu den ältesten Häusern und bedeutendsten Baudenkmalen der Stadt Verden und gilt als ein wichtiges Zeugnis für die hiesige Bau- und Stadtgeschichte. Der rückwärtige Turm des Hauses stammt aus der Entstehungszeit. Führungen durch den Turm werden um 11 und 12 Uhr angeboten. Ansonsten ist das Bauwerk nicht zugänglich. Es ist nicht barrierefrei.

Bei dem alten Schulhaus in Dauelsen handelt es sich um ein Baudenkmal aus dem Jahr 1823. Restauriert und bewirtschaftet wird das Gebäude vom Verein „Altes Schulhaus Dauelsen“. Am Tag des offenen Denkmals beteiligt sich der Verein mit einem Tag der offenen Tür unter dem Motto „Dorfschule vor 100 Jahren“. Des Weiteren wird die Künstlerin Sabrina Paepke Kunstwerke ausstellen. Kaffee und Kuchen runden das Angebot ab. Geöffnet ist das Schulhaus von 10 bis 18 Uhr.

Auf dem jüdischen Friedhof in Verden bietet Günter Schmidt-Bollmann eine Führung an. Sie beginnt um 11 Uhr, auf dem Rundgang werden auch einige Grabinschriften übersetzt. Treffpunkt ist der Eingang des Friedhofs am Ahornweg. Männliche Besucher werden gebeten, unbedingt eine Kopfbedeckung mitzubringen. Die Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus“ des Gymnasiums am Wall wird einen Nachdruck des Buches „Urgroßvaters Tagebuch“ zugunsten der Erhaltung des jüdischen Friedhofs verkaufen.

Das historische Museum Domherrenhaus in der Unteren Straße hat seine Türen von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr für interessierte Gäste geöffnet. Führungen finden auf Anfrage statt. Im Dom zu Verden bietet der Dominformationsdienst Führungen jeweils ab 12.30 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr an. Treffpunkt ist der Eingang am Lugenstein. Geöffnet ist der Dom von 9 bis 17 Uhr.

Die Propsteikirche St. Josef am Andreaswall 13 ist von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen beginnen um 13.30 Uhr und 16 Uhr unter der Leitung von Ursula Schramm. Ohne Führungen sind geöffnet: die St. Andreaskirche in der Andreasstraße von 11 bis 17 Uhr, die St. Johannis-Kirche in der Johannisstraße von 12 bis 17 Uhr sowie das Deutsches Pferdemuseum, Am Holzmarkt, von 10 bis 17 Uhr.

Weiterhin bietet die Tourist-Information um 15 Uhr eine Stadtführung unter dem Titel „Zimmermanns Tochter – Verden nach der Reformation“ an. Hier können die Teilnehmer mit Stadtführerin Karin Köster, die in die Rolle der Zimmermeisters Tochter schlüpft, durch die Zeit der Reformation und vor allem die Folgejahre in Verden wandeln. Treffpunkt ist der Lugenstein. Tickets erhalten Interessierte bei der Tourist-Information im Rathaus unter 0 42 31/ 1 23 45 sowie im Internet unter www.verden.de. Restkarten gibt es vor Ort.

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