Impf-Situation im Kreis Verden Impfungen: Landkreis hofft auf Mitte Februar

Ein Achimer Senior, dem ein Impftermin in Sachsen angeboten wurde, ein anderer, der weiterhin an der Terminvergabe verzweifelt und ein Impfzentrum, dessen Start ungewiss ist, weil es keinen Impfstoff gibt.
29.01.2021, 15:52
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Impfungen: Landkreis hofft auf Mitte Februar
Von Kai Purschke

Die Verdener Kreisverwaltung hatte bereits am Donnerstag klargestellt, dass sie keine Impftermine vergeben könne (wir berichteten). "Der Landkreis hat keinerlei Möglichkeiten, eigenständig Termine zu vergeben. Daher machen auch keine diesbezüglichen Anrufe am Bürgertelefon des Landkreises oder in der Zentrale der Kreisverwaltung Sinn“, sagte der für das Verdener Impfzentrum zuständige Fachdienstleiter Christian Groth. Denn das hatten am Donnerstag, aufgrund der technischen Probleme des Landes Niedersachsen bei der Terminvergabe, wohl diverse Kreisbewohner im Alter von 80 Jahren oder älter versucht.

Für das Impfzentrum des Landkreises Verden wären zurzeit auch gar keine Termine verfügbar, weil die für Anfang Februar angekündigte nächste Impfstofflieferung von 1170 Impfdosen komplett für die Erst-Impfung der noch unversorgten Pflegeheime im Landkreis vorgesehen sei, erklärte Groth. Menschen aus dem Landkreis Verden, die zur priorisierten Impfgruppe gehören, sollten Geduld in Sachen Impftermine aufbringen. Aufgrund der Lieferengpässe beim Impfstoff sei zurzeit nicht konkret absehbar, wann das Verdener Impfzentrum verlässlich öffnen könne. Die Kreisverwaltung hoffe aber – immer unter der Voraussetzung, dass Impfstoff verfügbar sei – auf die Woche ab dem 15. Februar.

Unterdessen hielten die Probleme bei der Terminvergabe über die Impf-Hotline 08 00 / 9 98 86 65 (montags bis sonnabends von 8 bis 20 Uhr) sowie über das Impfportal unter www.impfportal-niedersachsen.de offenbar auch am Freitagmorgen an. Der 83-jährige Achimer, der schon am Donnerstag vergeblich versucht hatte, sich über diese beiden Wege einen Termin zu sichern (wir berichteten), schilderte die Probleme vom Freitag: Um 7.59 Uhr habe es unter der Rufnummer ein Besetztzeichen gegeben, um Punkt 8 Uhr hieß es „alle Mitarbeiter sind im Gespräch, versuchen sie es später“, und seit 8.01 Uhr sei die Leitung besetzt gewesen. „Das geht nicht, die wollen nicht“, schimpft der Senior gegen 9 Uhr. Hat man es übers Internet versucht, erhielt man erst nach Eingabe der Postleitzahl den Hinweis, man möge „bitte die Warteliste nutzen, die wir speziell für Sie eingerichtet haben“. Man solle dafür die Rufnummer wählen, die nicht zu erreichen ist. „Wieder einmal organisatorische Mängel schlimmster Art“, befindet der Mann.

Davon kann auch Peter Horn aus Achim ein Lied singen. Dem 81-Jährigen war es schließlich am Donnerstagnachmittag gelungen, online einen Termin zu ergattern. „Allerdings nicht in der Nähe“, erzählt er. Etwas muss schief gelaufen sein, denn er bekam eine Kennnummer für Sachsen und nicht für Niedersachsen. Nun musste er wählen: Möchte er den Impftermin in Leipzig oder Dresden wahrnehmen? „Wir haben gelacht“, erzählt Peter Horn, der das ganze Dilemma rund um die Impftermine vorerst mit Humor genommen hat.

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