Industrie- und Handelskammer IHK sieht Wirtschaft auf gutem Weg

Ein Dauerbrenner hat mittlerweile auch den Landkreis Verden flächendeckend erreicht. Die Unternehmen in der Industrie- und Handelskammer haben zunehmend mit Fachkräftemangel zu kämpfen.
17.07.2015, 00:00
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IHK sieht Wirtschaft auf gutem Weg
Von Andreas D. Becker

Ein Dauerbrenner hat mittlerweile auch den Landkreis Verden flächendeckend erreicht. Die Unternehmen in der Industrie- und Handelskammer haben zunehmend mit Fachkräftemangel zu kämpfen. Zwar sind die Konjunkturdaten insgesamt gut. Laut IHK-Geschäftsführer Siegfried Deutsch hätten die Firmen aber zunehmend Probleme, gut ausgebildetes Personal zu finden, um die gefüllten Auftragsbücher abarbeiten zu können.

„Viele können das Thema schon nicht mehr hören, aber es bewegt die Unternehmen stärker als je“, sagt Deutsch. Früher seien die Firmen unterschiedlich stark von dem Mangel an Fachkräften betroffen gewesen, inzwischen sei er überall zu spüren. „Die demografische Entwicklung hat dazu geführt, dass die Zahl der Arbeitskräfte abnimmt“, so der Geschäftsführer der Verdener Zweigstelle der IHK. Zwar hätten die Arbeitgeber das Problem rechtzeitig erkannt und über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet, jedes Unternehmen könne aber nur eine begrenzte Anzahl an Lehrlingen unterbringen.

Die Bedürfnisse der Firmen seien zwar unterschiedlich, der Fachabiturient mit Einser-Zeugnis müsse es aber gar nicht sein. „Dieser Mythos stammt noch aus der Zeit, als die Schulabgänger bei den Unternehmen Schlange standen. Das ist heute nicht mehr so, aber eine gewisse Basis sollte schon da sein“, sagt Siegfried Deutsch. Bei der Diskussion über die Qualität der Hauptschulen müsse man auch sehen, dass es durchaus Hauptschüler gebe, die erfolgreich anspruchsvolle Ausbildungsberufe ergreifen würden.

Verstärkte Automatisierungen

Bei der Lösung des Fachkräftemangels setzten manche Unternehmen verstärkt auf Automatisierungen. „Aber auch dabei sind qualifizierte Fachkräfte nötig“, sagt der IHK-Sprecher. Zahlen, wie viele Arbeitskräfte im Landkreis Verden fehlten, seien zwar nicht vorhanden. „Was wir aber von den Firmen als Rückmeldung bekommen, ist, dass es das Problem gibt. Und da reden wir nicht davon, dass irgendwo ein oder zwei Mitarbeiter fehlen.“

Eine weitere Möglichkeit, offene Stellen zu besetzen, sei die Einstellung von Migranten und Flüchtlingen. Das sei in der Vergangenheit für die Firmen wegen der einschlägigen Gesetzgebung eine unsichere Sache gewesen. „Inzwischen wird das aber so gehandhabt, dass die Aufenthaltserlaubnis zumindest für die Dauer der Ausbildung gilt“, so Deutsch. Das biete den Unternehmen Rechtssicherheit.

Ein gutes Zeugnis stellt die IHK den Kommunen im Landkreis für die Ausweisung von Gewerbeflächen aus. „Die Vernetzung der Firmen mit den örtlichen Wirtschaftsförderern klappt gut“, beschreibt Deutsch seinen Eindruck. Im Landkreis würden Grundstücke gut nachgefragt, die Vermarktung durch die Städte und Gemeinden sei in der Regel kein Problem. Ein positives Beispiel sei für ihn das Gewerbegebiet Nord in Verden. Dort herrsche eine spürbare Nachfrage, so dass die Flächen des ersten Bauabschnittes bereits vergriffen seien. „Ein großer Vorteil dieses Standorts ist die Nähe zur Autobahn sowie die günstige Lage zwischen den Ballungszentren Hannover und Bremen“, sagt der IHK-Geschäftsführer.

Ein Problem bestehe allenfalls, wenn Firmen sich an ihrem alten Standort vergrößern wollten. „Das kann mitunter schwierig werden“, so Deutsch. Auch für die Ansiedlung größerer Unternehmen sieht er die Flächen in Verden begrenzt. „Im Bereich Finkenberg sind die meisten Grundstücke vergeben“. Auf der anderen Seite sei zurzeit auch nicht zu erwarten, dass beispielsweise ein Autohersteller ein neues Werk in der Region bauen wolle.

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