Einrichtung des Landkreises Verden

Impfzentrum schließt am Monatsende

Über 52.000 Menschen haben im Impfzentrum mindestens eine Impfung erhalten - Ende des Monats muss die Einrichtung schließen. Das Team hat über Monate hinweg "an einem Strang gezogen", lobt der Landrat.
17.09.2021, 15:01
Lesedauer: 3 Min
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Impfzentrum schließt am Monatsende
Von Kai Purschke

Das Impfzentrum des Landkreis Verden schließt am 30. September seine Türen – aufgrund der Vorgaben aus dem Bundesgesundheitsministerium. "Dann gehen für das Verdener Impfteam neun anstrengende und turbulente, aber auch aufregende Monate zu Ende", heißt es von der Kreisverwaltung. Über 52.200 Menschen haben in dieser Zeit von den Beschäftigten des Impfzentrums und dessen mobilen Teams eine Corona-Erstimpfung erhalten. Insgesamt rund 43.150 Menschen wurden vom Impfzentrum bisher zweifach geimpft.

„Für das, was hier vor Ort für die Menschen im Landkreis durch das Impfzentrum geleistet wurde, bin ich sehr dankbar“, sagte Landrat Peter Bohlmann. „Hier hat ein hochmotiviertes Team aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen über viele Monate an einem Strang gezogen: kompetent, flexibel, effektiv, voller Teamgeist und Einsatzbereitschaft und mit einer außergewöhnlichen Portion Enthusiasmus in der Bekämpfung der Corona-Pandemie.“ So sieht es auch Andrea Schröder, organisatorische Leiterin des Impfzentrums: „Unser aller Motivation war es, dass wir durch unsere Arbeit einen Beitrag leisten können, das Coronavirus zu besiegen.“ Alle hätten diesen Job gern gemacht und das zeige sich auch in den vielen positiven Rückmeldungen geimpfter Personen, die das Impfzentrum erreicht hätten.

Knapper Impfstoff, kurzfristige Vorgaben

Die Arbeitsbedingungen waren dennoch oft nicht leicht, resümiert Andrea Schröder. Denn entgegen den Ankündigungen blieb über viele Monate der Impfstoff knapp, sodass die Impfungen nicht auf vollen Touren laufen konnten. Auch die Priorisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen, die Startschwierigkeiten der Landes-Hotline zur Terminvergabe, die Verunsicherung um die Nebenwirkungen des Impfstoffs von Astra-Zeneca sowie immer wieder wechselnde und kurzfristige Vorgaben zu Impfintervallen und möglichen Kreuzimpfungen hätten für zahlreiche Anfragen an das Impfzentrum gesorgt.

Begonnen hatte alles noch im Dezember 2020 mit dem Auftrag des Landes an den Landkreis Verden, bis zum 15. Dezember ein Impfzentrum einzurichten und einsatzbereit vorzuhalten. „Wir haben uns mit Blick auf die langfristige Verfügbarkeit des Standortes, die Kosten und die enge Anbindung an die Kreisverwaltung für die Nutzung unserer eigenen Containerbauten in unmittelbarer Nachbarschaft entschieden“, blickt der für das Impfzentrum verantwortliche Fachdienstleiter Christian Groth zurück. Die Entscheidung habe sich demnach trotz einer gewissen räumlichen Enge insbesondere hinsichtlich der kurzen Abstimmungswege als gut herausgestellt.

Stationärer Betrieb seit Februar

Anfang dieses Jahres startete das Impfzentrum mit zwei mobilen Teams mit den Impfungen der besonders gefährdeten Menschen in den Pflegeheimen. Mitte Februar nahm es dann den stationären Betrieb auf. Zu den ersten Impflingen gehörten gemäß Impfreihenfolge des Bundes die Über-80-Jährigen. Bis zu 800 Impfungen konnten nach Öffnung einer zweiten Impfstrecke täglich im Verdener Impfzentrum verabreicht werden. 60 bis 70 eigene Kräfte – vom impfbefähigten Personal bis zu den Verwaltungskräften für Registrierung, Datendokumentation, Ablaufplanung und Impfstoffhandling – waren in den vergangenen Monaten im Impfzentrum tätig. "Die meisten von ihnen waren befristet eingestellt, einige aus dem Kreishaus abgeordnet", erklärt die Kreisverwaltung. Hinzu kamen Sanitätskräfte des DRK sowie Security-Mitarbeiter.

Rund 35 Ärzte standen zudem in einem Pool für die Übernahme von Diensten bereit. Sie führten die Arztgespräche vor den Impfungen und betreuten Menschen mit einem erhöhten Risiko für starke Impfreaktionen. „Wir hatten zum Glück keine ernsten Zwischenfälle“, berichten der Ärztliche Leiter des Impfzentrums, Henning Hovorka und sein Stellvertreter Hans-Peter Mnich. „Es war eine vorbildliche Team-Arbeit, die hier geleistet wurde. Alle packten mit an und behielten auch in stressigen Zeiten ihre gute Laune.“

Ein großes Lob richtet der Landkreis auch an die Bundeswehr, die über viele Monate das Impfzentrum täglich mit jeweils sechs Kräften unterstützte. Die Soldaten hätten nicht nur den Impflingen den Weg durch die verschiedenen Impfstationen gewiesen, "sondern sich auch sehr einfühlsam gerade um ältere und hilfebedürftige Menschen gekümmert und diese begleitet".

Zur Sache

Letzte Impftermine
Das Impfzentrum bietet noch drei Abendtermine für das offene Impfen an: Montag, 20. September; Mittwoch, 22. September und Freitag, 24. September jeweils von 17 bis 19 Uhr ohne Voranmeldung. Erstimpfungen für Impfwillige ab 18 Jahren werden ausschließlich mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson angeboten. Bei diesem Impfstoff ist eine einmalige Impfung ausreichend. Zweitimpfungen sind mit den Vakzinen von Biontech und Moderna
möglich. Weitere Impfaktionen führen die mobilen Teams am Montag, 20. September, von 11 bis 14 Uhr am Mehrgenerationenhaus Bürgertreff am Hoppenkamp in Verden sowie am Mittwoch, 22. September, von 15 bis 18 Uhr im Bürgerzentrum Achim an der
Magdeburger Straße 11 durch. Bei beiden Terminen handelt es sich um Aktionen für gezielte Zweitimpfungen. Bislang nicht geimpfte Bürger können an beiden Terminen eine Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten.  Mitzubringen sind jeweils ein Lichtbildausweis und – soweit vorhanden – der Impfausweis. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

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