Mit einem Klick zur Kunst Homepage von "Kultur im Norden" bietet Plattform für kreative Köpfe

Gemütlich auf der Couch liegen, sich gleichzeitig eine Kunstausstellung anschauen und mit Gleichgesinnten darüber sprechen – das und noch einiges mehr ermöglicht die Internetseite des Vereins KUNO (Kultur im Norden).
20.01.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ina Friebel

Gemütlich auf der Couch liegen, sich gleichzeitig eine Kunstausstellung anschauen und mit Gleichgesinnten darüber sprechen – das und noch einiges mehr ermöglicht die Internetseite des Vereins KUNO (Kultur im Norden).

„Wir hatten die Idee, im Internet kulturell tätig zu werden“, berichtet Paul Kroker, der die Plattform für Kunst- und Kulturaustausch 2012 mitgegründet hat. Gemeinsam mit dem ersten Vorsitzenden des Langwedeler Kulturvereins, Rolf Göbbert, entwickelte er die Idee für die Homepage.

Zeitgleich machten die beiden mit einer monatlichen Radiosendung auf dem Sender Radio-Weser-TV auf sich aufmerksam. „Darin behandelten wir Themen, die KUNO betreffen – Kunst, Kultur, Literatur, Musik“, erzählt Kroker, der selbst Maler ist und als Dozent für deutsche Literatur an der Übersetzer- und Dolmetscher-Hochschule in Mailand gearbeitet hat. „Uns ist es wichtig, nicht nur im digitalen, sondern auch im analogen Raum zu arbeiten.“

KUNO solle nicht als Terminkalender für anstehende Ausstellungen dienen. „Es geht darum, Kunst- und Kulturschaffende vorzustellen“, hält Kroker fest. So kann etwa in der Onlinegalerie jeder seine Kunst präsentieren. „Die steht allen offen“, betont der 66-Jährige, der den Ausstellern gerne auch beratend zur Seite steht. KUNO beschränkt sich nicht auf die klassischen Künstler wie Maler oder Bildhauer – auch Musiker, die ihre Werke in Form von Videos präsentieren, Designer, Philosophen oder Architekten finden hier ihren Platz. „Viele nutzen die Seite als erste Publikationsmöglichkeit.“

Zusätzlich gibt es auf KUNO auch Einzelausstellungen. „Das ist ein Format, zu dem wir Künstler einladen, die wir interessant finden“, erläutert Paul Kroker. Auch diese Plattform stehe allen Künsten offen. „Letztes Jahr haben wir die Werke einer Handtaschendesignerin präsentiert“, berichtet der Kunstexperte weiter. „Jetzt gerade läuft eine Ausstellung von einem Künstler aus Berlin, der schon seit 25 Jahren tot ist.“ So wolle man den Künstler wieder ins Gedächtnis der Menschen rufen.

Besucher können selbst aktiv werden

Die nächste Ausstellung ist den Werken eines neapolitanischen Fotografen gewidmet. Eine Einzelausstellung dauert zwei Monate und beinhaltet ein sogenanntes „Webinar“. Dabei können die Besucher der KUNO-Seite selbst aktiv werden. Die Idee wurde in Zusammenarbeit mit einem Seniorenverein und der Universität Ulm entwickelt. „Das sind Onlineveranstaltungen, in denen Künstler vorgestellt werden und die Teilnehmer die Möglichkeit zur Diskussion haben“, erklärt der Etelser, der stets bemüht ist, die Kontakte in dem analogen Raum aufrecht zu erhalten. Unter anderem hat er die Arbeiten des Langwedeler Künstlers Udo Smorra bei einer Midissage in Fischerhude vorgestellt.

Auch die Beteiligung an einer Verdener Initiative, die sich dafür einsetzt, ein Gaswerk aus der Gründerzeit in ein Zentrum für Kunst- und Kulturinteressierte umzuwandeln, liegen dem 66-Jährigen und seinen Mitstreitern am Herzen.

In diesem Jahr stehen bei KUNO zwei große Aufgaben an. „Wir würden gerne mit unseren Möglichkeiten in die Arbeit mit Flüchtlingen einsteigen“, kündigt Kroker an. „Darunter sind genügend Leute, die in ihrer Heimat künstlerisch oder kulturell aktiv waren, und wenn sie wollen, geben wir ihnen die Möglichkeit, bei uns aktiv zu werden.“ Zwar stehe das Projekt noch ganz am Anfang, an einer Crowdfundingaktion für zwei syrische Filmemacher beteilige sich KUNO allerdings schon. „Wenn sich die Gelegenheit bietet, dass wir kulturell unterstützend tätig werden, wollen wir keine Möglichkeit verpassen“, betont Kroker. „Das entspricht der Grundidee von kulturellem Austausch.“

Die zweite zentrale Aufgabe, die KUNO 2016 angehen will, ist die Entwicklung eines kulturellen Bildungsprogrammes, das hauptsächlich online läuft. „Mir ist wichtig, dass ein Austausch über Kunst, Kultur und Literatur stattfindet, und dass nicht nur Meinungen abgegeben werden“, betont der ehemalige Dozent. Das Programm soll, an Uni-Kurse angelehnt, eine feste Anzahl von Stunden enthalten, die Online-Vorlesungen, Feedback-Anteile und Literaturverarbeitung beinhalten. Die Themengebiete ließen sich beliebig erweitern, betont Kroker. „Dafür wäre es gut, wenn wir ein Kreativzentrum hätten, wo wir uns auch einmal treffen könnten.“

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