Polizei und Landkreis arbeiten zusammen / Wieder Drogenkontrollen zum Hurricane Festival

Höheres Augenmerk auf Verkehrssicherheit

Verden. Der Landkreis Verden steht mit seiner Unfallstatistik relativ gut da, das Land Niedersachsen im bundes- und auch europaweiten Vergleich dagegen nicht. Deshalb hat das Innenministerium die "Verkehrssicherheitsinitiative 2020" ausgerufen: In den kommenden acht Jahren soll sich die Zahl der Toten und Schwerverletzten um ein Drittel verringern.
16.06.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Höheres Augenmerk auf Verkehrssicherheit
Von Anke Landwehr

Verden. Der Landkreis Verden steht mit seiner Unfallstatistik relativ gut da, das Land Niedersachsen im bundes- und auch europaweiten Vergleich dagegen nicht. Deshalb hat das Innenministerium die "Verkehrssicherheitsinitiative 2020" ausgerufen: In den kommenden acht Jahren soll sich die Zahl der Toten und Schwerverletzten um ein Drittel verringern.

"Wir werden unsere Anstrengungen zur Verkehrssicherheit deshalb intensivieren und noch stärker als bisher mit dem Landkreis zusammenarbeiten", so Verdens Polizeichef Uwe Jordan gestern bei einem Pressegespräch. Schon jetzt gebe es eine Arbeitsgemeinschaft, die Sache lasse sich gut an. So seien bei einer Informationsveranstaltung für Motorradfahrer auf dem Parkplatz des Landkreises rund 100 Teilnehmer gezählt worden, von denen sich etliche zum Verkehrssicherheitstraining des ADAC angemeldet hätten.

Das anfangs nur in Achim durchgeführte Fahrschulprojekt – Polizisten weisen Fahrschüler auf besondere Gefahren hin – werde nun als Modellprojekt auf ganz Niedersachsen ausgedehnt. Jordan: "Darauf sind wir richtig stolz."

Bewährt hätten sich auch die durch spezialisierte Beamte durchgeführten Drogenkontrollen. Ein angenehmer Nebeneffekt: "Das stößt bei den Kontrollierten selbst auf hohe Akzeptanz." Als Beispiel nannten Jordan, Pressesprecher Jürgen Menzel und Marcus Neumann als Sachbearbeiter Einsatz/Verkehr das Hurricane Festival. Die Besucher wüssten inzwischen, dass sie bei den An- und Abfahrten kontrolliert würden und hätten sich darauf eingestellt.

Mit einer weniger einsichtigen Klientel hat es die Tuning-Gruppe zu tun. "Auf unserem Hof stehen eigentlich immer ein paar Roller, die wir aus dem Verkehr gezogen haben", sagte Jordan. Die Versuchung, Zweiräder schneller zu machen, sei insbesondere für Jugendliche sehr groß, meinte Menzel. "Weil im Internet alles erhältlich ist und die Angebote immer raffinierter werden." Neumann berichtete von Foren, in denen sich die unbekümmerten Bastler austauschen. Auf diesen Seiten sind auch die "Tuning"-Polizisten unterwegs, um auf dem Laufenden zu bleiben. "Ob ein Roller getunt ist, ist mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen", so Menzel.

Demnächst wird die Unfallkommission wieder besondere Gefahrenstellen im Landkreis Verden erkunden und schauen, wie sie entschärft werden können. Außerdem ist die Polizei an der Entwicklung des Radwegkonzepts für die Stadt Verden beteiligt. Unter anderem wird untersucht, ob für manche Strecken die "Radwegbenutzungspflicht" aufzuheben ist – vor allem dort, wo Fußgänger und Radfahrer sich relativ schmale Wege teilen müssen. "Das arbeiten wir, auch in anderen Gemeinden, Stück für Stück ab", so Neumann.

Verkehrssicherheit bedeute allerdings auch Selbstverantwortung, betonte Jordan. Immer noch gingen viel zu viele Unfälle auf unvorsichtiges Verhalten zurück.

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